
Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer und medienpolitischer Sprecher der sächsischen Grünen, stellte am Freitag in Dresden die Ergebnisse der Großen Anfrage 'Freie Software in Sachsen - Einsatz von Free/Libre and Open Source Software (FLOSS) in der Landesverwaltung' (Drs. 5/372) vor. Die Partei äußerte gleich dreifach Kritik am bisherigen IT-System der Landesregierung, die in einem umfangreichen Hintergrundpapier ausgearbeitet wurde.
Die Fraktion kritisiert durch ihren Abgeordneten vor allem die immensen Kosten von 9.3 Millionen Euro, die die sächsische Regierung jährlich an Lizenzgebühren für proprietäre Software ausgibt. Man bemängelte dabei, dass lediglich 1,7% der verwendeten Applikationen zur Freien Software gehören, die nicht auf Lizenzkosten zur ihrer Finanzierung setze. "Bei Serverdiensten kommt nur zu 0,8 Prozent 'Freie Software' zum Einsatz, obwohl gerade hier professionelle Lösungen zu Verfügung stehen. Dabei fallen dort für nur 16 Prozent aller Lizenzen 58 Prozent der gesamten Lizenzgebühren an," so Gerstenberg.
Daher wollen die Grünen eine "effiziente[n] IT-Strategie, die auf Freie Software setzt" sowie "die Umstellung der Server in der Verwaltung, da hier besonders hohe Lizenzkosten anfallen und mit geringeren Aufwand zu rechnen ist." Gerstenberg signalisierte, dass sich auch die Grünen der Problematik bei der Umstellung von proprietären auf freie Systeme durchaus bewusst sind: kurzfristig höhere Anfangskosten, die jedoch durch langfristig geringere Kosten wieder ausgeglichen werden. Er wandte ein: "Die ohnehin anfallenden Kosten für den Softwaresupport, könnten bei konsequentem Einsatz 'Freier Software' überwiegend mittelständischen sächsischen IT-Unternehmen zugute kommen."
Doch nicht nur die Kostenaspekte der aktuellen Situation geben der Partei Grund zur Sorge. Auch die Sicherheitsrisiken und die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern proprietärer Lösungen sind für Gerstenberg und seine Fraktion bedenklich und bedürfen seiner Ansicht nach der Änderung entlang den Empfehlungen der neuen IT-Behörde: "Die Staatsregierung ignoriert die Sicherheitsrisiken der bisher eingesetzten Software [...] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät zu 'Freier Software', wegen der 'Möglichkeit, Sicherheitslücken zu finden, zu veröffentlichen und umgehend zu schließen'. [...] Zudem begibt sich die Staatsregierung in einseitige Abhängigkeiten." Einen erfolgreichen Vorstoß in Richtung Freier Software in der Verwaltung hatte seinerzeit die Stadt München gewagt.
Auch für den Umgang der sächsischen Schulen mit dem Thema Freie Software fehlte dem Abgeordneten das Verständnis. Der Einsatz Freier Software an Schulen sei verschwindend gering, im Unterricht selbst würden die Unterschiede zwischen freier und proprietärer Software kaum behandelt und Lehrerfortbildungen dazu gäbe es nur in begrenztem Umfang. "Unsere Schulen führen einem Konzern wie Microsoft die Kunden von morgen zu. Allein das ist unverantwortlich," resümiert er abschließend seine kritische Haltung gegenüber diesem Mangel in der Bildung.
Quelle: gruene-fraktion-sachsen.de
Julia Klein am Sonntag, 09.05.2010 23:32 Uhr
Es ist letztlich egal, welches OS "besser" ist. Es geht darum, dass man unabhängig sein möchte und ein Höchstmaß an Kontrolle über die eingesetzte Software gewünscht wird. Der Staat sollte nicht blind einer Firma vertrauen - egal, wie groß die ist. Der Einsatz von Closed Source-Software setz ...
Wollt nie das Gegenteil behaupten. Nur sah es in dem Beitrag so aus, als würde Windows alle 5 Minuten abstürzen, wenn man andere Produkte als die von Microsoft verwendet. ...
Stimmt weil die Microsoft Produkte ja auch alle so viel Stabiler laufen. :rolleyes: Ein ordentlich eingerichtetes Windows läuft tatsächlich stabil. Muss ja nicht immer jeder dran rumpfuschen. Allerdings hat der genannte IE darauf nun wirklich nix zu suchen. ...
Gemischte Umgebungen bringen nur die Arbeiter durcheinander. Du hast ein Windows-System, also benutzt Du auch Outlook, den IE und Office. Ende! Denn nur so kann die Administration gewährleisten, dass die Produktivität gewährleistet ist und die Leute nicht ständ ...
Na klar. Lassen wir die Sekretärin mal in Newsgroups nachforschen wenn es Hardwareinkompatibilitäten gibt ;) Lass sie doch. Dann ist auch endlich mal wieder mehr los im deutschen Usenet ;) Der zuständige Admin kann ja Probleme der Mitarbeiter hingegen nehmen und ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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