Der ambitionierte Plan der indischen Regierung: man will eigene Software für sich entwickeln und damit die Abhängigkeit von ausländischen Betriebssystemen und Anti-Virus-Produkten beenden. Grund dafür ist die zunehmende Sorge über den plötzlichen Anstieg von Cyber-Attacken auf öffentliche Einrichtungen in Indien.
Die indische Regierung hat daher im Feburar eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Pläne für die Entwicklung der einheimischen Software ausarbeiten soll. Der Ausschuss wird ebenfalls Vorschläge erarbeiten, wie man die vorhandene Software fremder Unternehmen prüfen kann, um Sabotageversuche zu verhindern bis die landeseigene Software in Betrieb genommen werden kann.
Die Regierungsspitze Indiens ist überzeut, dass man die Gefahr von anderen Staaten infiltriert zu werden, stark verringern wird, indem man nur die selbstentwickelte Software benutzt. Gerade deshalb soll diese technisch nicht sehr hochentwickelt sein, aber umfassend kontrollierbar. Ein Sprecher der Regierung sagte dazu: "Ein sauberes, gering entwickeltes Betriebssystem und dazugehörige Applikationen sind höher entwickelten Versionen, die Upgrades aus dem Internet erfordern, vorzuziehen." Zukünftiges Anwendungsfeld dieser neuen Software-Produkte sind wichtige Regierungsabteilungen, die häufig Ziel digitaler Angriffe sind wie etwa die indische Staatskanzlei oder die Ministerien für Telekommunikation und IT, Verteidigung und des Inneren.
Die Gründung der Arbeitsgruppe geht auf ministerielle Sicherheitsbedenken bezüglich der Anti-Virussoftware von Fremdanbietern zurück, die sich durch eine Angriffsserie chinesischer Cracker auftaten. Ähnliche Attacken hatte es in den vergangenen Jahren angeblich auch aus Pakistan gegeben. Der Ausschuss soll seine Empfehlungen zur Softwareentwicklung im Juni vorlegen.
Weiterhin entschloss sich die indische Regierung dazu, ihre mehr als 5.000 Ministerien und Behörden durch ein exklusives Kommunikationsnetzwerk zu verbinden, dass gerade für die Streitkräfte aufgebaut wird. Damit soll die Informationsübertragung der Regierung vom Internet unabhängig werden. Zu diesem Zweck werden momentan etwa 40.000km zusätzliche Glasfaserkabel verlegt. Ab sofort sollen keinerlei sensible Informationen auf Systemen liegen, die mit dem Internet verbunden sind. Dazu kommen regelmäßige Pflichtprüfungen der IT-Systeme in Behörden.
Der Aussage er Führungskraft eines großen US-amerikanischen Unternehmens für Netzwerksicherheit zufolge, scheint Indien sich für ein Open Source-Entwicklungsmodell entschieden zu haben: "Es ist eine kluge Entscheidung der Regierung, ein Open Source-Betriebssystem zu entwickeln, über das es die völlige Kontrolle hat. Auch die Codes für Anti-Virus-Software und Prozessoren sind zu finden und können entsprechend angepasst werden." Erst in einiger Zeit wird sich zeigen, ob die daraus entstehende Open Source-Software Freie Software sein wird, um die gewünschte Kontrolle und Unabhängigkeit auch tatsächlich zu gewährleisten.
Quelle: timesofindia.com
Bild: arteyfotografia.com unter CC-BY-SA
Julia Klein am Freitag, 14.05.2010 13:03 Uhr
So ein OS sollten wir auch mal backen. Richtig gute Wertarbeit made in Germany.:beer: mal sehn was alles geschnitten sein wird flash wohl auch weil damit kinderpornografische inhalte abspielen könnte oder sich gar mit glücksspielen begnpgen klnnte .. und es wäre 100% ...
Ist doch schön! Ich sehe schon wie sich neben Ubuntu, Xubuntu und Kubuntu nun auch Hindubuntu einreiht! :T Der Filebrowser wird wohl Curry heißen und die GUI besteht aus tanzenden Bollywood Charakteren ;) ...
und einfach verdammt übertrieben..aber naja :D wenn die solche sorgen um ihre Sicherheit haben, wieso machen dann länder wie USA etc nix? Was soll an 40000 km Kabel übertrieben sein? Ein Jumbo-Jet hat schon mehrere 100 km Kabel in sich verbaut. Indien ist außerde ...
Ist doch nichts besonderes. Das haben die Amerikaner doch schon lange, oder verstehe ich da was falsch? Wobei die kein eigenes, oder gar unixoides Betriebssystem brauchen, die benutzen einfach M$-Software in Kombination mit McAfee. Also die Krönung an Sicherheit. [/Q ...
Super Sache - warum nicht zum 791. Mal das Rad neu erfinden? Und das bisschen M$- und BSD-Quellcode hier und da wird schon keiner sehen. :T ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.