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Kanada: Härteres Urheberrecht auf dem Vormarsch

Die kanadische Regierung bereitet sich gegenwärtig darauf vor, ein neues Anti-Piraterie-Gesetz durchzuboxen. Die harsche Kritik der Öffentlichkeit wurde bisher weitgehend ignoriert.

Seit 2008 kämpft die kanadische Regierung um ein neues Anti-Piraterie-Gesetz. Dieses trägt bisher den Namen "C-61". Die Öffentlichkeit stellte sich von Beginn an gegen das Vorhaben. Man erklärte, dass es verheerende Auswirkungen für die Konsumenten haben würde. Im Zuge der Kritik gab es öffentliche Diskussionen, bei denen Befürworter wie Gegner gehört wurden. Dies sollte zu einem fairen Ergebnis führen.

Diese Gespräche scheint man nun jedoch vollends zu ignorieren. Der kanadische Premierminister hat angekündigt, dass ein neues Anti-Piraterie-Gesetz erlassen wird. Die Strafen sollen dabei noch drakonischer sein, als zuvor. Die öffentlichen Gespräche und Meinungen werden dabei ignoriert. Wie der Rechtsprofessor Michael Geist erklärte, handele es sich hier um das "konsumentenfeindlichste Urheberrechtsgesetz in der kanadischen Geschichte".

Zu den direkt Betroffenen gehören aber nicht nur Millionen Kanadier. Auch die beliebte BitTorrent-Seite isoHunt ist darunter. Der Betreiber von isoHunt, Gary Fung, engagiert sich deshalb im Kampf gegen das Gesetz. Mit den Kollegen von TorrentFreak hat er über die Auswirkungen des Gesetzes gesprochen. Sein Urteil fällt dabei vernichtend aus: "Die Effekte dieses drakonischen Urheberrechts in Kanada können weitreichend sein. Dinge die Kanadier akzeptieren, wie das Kopieren von Musik vom Computer auf den MP3-Player und umgekehrt könnten mit diesem neuen Gesetz als illegal angesehen werden."

Doch mit einer entsprechenden Feststellung ist es nicht abgetan. Auch die Internet-Provider wären von dem neuen Gesetz mehr denn je betroffen: "ISPs können gezwungen werden private Informationen von Nutzern [...] auszuhändigen. Darüber hinaus können sie aufgefordert werden, P2P-Traffic zu drosseln, selbst für völlig legale Nutzungen wie eine Spieldistribution. [...]."

Das neue Gesetz wird derweil mit dem Digital Millenium Copyright Act der USA verglichen. Dieser ermöglicht es Rechteinhabern, Löschaufforderungen an Diensteanbieter zu senden. Sollte sich ein vergleichbares System in Kanada etablieren, würde die Luft auch für isoHunt dünner. Fung befürchtet jedoch vielmehr, dass das Gesetz kanadischen Rechteinhabern eine Art Zensurwerkzeug an die Hand gibt. Denn selbst wenn die Löschaufforderungen fehlerhaft sein sollten, können die Rechteinhaber dafür nicht belangt werden.

"Wir haben Plattenlabels gesehen, die uns Löschaufforderung für Musik geschickt haben, die aber auch zu Pornofilmen führten. Das neue kanadische Gesetz sollte die Rechteinhaber in Regress nehmen, wenn diese falsche Identifikationsinformationen anbieten", so Fung.

Quelle: torrentfreak
Bild: wikimedia

Klaus Müller am Freitag, 07.05.2010 10:58 Uhr

Tags: kanada

vgwort
 
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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • v0lvic am 08.05.2010 09:33:08

    Jahre alt die News... Kalter Kaffee. Wen interessiert? (Und wer hat gezahlt?) ...

  • am 08.05.2010 08:42:42

    http://www2.parl.gc.ca/HousePublications/Publication.aspx?Docid=3570473&file=4 Aber wie gesagt, es soll ein neues Gesetz auf den Weg gebracht werden ;) Jetzt kann man nur noch Richtung Dubai und Co. auswandern. Versuchs Richtung Skandinavien oder Schweiz, die Länder ...

  • eliveo am 08.05.2010 08:18:34

    Also wer will denn schon in dieses verfallende und nur noch auf dem Papier vor Hochglanz starrende Dubai auswandern? ...

  • vga am 07.05.2010 18:44:22

    kann man vll auf die Ausformulierung des Gesetzes verlinken? So bleibt doch alles nur spekulation. Ich sehe allerdings das Ende des amerikanischen Kontinents in deren Bestrebung das geistig Eigentum zu schützen. Die werden sich damit selbst Handlungsunfähig machen. Während Europa in der Schuldenspi ...

  • Legodev am 07.05.2010 18:22:43

    Ich sag nur: Viva la Revolución Ist nur die Frage ob die Kanadier den mut zum Aufstand und Revolution für den die Franzosen früher mal bekannt wahren übernommen haben. ...

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