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Facebook: Krisentreffen auf dem Todesstern

Den Facebook-Betreibern ist die sinkende Kundenzufriedenheit aufgrund des stetig abnehmenden Schutzes der Privatssphäre aufgefallen. Grund genug für ein großes Krisentreffen - eine Persiflage mit traurig wahrem Kern.

Das Phänomen, dass sich der Kundendatenschutz des Sozialnetzwerks Facebook stetig gegen Null bewegt, ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Mittlerweile ist der daraus erwachsende Missmut der Nutzer des Dienstes auch Facebooks Vizepräsidenten für Öffentlichkeitsangelegenheiten, Elliot Schrage, aufgefallen. Für den kommenden Donnerstag, 16:00 Uhr Pazifischer Sommerzeit ruft Darth Schrage deshalb alle seine Handlanger zu einer strategischen Krisensitzung zusammen, um Facebooks Einstellungen zu dem, was man dort 'Privatssphäre' nennt, zu überdenken.

In einer Online-Fragerunde mit Lesern der New York Times hatte Schrage Anfang der Woche noch versucht, die unermüdlichen Anstrengungen zu verteidigen, die Facebook unternimmt, um seine Nutzer zufriedenzustellen und ihre privaten Daten zu schützen. Seine Beteuerungen fand unter den Augen der privatsspähregierigen Kunden und kritischen Medien jedoch keine Gnade.

Das Blog allfacebook.com spekuliert nun, wie das Resultat des Krisentreffens aussehen könnte. Man vermutet dort, der Web 2.0-Dienst könnte sich für einen 'Opt-in Ansatz' entscheiden, der die explizite Zustimmung der Nutzer zur öffentlichen Verbreitung ihrer Daten einholen würde. Dies könnte bedeuten, die kürzlich eingeführte sogenannte 'Instant Personalization', bei der Profildaten von Nutzern an bestimmte andere Webseiten weitergegeben werden, vorübergehend zu suspendieren.

Die mehr als 150 Optionen der Privatssphäre-Einstellungen eines Facebook-Accounts zu kontrollieren, ist in den letzten Wochen zu einer Art Geheimwissenschaft geworden, wie eine schematische Auflistung der New York Times zeigt. Dazu dokumentiert die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF), Facebooks Weg auf die dunkle Seite der Macht über eine erodierende Datenschutzpolitik und ein immer komplizierters System zum Schutz persönlicher Daten in einem Artikel.

"Facebook verdiente sich seine Nutzerbasis ursprünglich dadurch, dass es einfache und gleichzeitig mächtige Möglichkeiten zur Kontrolle der persönlichen Informationen bot. Als Facebook größer und wichtiger wurde, hätte man sich dafür entscheiden können, diese Kontrollmechanismen beizubehalten oder zu erweitern. Stattdessen begann man langsam aber sicher, sich selbst sowie seine Werbe- und Geschäftspartner an mehr und mehr Nutzerinformationen zu bedienen, während man gleichzeitig die Kontrollmöglichkeiten der Nutzer über ihre Informationen einschränkte."

Entsetzt über Facebooks unaufhörliche Versuche zunehmend persönliche Daten mit Partnerunternehmen zu teilen löschen immer mehr Kunden ihre Profile. Es ist zu vermuten, dass diese Reaktion zur imperialen Krisensitzung geführt hat. Zum Leidwesen der Facebook-Unternehmensspitze haben die EFF-Rebellen eine Anleitung veröffentlicht, die geknechteten Facebook-Nutzern erklärt, wie man das Einverständnis zur neuen 'Instant Personalisation' umgeht.

Hinweis der Redaktion: Wir entschuldigen uns vorab bei allen Facebook-Mitarbeitern für die Anspielung, dass im Unternehmen weiße Plastik-Uniformen zur Arbeitskleidung gehören.

Quelle: theregister.co.uk

Bild: benstein unter CC-BY-SA

Julia Klein am Donnerstag, 13.05.2010 18:54 Uhr

Tags: facebook privatsphäre social network datenmissbrauch

vgwort
 
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17 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Frequently am 14.05.2010 02:49:10

    Mögen die Personenbezogenen Daten mit ihnen sein. http://www.starwars-union.de/bilder/lexikon/20070308ts1.jpg ...

  • Lobo0202 am 14.05.2010 01:37:52

    @ottaku: echte 'Freunde' verteilen sich extrem selten über den ganzen Globus aber es ist möglich. ich kenne auch leute aus halb europa - und komme dennoch ohne facebook und co aus ...

  • Highcoder am 13.05.2010 23:25:50

    @ottaku: ...und auch dafür gibt es zig bessere möglichkeiten sich untereinander auszutauschen. Was hat Facebook da für Vorteile? Vor allem Vorteile die diesen ganzen mist aufwiegen? ...

  • BoMb_ am 13.05.2010 22:25:20

    @ottaku: echte 'Freunde' verteilen sich extrem selten über den ganzen Globus ...

  • markus4321 am 13.05.2010 22:14:10

    Facebook wird untergehen, das sage ich schon bevor es bekannt geworden ist. Nicht mal wenn das mit dem Datenschutz so klappen würde, würde so eine Plattform auf dauer existieren. Es liegt daran, dass das "System" an sich zum Tode verurteilt ist. Man präsentiert sich online, sammelt hunderte von u ...

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