Bereits am Samstag hatten zahlreiche Halbfinal-Spiele sowie das FIFA-Finale (das das Team hoorai vor nGize und pod gewinnen konnte) stattgefunden. Der Sonntag war dann ganz den Finalspielen in den Disziplinen Counter-Strike:Source, Warcraft 3 und Counter-Strike 1.6 gewidmet. Vor den Augen von mehreren 1000 eSport-Fans kämpften die Spieler um Ruhm und Ehre sowie um ein Preisgeld von insgesamt 130.000 Euro.
Den Anfang machte um 12 Uhr das Finale in Counter-Strike Source. Überraschenderweise hatte sich für dieses neben Seriensieger mtw auch hoorai qualifiziert. Team Alternate, sonst quasi immer im Finale dabei, durfte diesmal nur um Platz 3 spielen (und konnte diesen durch einen Sieg gegen Team Thermaltake letztendlich auch erobern). Allerdings hatte der "Außenseiter" hoorai dem haushohen Favoriten ebenso wenig entgegenzusetzen wie Alternate in den letzten Jahren und ging relativ sang- und klanglos nach nur zwei Maps im Best of Three unter. Es scheint, als sei mtw momentan einfach nicht zu schlagen - zu hoch der Skill, zu gut eingespielt das Team (ob sich das nach einem bevorstehenden Lineup-Wechsel ändern wird, wird die nächste Saison zeigen). Somit wurde mtw hochverdient erneut Champion. Während sich hoorai trotz leiser Enttäuschung über das verlorene Spiel im wesentlichen zufrieden mit dem Erreichten zeigte, war man bei Konkurrent Alternate ob der verpassten Finalteilnahme deutlich frustriert. Welche Konsequenzen das Team daraus ziehen wird, dürfte momentan Gegenstand von Spekulationen unter eSport-Fans sein und die Sommerpause durch die üblichen Gerüchte verkürzen.
In Warcraft 3 sah es ähnlich deutlich aus. Bereits auf der ersten Map (gespielt wurde im Modus "Best of Five", es galt also, drei Maps für sich zu entscheiden) zeigte Daniel "XlorD" Spenst, Sieger der vergangenen zwei Seasons und auch diese Saison mit nur einer Niederlage der bei Weitem erfolgreichste Spieler, erneut seine Klasse. Sein Gegner Stefan "dArk" Lehmann, wie XlorD Mitglied von Team Alternate, zeigte zwar ebenfalls eine gute Leistung, konnte aber letztendlich XlorD nicht in seine Schranken verweisen. Eine Map musste der Vorjahressieger zwar noch abgeben, insgesamt jedoch wirkte sein 3:1-Sieg angesichts des Spielverlaufs nicht überraschend. Der 17-Jährige schaffte somit den "Hattrick" und siegte zum dritten Mal in Folge. Momentan scheint niemand XlorD schlagen zu können, wenn es darauf ankommt. Angesichts solcher Erfolge (und der Welle von Spielern, darunter der Vorjahreszweite Mark "yAwS"Förster und der auf den gestrigen Finals Viertplatzierte Tim "HLA" Gebel, die nach dieser Saison wahrscheinlich die Maus an den Nagel hängen werden) stellte ESL-Moderator Daniel Belala die Frage, über die wohl auch einige Fans rätselten: Würde XlorD weiterspielen? Hierzu gab es von dem frischgebackenen Champion eine klare Ansage: Solange Warcraft 3 in der ESL Pro Series noch gespielt werde (es wird vermutet, dass es mittelfristig durch das geplante Starcraft 2 ersetzt werden soll), sei er dabei, versicherte Daniel aka XlorD. Sicher wird er versuchen, seinen Titel in der 15. Season, die im August beginnen wird, erneut zu verteidigen. Zunächst jedoch freute er sich über den erneuten Titelgewinn vor Stefan "dArk" Lehmann und Heinrich "S.o.K.o.L" Rennert vom Team n!faculty. Zudem kehrte XlorD sogar ins Deutsche Nationalteam zurück, dass er nach einem Streit aufgrund angeblich mangelnder Unterstützung der Community verlassen hatte. Nach Angaben der Szene-Seite readmore.de) soll XlorD bereits im Spiel gegen Russland am kommenden Mittwoch wieder im Kader stehen.
