In einer Ansprache vor etwa 1.000 Absolventen der Hampton University in Virgina äußerte der US-Präsident Barrack Obama seine Besorgnis über die Bedrohung der amerikanischen Bildung durch Konsolenspiele. Die College-Absolventen würden erwachsen in einer Zeit, die für die USA von großen Schwierigkeiten gekennzeichnet sei, wie etwa durch eine bedenkliche Arbeitsmarktsituation, zwei Kriege und ein allgegenwärtiges Medienumfeld, das sich nicht immer im Sinne der Wahrheit engagiere, sagte er in seiner Rede.
Seiner Aussage zufolge hält Obama elektronische Geräte zur Massenunterhaltung für eine Ablenkung seiner jungen Bürger: "Mit iPods und iPads, Xboxen und PlayStations - von denen ich keine bedienen kann - wird Information zu einer Zerstreuung, einer Ablenkung, einer Form der Unterhaltung, anstatt ein Werkzeug zur Selbstbestimmung, ein Mittel zur Emanzipation zu sein." Diese Entwicklungen setzten nicht nur die jungen Berufseinsteiger unter Druck, sondern die gesamte amerikanische Demokratie, erklärte er weiter. Bildung könne jedoch Menschen dabei unterstützen, ihren Weg zur Wahrheit durch die vielen verschiedenen Stimmen aus Blogs, Radio und Fernsehen hindurch zu finden, denn gerade die verrücktesten Behauptungen erlangten schnell Aufmerksamkeit.
In diesem Sinne bat er die Absolventen, an die er sich in seiner Ansprache wandte, darum, die Vorbildfunktion für die jüngere Generation zu übernehmen und ihnen damit zu zeigen, wie wichtig Bildung, Selbstkompetenz und Verantwortungsbewusstsein seien.
Auf den ersten Blick wirkt die Rede wie das übliche Anprangern der Medien für alles Übel in der Welt oder Nation. Bei genauerem Hinsehen liegt jedoch die Vermutung nahe, dass ihre Kernaussage über den Gemeinplatz der Medienbeschuldigung hinausgeht. Die anhaltend schlechte Bildungssituation in den USA, von der vor allem Afro-Amerikaner und Latinos betroffen sind, ist immer wieder Gegenstand politischer Besorgnis. Insofern kann Obamas Aussage nicht nur als harsche Kritik der Unterhaltungsmedien aufgefassst werden, sondern auch als Kritik an der Tatsache, dass die Techniken des Informationszeitalters oft mehr zur Unterhaltung als zur Entwicklung der persönlichen Selbstbestimmung genutzt werden.
Die Hampton University ist ein College, das traditionell von afro-amerikanischen Studenten besucht wird. Insgesamt liegen die Hürden für den College-Besuch vieler, nicht nur schwarzer, Jugendlicher aus unterschiedlichen Gründen immer noch relativ hoch, so dass fragwürdig ist, ob die 'guten Worte' des Präsidenten mit der bislang höchsten politischen Nutzung Neuer Medien letztlich bei denjenigen ankommen, deren Bildungszugang sich trotz Schulbesuchs im amerikanischen Bildungssystem auf Unterhaltungsmedien beschränken muss.
Quelle: yahoo.com
Bild: transplanted mountaineer unter CC-BY-SA
Video: Die Rede von Präsident Obama an der Universität von Hampton.
Julia Klein am Montag, 10.05.2010 12:29 Uhr
Hat Jemand den Originaltext oder eine Mitschrift? Hier: http://www.wtkr.com/news/wtkr-obama-hampton-address-transcript,0,7478536.story Dann prangert ja genau der Richtige die ...
Wer täglich mehrere Stunden daddelt, verpaßt nicht nur das Leben sondern er hat auch keine Zeit sich Bildung anzueignen. So einfach ist das. :D Wieso denn? es gibt durchaus spiele, die einem auch gute Dinge beibringen. Vielleicht wären Schießspiele da nicht unbed ...
Wer täglich mehrere Stunden daddelt, verpaßt nicht nur das Leben sondern er hat auch keine Zeit sich Bildung anzueignen. So einfach ist das. :D ...
Dabei hat er halt gesagt, dass er keine Ahnung von Playstations etc. hat. Aber er hat nicht dagegen gewettert oder eine Hassrede gegen die Unterhaltungsindustrie geführt. Ich finde es im Übrigen nicht gut, dass aus einer eigentlich aufmunternd gemeinten Rede hier auf Gulli wie ...
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Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
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