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Fantasyroman verschenken, auf Spenden hoffen?

Kann man als unbekannter Autor ein Buch vermarkten, indem man es als PDF verschenkt und gleichzeitig zu Spenden aufruft? Im Fall von Klaus Kessler hat das Prinzip bisher versagt. "Der Wolf von Lehanoor" hat ihm in den vergangenen Wochen keinen einzigen Cent eingebracht.

In der heutigen Zeit sind neue Strategien für die Vermarktung digitaler Werke gefragt. Aber kann das so einfach funktionieren? Im vorliegenden Fall schrieb der Autor ein Buch, stellte es mit über 200 Seiten kostenlos zum Download ins Netz und hofft seitdem vergeblich, dass jemand ein wenig Geld dafür springen lässt. Die Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Spaß dürfte bei der aktuellen Bilanz aber eher wenig aufkommen.

"Der Wolf von Lahanoor" ist der Titel dieses Versuchsballons. Der Fantasyroman spielt irgendwo im tiefsten Mittelalter oder einer Zeit, die es nur in der Fantasie der Autoren und Leser gibt. Abenteuergeschichten voller Kämpfe, Orks und Zwergen mögen nicht für jeden etwas sein. Aber wenn der Spendenroman seit seiner Veröffentlichung Mitte April keinen Cent hervorbrachte, läuft etwas falsch. Entweder bei der Vermarktung oder beim Werk selbst. Oder aber bei den Lesern, die für nichts etwas bezahlen wollen. Wahrscheinlich braucht man einfach einen großen Namen, um genügend Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wenn der Aktivist und Blogger Cory Doctorow seine Romane verschenkt oder Paulo Coelho auf seinem Blog zum illegalen Download seiner Bücher einlädt, ist dies einfach eine andere Nummer, als wenn sich ein unbekannter Schreiber an der gleichen Materie versucht. Auf Pirate Coelho ist man mittlerweile von den ed2k- und Torrent-Dateien beziehungsweise Filehoster-Links abgewichen und bietet die Bücher in verschiedenen Sprachen als direkte Downloads an. Wem ein Buch in digitaler Form gut gefällt, wird nicht selten auch die gedruckte Ausfertigung haben wollen - so die Überlegung der Herren Doctorow und Coelho.

Was nichts kostet, ist folglich nichts wert? Cory & Co. haben schon oft genug das Gegenteil bewiesen. Wer das deutschsprachige Buch lesen (und auch etwas spenden möchte), "Der Wolf von Lehanoor" steht hier auf der Website des Autors als PDF zur Verfügung.

Vielleicht sollte der Autor für den Anfang im Grafik-Forum vom gulli:board nachfragen, ob ihm jemand ein schönes Cover erstellen kann. Wie sagt man so schön? Das Auge isst mit.

Lars Sobiraj am Dienstag, 11.05.2010 09:24 Uhr

tagsTags: cory doctorow paulo coelho coelho

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34 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • LordArion am 22.05.2010 20:36:50

    Übrigens: Dass Gulli darüber berichtet hat, scheint etwas gebracht zu haben: Bisher eingegangen : 9.99 € (Stand vom 14.05.2010) :p ...

  • tuer am 12.05.2010 16:46:56

    Das Buch ist binnen 5 Stunden gelesen. Zwischendurch erheitert der schräge Schreibstil des Autors den voraussehbaren Plott.:T Ein Beispiel: (Zitat Seite 34) Irgendwann in der Nacht wachte er von einem Rumpeln und dem wenig leisen Gesinge einer Zwergenstimme auf, lausche dem unbeholfenen Sc ...

  • claudiohader am 12.05.2010 13:32:42

    Ich will mich mal meinen Vorrednern anschliessen, was Marketing, Webdesign und Schreibstil angeht. Im Wesentlichen trifft es ja zu und hat auch nichts mit flamen zu tun. Ich habe die ersten zwanzig Seiten mal angelesen. Meines Erachtens wird man erst stilsicher, wenn man weit mehr als tausend Seiten ...

  • Asinoue am 12.05.2010 10:07:11

    Wenn schon jemand kritisiert wird, so sollte man ihm auch das Recht einräumen dazu Stellung zu beziehen. Hier wird aber nur geflamt was das Zeug hält... Was glaubst Du passiert denn in der normalen Welt. Ein Lektor gibt ihm auch keine Zeit um Stellung zu beziehen, sondern sein Buch ...

  • alter_Bekannter am 11.05.2010 17:34:51

    ausserdem fehlt mir der paypal Link... erst ne überweisung fertig machen... mmmmh Dito, wer mein Geld will sollte mir auch paar Bezahlmöglichkeiten geben, so was normales wie PayPal ist jawohl mittlerweile Pflicht. Im Internet kein PayPal zu nehmen ist wie auf de ...

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