Als letztes Match folgte das Finale in Counterstrike 1.6. Dieser bereits zehn Jahre alte Taktikshooter erfreut sich in der Community noch immer besonderer Beliebtheit, und so wurde das Match zwischen mousesports und Team Alternate von vielen Fans schon gespannt erwartet. Mousesports gewann bereits die letzten beiden Seasons, während Team Alternate, nachdem in Season 12 und 13 jeweils nur der dritte Platz erreicht werden konnte, nun endlich wieder die ersehnteFinalteilnahme in einem packenden Match gegen den Dauerrivalen und Angstgegner n!faculty (die später Dritter wurden) am Samstag abend erreicht hatte. Über die Saison hatte Team Alternate in einiger Hinsicht, insbesondere international, die bessere Form gezeigt - die Rückkehr von Roman "roman" Ausserdorfer, der prompt zum Most Valuable Player (MVP) dieser Spielzeit gekürt wurde, schien die Fünf aus Linden beflügelt zu haben. Bei mousesports dagegen war es lange weniger rund gelaufen; das frühe Ausscheiden auf den Intel Extreme Masters und die geradezu peinlichen Leistungen im Kode5-Qualifier dürften für die erfolgsverwöhnten Berliner Gamer alles andere als angenehm gewesen sein. Zudem hatte man mit einem Lineup-Wechsel während der letzten Spieltage der Season (anstatt Franz "gore" Burghardt spielte nun Routinier Christian "Blizzard" Chmiel) die Fans verwirrt. Allerdings hieß es, mousesports habe sich sehr intensiv auf die Finals vorbereitet, und Blizzard hatte während der letzten Matches durchaus überzeugende Leistungen gezeigt. Am individuellen Skill, insbesondere der Treffsicherheit der "Mäuse", besteht sowieso momentan kein Zweifel. Insgesamt handelte es sich also bei der Stärke des mousesports-Teams um eine unbekannte Größe. Auf diversen Wettseiten war Team Alternate von den Fans leicht favorisiert worden. Das jedoch konnten die Spieler nicht einlösen. Sie wirkten teilweise etwas uninspiriert oder machten unnötige Fehler und vergaben eigentlich schon sichere Runden. Ob einfach die Tagesform nicht stimmte oder ob ausgerechnet das Team, das in letzter Zeit immer wieder durch eiskalt herausgespielte Comebacks geglänzt hatte, nun Nerven zeigte, wissen wohl nur die Spieler selbst, jedenfalls musste man schon die erste, selbst gewählte Map an mousesports abgeben. Es zeigte sich auch wieder eine Tendenz, die bereits während der Saison deutlich wurde: MVP "roman" war nicht in Form, und schon zeigte das ganze Team eine Leistung, die zwar nicht schlecht war, aber auch nicht an einige während der Saison gezeigte Matches heranreichte. Gegen mousesports mit wie üblich überragendem Aiming war dies einfach nicht genug - die Berliner, allen voran der 18-jährige Antonio "cyx JJ" Daniloski, zeigten auf der eigenen Map noch einmal eine hervorragende Leistung und ließen nichts mehr anbrennen, so dass Team Alternate schließlich nur Platz 2 blieb. Zwar zeigten sich die Spieler zunächst verständlicherweise enttäuscht, jedoch war diese Leistung gegenüber den letzten Seasons schon eine deutliche Steigerung. Rundum positiv fielen die Fans von Team Alternate auf, die mit mehreren Flaggen zum Event kamen und ihr Team durch laute Sprechchöre und Gesänge anfeuerten. Soviel Enthusiasmus wünscht man sich auch von den Fans der anderen Teams; dies würde die Stimmung auf den Events sicher noch verbessern. Bei mousesports dürfte interessant sein, ob Blizzard weiterhin spielen wird oder ob der 25-Jährige, wie er in einem Interview andeutete, jüngeren Spielern eine Chance geben wird. Die Leistungen Blizzards stimmen und auch seine Teamleitung deutete an, sich eine weitere Zusammenarbeit durchaus vorstellen zu können, aber ob er noch auf Dauer die Motivation hat, seinen Abschied vom eSport einige weitere Jahre hinauszuzögern, muss er selbst beantworten. Wenn nicht, dürfte es ein heißes Thema für die Sommerpause werden, wen mousesports an seiner Stelle verpflichtet - Wechselgerüchte sind eben längst keine Domäne etablierter Sportarten wie Fußball mehr.
