
Das Filter-Tool "Green Dam-Youth Escort" soll ab dem 1. Juni auf chinesischen Rechnern installiert werden (gulli:news berichtete). Vorrangig soll die Software zum Schutz vor pornografischen Inhalten für Minderjährige dienen. Was letztlich auf der Zensur-Liste landet, liegt an der Regierung. Aus gutem Grund stößt die Ankündigung in China auf immer mehr Unverständnis.
Drei US-amerikanische Studenten haben sich mittlerweile mit der Software etwas näher beschäftigt. Im Lauf ihrer Arbeit sind ihnen einige kritische Schwachstellen aufgefallen. Die Informatiker Scott Wolchok, Randy Yao und J. Alex Halderman von der Universität von Michigan in Ann Arbor sprechen von einer ernst zu nehmenden Gefahr. Innerhalb von 12 Stunden wurden die Studenten auf zwei kritische Lücken aufmerksam. In ihren Augen handelt es sich dabei lediglich um die Spitze des Eisbergs. Ermöglicht wurde der Test, weil ein Hersteller die Software im Netz zum Download bereitstellt.
Kritisch sind die Lücken aus dem Grund, weil sie von außen attackiert und ausgenutzt werden können. Der Möglichkeiten sollen es Viele sein. Unter anderem würde ein Besuch auf einer entsprechend präparierten Webseite schon ausreichen, um den Rechner mit Schadcode zu infizieren oder sensible Daten entwenden zu können. Im Ganzen ist die Rede von zwei Schwachstellen. Die erste steht im Zusammenhang mit der Prüfung, ob eine Webseite gesperrt ist. Angeblich wurde dieser Mechanismus fehlerhaft eingebaut. Eine Webseite könnte den Browser auf eine andere Adresse umleiten und die Kontrolle über den Computer übernehmen. Den zweiten Bug konnte man beim Aktualisierungsprozess der Software ausfindig machen. Der Hersteller könnte dabei beliebigen Schadcode auf den Rechnern installieren.
Allerdings gibt es auch etwas Positives zu berichten. Die Deinstallation der Filter-Software soll mit einem gültigen Administrator-Zugang ohne Probleme möglich sein. Nur ein paar Logfiles verweilen nach der Entfernung auf der Festplatte. Unter dem Strich ergeben sich mittlerweile schon zwei Gründe, wieso die Software von den Systemen entfernt werden sollte. (gS-)
(via golem, thx!)
News Redaktion am Freitag, 12.06.2009 23:54 Uhr
Nur ein weiteres Tool seine Bevölkerung zu kontrollieren :rolleyes: ...
Also von der Protestwelle der Chinesen steht da nichts .. :o Das hab ich mir auch gedacht, wäre auch überrascht gewesen. :) ...
Warum noch ein zusätzliches Filter-Tool? China hat doch schon eine große Firewall. Mit dem Firefox Add-on China Channel kann man sich direkt nach China begeben. Picidae ... ...
Den zweiten Bug konnte man beim Aktualisierungsprozess der Software ausfindig machen. Der Hersteller könnte dabei beliebigen Schadcode auf den Rechnern installieren. It's not a bug, it's a feature! :eek: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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