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Das Ende ist nahe! FT Europe schaltet Druckerpressen ab

Die erste Zeitung plant die Abschaltung der Druckerpressen. Die britische Financial Times will in den nächten fünf Jahre ihre Druckausgabe einstellen. Das journalistische Postkutschenzeitalter ist in absehbarer Zeit vorbei.

Ist "Print" tot oder leben Totgesagte länger? Während sich deutsche Zeitungsverlage an ihre alten Geschäftsmodelle klammern - derweil ihnen die Blätter, nein: die Felle davonschwimmen - sind ihre britischen Kollegen offenbar innovativer und schon auf dem Weg in die digitale Informationsgesellschaft. Das von den deutschen und österreichischen Presseverlegern angedachte Leistungsschutzrecht erweist sich somit auch aus internationaler Perspektive als gesetzlich verankerter Bestandsschutz für eine ideen- und initiativlose Branche, die sich vom Wettbewerb des Marktes, dem Wechselspiel aus Angebot und Nachfrage verabschieden will.

Nun will sich die Financial Times in London in den nächsten fünf Jahren vom bedruckten Papier verabschieden und sich ganz auf ihr digitales Angebot konzentrieren. Das richtet sich natürlich vor allem an Leser aus der Wirtschaft, die die Informationen aus beruflichen Gründen brauchen. Der Mehrwert, der in den FT-Artikeln steckt wird von den Lesern selbstverständlich in klingender Münze honoriert, die FT hat um ihre digitale Zeitung eine "paywall" errichtet. Allerdings eine mit 10 offenen Toren, denn bis zu 10 Artikel kann jeder registierte Internet-Nutzer kostenfrei lesen. Ein Kompromiss, der sich für beide Seiten auszahlt.

Ob auch wir auch bei jenen Zeitungen, die wir in der Regel als Frühstücksbegleitung oder im Kaffeehaus lesen (also solche mit großen Politik- und Kultur-Ressorts), ganz auf das haptische Erlebnis verzichten können oder müssen, bleibt abzuwarten. Es ist unwahrscheinlich, daß in Zukunft im "Bräunerhof" oder im "Café Griensteidl" iPads für die Kunden ausliegen, die diese für die Zeit eines "Verlängerten" oder "Großen Braunen" leihweise zu ihrer Verfügung haben. Dem "Tablet-PC" bzw. dem aktuellen iPad, das Jünger aus Deutschland ab 28. Mai und aus Österreich erst im Juli in ihren verzückten Händen halten dürfen, werden jedoch allgemein große Chancen eingeräumt, maßgeblich an der digitalen Revolution beteiligt zu sein.

An der Nachfrage wird es also kaum liegen, wenn digitale Erlösmodelle im Netz nicht funktionieren. Wenn sich Buch- und Presseverlage die Erfahrungen der Musikindustrie zunutze machen (würden), ersparen sie sich teuere und frustrierende Experimente.

Die Postkutsche ist längst nicht mehr "schneller als die Eisenbahn" (siehe Bild), sie ist ausgestorben.

Quelle: pressetext.at

Simon Columbus informierte uns via Twitter, dass die US-amerikanische Zeitung The Christian Science Monitor bereits im Oktober 2008 ihr Vorhaben bekannt gab, ihre Druckerpressen einzustampfen.

Joachim Losehand am Freitag, 28.05.2010 16:45 Uhr

tagsTags: financial times deutschland

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23 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Psycho Mantis am 31.05.2010 16:14:02

    wer lesen kann ist klar im vorteil. (sorry, konnt ich mir nicht verkneifen :D) ...

  • eliveo am 31.05.2010 15:51:51

    Also, die FT wird es dann nur noch im Internet bzw. am Kiosk auf Englisch geben oder gibt es die deutschsprachige Ausgabe auch später noch und die wird woanders gedruckt? ...

  • Farzi am 29.05.2010 22:08:22

    (Nein, Farzi, an die Stelle würde ich keinen Beistrich/kein Komma setzen, das ändert wieder den Sinn; "auch bei bei jenen Zeitungen" ist kein Nebensatz und nicht als solcher konzipiert) Ich dachte, meine Heuristik hätte erkannt, was du in dem Satz wirklich sagen w ...

  • Dieter85 am 29.05.2010 16:40:10

    Dazu braucht's kein Update, das ist ja auch schon hier in den Kommentaren an- und ausgesprochen worden. Meiner Meinung nach verbreitet dieses Verhalten Dummheit. Wie viele Foren-Kasper ziehen wohl nun durchs Netz und verbreiten die Nachricht, dass FT in 5 Jahren kein ...

  • Losehand am 29.05.2010 15:07:16

    [Ich leide leider an Hypotaxitis, dem wahnhaften Zwang lange und verschachtelte Sätze zu konstruieren, die niemand, aber auch wirklich niemand mehr - selbst beim besten und wohlwollendsten Willen - auf Anhieb (oder auf den ersten Blick, beim Drüber- oder Querlesen) versteht, wobei ich mir manchmal ...

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