Ebenso wie in bekannteren Sportarten gab es natürlich auch beim eSport eine stimmungsvolle Siegerehrung mit Musik, Lightshow, Medaillen und für die Erstplatzierten der jeweiligen Disziplinen auch einem Pokal. So konnten die Fans die Spieler noch einmal nach Herzenslust feiern und es gab mehr als genug Gelegenheiten für schöne Fotos, die zeigen, was eSport vor allem ist: Sportlicher Wettkampf mit verschiedenen Typen von Spielern, mit Teamgeist, Fairness, kleineren und größeren Rivalitäten, enttäuschten Verlierern und strahlenden Siegern.
Neben den Wettkämpfen der Profis gab es für die Besucher auch ein Rahmenprogramm. Dieses bestand zum Einen aus den üblichen, auch bei Events während der Season angebotenen Gewinnspielen, Freegaming-Möglichkeiten, Präsentationen der Sponsoren und ähnlichem. Da jedoch auf den Finals alles etwas größer und bunter ist, gab es zudem noch ein Showprogramm mit einer Lasershow und einem Beatboxer.
Um das eSport-Event herum wurde zudem auch wieder eine Eltern-LAN durchgeführt, bei der Eltern, Großeltern, Lehrer und andere Menschen, die verstehen wollen, was Jugendliche und junge Erwachsene an Computerspielen fasziniert, einen Einblick in die Welt des Gamings und des eSports erhielten. Nachdem sie Vorträge gehört, diskutiert und einige Spiele auch einmal selbst ausprobiert hatten, besuchten die Teilnehmer der Eltern-LAN auch die Finals, schauten sich dort interessiert um und waren auch für die anwesenden Medienvertreter beliebte Interview-Partner. So soll, jenseits aller Killerspiel-Klischees, der Dialog zwischen eSport-Begeisterten und denjenigen, die dieser Welt (noch?) fremd gegenüberstehen, gefördert werden. Dies ist ein guter und wichtiger Ansatz, denn die wachsende Popularität der Computerspiele ist kaum noch zu übersehen. Die Location im Kölner Expo-21-Gebäude wirkte teilweise schon fast zu klein für die mehreren 1000 eSport-Fans; zahlreiche Zuschauer mussten während der Matches stehen oder auf dem Boden sitzen. So darf man gespannt sein, wie die kommende 15. Season aussehen wird. Hoffentlich bleibt diese von Debatten über abgesagte Events und verärgerte Politiker verschont und kann statt dessen durchgängig Sport und Spaß vermitteln. Das nämlich wird offensichtlich zunehmend gefragter - die Szene scheint zu wachsen und aktiver zu werden. (Annika Kremer)
News Redaktion am Montag, 15.06.2009 15:32 Uhr
Joa, waren ganz nett die Finals. :> PS: Schön geschrieben. :) ...
Am gestrigen Sonntag ging die 14. Season der ESL Pro Series, der größten professionellen eSport-Liga Deutschlands, zuende. Die Finalspiele wurden auf einem großen LAN-Event in Köln ausgetragen. Bereits am Samstag hatten zahlreiche Halbfinal-Spiele sowie das FIFA-Finale (das das Team hoorai v ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.