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Gebrauchte Games sind schlimmer als Raubkopien

Einer der Gründer von Blitz Games Studios hat kürzlich ausgesagt, er findet den Verkauf von neuen Konsolen-Games schädlicher als alle illegalen Downloads zusammen. A. Oliver ist bereits seit 1985 im Geschäft und hat zahlreiche Spiele u.a. für Codemasters veröffentlicht.

Andrew Oliver glaubt, die Piraterie sei an sich nicht das größte Problem der Spieleindustrie. Die Umsatzausfälle durch gebrauchte Konsolenspiele schätzt er sehr viel höher ein, als die durch illegale Downloads. Er würde die Motivation der Gamer verstehen. Nach einigen Wochen oder Monaten hätte man die Spiele entweder durchgespielt oder müsste einsehen, dass man dazu nicht in der Lage ist. Folglich wird das hochpreisige Game auf Dauer langweilig und wird verkauft. Er glaubt, auf diesem Weg finden zahlreiche Games mehr als vier Eigentümer. Demnach entfallen auf die Entwicklerfirma als auch auf den Publisher insgesamt nur ein Viertel aller Umsätze, der Rest fällt für die Branche flach.

Kürzlich hat Electronic Arts deren Pläne für eine eigene Pay-Wall vorgestellt. Demnach möchte man für Online-Games beim Käufer des gebrauchten Spieletitels 10 US-Dollar Gebühr einkassieren. Der neue Eigentümer soll dann nur nach Eingang der geforderten Gebühr auf jeglichen Online-Content zum Spiel zugreifen können. Das vorgestellte System soll dem Verfahren von Microsoft ähnlich sein. Mit dem Spiel erhält der Käufer einen Code, den er zur Freischaltung eingeben muss. Danach kann er online spielen, sein Pass mit dem mehrstelligen Code ist aber augenblicklich ungültig. Noch ist unklar, wie man dieses Verfahren überwachen oder solche Spieler behandeln will, die ihren Internet-Anbieter wechseln oder schlichtweg umziehen wollen.

Warum ausgerechnet EA mit diesem Plan an die Öffentlichkeit ging, ist nicht bekannt, noch im Januar hatte man Preisnachlässe für Videospiele angekündigt. (gulli:News berichtete) Das Unternehmen konnte zudem im Vorjahr 30 Millionen US-Dollar Gewinn einstreichen, während man zuvor noch einen Verlust von 42 Millionen Dollar hinnehmen musste. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 979 Millionen US-Dollar. Finanzchef Eric Brown prognostizierte eine Umsatzsteigerung bei digitalen Geschäften um rund 30 Prozent. Die geplante Pay-Wall für gebrauchte Games wird sicher ihren Teil dazu beitragen.

Quelle: develop

Lars Sobiraj am Mittwoch, 12.05.2010 11:41 Uhr

tagsTags: electronic arts oliver blitz

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100 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • darkcloud1987 am 17.05.2010 04:12:50

    Dir den Account sperren wenn es doch raus kommt weil du gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hast. Außerdem hast du als Käufer immer das Risiko, dass der Verkäufer sich dann irgendwann seinen Account zurückholt. ...

  • forkpower am 16.05.2010 18:03:05

    der Gendanke kam mir auch schon...daher ist ja auch Steam immernoch umstritten, da man dort seine gekauften Spiele nicht weiterverkaufen darf (accounthandel wird mit einer Sperrung bestraft) Was wollen die Betreiber von Steam dagegen tun, dass ich für jedes Spie ...

  • darkcloud1987 am 16.05.2010 16:55:07

    Das ganze haben sie doch eh schon bei Dragon Age und Mass Effect 2 eingeführt. Da ist DLC dabei, der an einen Code gebunden ist und wenn mans gebraucht kauft und den haben will muss man zahlen. War übrigens sehr schön bei Dragon Age wo ich erst mal 3 Stunden dran saß damit er mir den DLC authen ...

  • 1MIG am 16.05.2010 10:58:46

    Scheinbar haben die meisten die hier schon geantwortet haben überlesen das es sich dabei ausschließlich um Onlinespiele handelt von denen man bei Weiterverkauf eine Gebühr von 10€ fordert. Und das ist finde ich völlig legitim denn schließlich wird bei den meisten Onl ...

  • Chummer am 16.05.2010 04:48:27

    Komisches Beispiel. Oder hatte Unix/Linux usw. damals einen Kopierschutz? Ich glaube nicht Windows 3.1 gab es schon bevor Linux halbwegs konkurrenzfähig gewesen wäre. Und MS hat Windows besser vermarktet. Trotzdem war es vor Allem die illegale Verbreitung die zu ...

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