
Den Einbau herkömmlicher, datenschutzfreundlicher Stromzähler möchte man am liebsten verbieten. An ihrer Stelle sollen digitale Geräte stehen, die mindestens alle fünfzehn Minuten den Zählerstand mitschneiden und die auch eine Fernauslesung erlauben. Das Bundeswirtschaftsministerium kündigte bereits im März eine Prüfung der Vorschläge der Bundesnetzagentur an.
Anhand der neuen Zähler könnte man flächendeckend nachvollziehen, welche Geräte wir benutzen. Auch würde aufgezeichnet, wann wir aufstehen, abwesend sind oder ins Bett gehen. Auch lassen sich Regelmäßigkeiten und Unregelmäßigkeiten unseres Verhaltens in unserer Wohnung ermitteln. Beispielsweise könnten auch nicht angemeldete Untermieter nachgewiesen oder der Bezug von staatlichen Hilfsleistungen z. B. aufgrund der eheähnlichen Lebensgemeinschaft des offiziellen und des nicht gemeldeten Mieters infrage gestellt werden. Neben den Sozialämtern und anderen Behörden würden auch Marktforscher zu gerne erfahren, zu welchen Uhrzeiten wir welche Geräte benutzen. Mit diesem Feature könnte man perfekt Einbrüche planen. Kann der Dieb remote auslesen, zu welchen Uhrzeiten wir auf der Arbeit sind, braucht er sich bei seinem Raubzug keine Gedanken mehr machen.
Hintergrund: Seit dem 01. dieses Jahres dürfen in Neubauten und komplett sanierten Wohnungen nur noch digitale Zähler eingebaut werden. Bei bestehenden Anschlüssen ist der Einbau bisher nicht verpflichtend. Hat der Vormieter einen digitalen Zähler verwendet, besteht für seinen Nachfolger derzeit kein Widerspruchsrecht. Selbst wenn sich alle Bewohner einer Wohnung einig wären, können sie von ihrem Stromversorger momentan nicht verlangen, dass dieser den digitalen Zähler gegen ein älteres Gerät austauscht. Die von der Bundesnetzagentur versprochene „signifikante“ Effizienz der neuen Geräte ist weder untersucht noch wissenschaftlich belegt worden. Zudem besteht die Gefahr, dass durch diese Beschnüffelung eine Änderung des Verbrauchsverhaltens erfolgt. Ist dies noch eine Motivation zum Sparen - oder werden wir durch die Überwachung zu einem sparsamen Handeln gedrängt? Gegen die Pläne spricht auch der hohe Anschaffungspreis der Zähler. Fünf bis sieben Milliarden Euro würde das Vorhaben bundesweit kosten, auf den einzelnen Verbraucher umgerechnet wären dies etwa 125 Euro. Diese Kosten werden natürlich die Verbraucher zu tragen haben. Bei einem lückenlosen Einbau digitaler Erfassungsgeräte wäre laut Bundesnetzagentur gar mit einem sprunghaften Anstieg der Stromkosten zu rechnen.
Patrick Breyer hat auf Daten-Speicherung.de zahlreiche Forderungen an Bundesnetzagentur, Gesetzgeber und Stromversorger gestellt, die man im Fall einer obligatorischen Einführung beachten müsste.
Bild links: Elektronischer Stromzähler von der Linz AG.
Lars Sobiraj am Montag, 17.05.2010 18:06 Uhr
Toady, gegen eine automatiche Übermittlung der Verbrauchswerte bin ich solange, wie es die Möglichkeit gibt, diese oft zu machen und von außen zu hacken, ja. Genauso BEGRÜßE ich eine übermittlung der ERZEUGERWERTE in kurzer Zeit, sowie die Möglichkeiten Den Geräten die aktuelle Netzauslastu ...
Ich fasse es nochmals zusammen - im Grunde hast du nichts gegen den eHZ, auch die Funktion, die Gesamtverbrauchswerte zu übertragen ist OK für dich (also ein Mal im Monat den "Zählerstand" durchgeben). Da das Sicherheitsproblem genau unterschiedslos zu einer anderen Lösung wäre, fällt auch die ...
OK - also stellen wir an der Stelle schonmal fest - im Grunde bist du für den eHZ (denn genau dafür ist er auch konzipiert). Dein Problem ist, dass die aktuellen Verbrauchswerte übertragen werden - soweit richtig? Die "Hauptaufgabe" ist nämlich der Zugangspunkt zur Hausins ...
Ok, die wollen einen Zugangspunkt zu meiner Hausinstallation, um die BHKWs zu steuern und den Geräten die Verbrauchsmitteilungen zu geben, das mag sein, aber dagegen hat auch niemand etwas, das liesse sich halt AUCH mit einem solchen Gerät lösen. OK - also stellen ...
Weil es zum einen gar nicht darum geht (das ist es ja eben, das Ghandy so überhaupt gar nicht begriffen hat) - man braucht den eHZ als Zugangspunkt zu deiner hausinstallation. Ok, die wollen einen Zugangspunkt zu meiner Hausinstallation, um die BHKWs zu steuern und de ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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