
Der oberste US-Rechnungshof scheint seiner Pflicht nachgekommen zu sein. Im Zuge des PRO-IP Acts wurde dieser beauftragt, den Einfluss von Piraterie auf die Wirtschaft zu prüfen. Beim PRO-IP Act handelt es sich um ein aktuell in der Diskussion befindliches Gesetz. Dieses soll straf- und zivilrechtliche Sanktionen für Urheberrechtsverletzer verschärfen. Ob dies überhaupt notwendig ist, sollte der Rechnungshof herausfinden.
Dazu sollte eine Analyse der Verlustzahlen der Contentindustrie erfolgen. Der finale Bericht zeichnet jedoch nicht das Bild, das man vielleicht erwartet hat. Dieser hält fest, dass die "massiven Verluste" auch nach Rücksprache mit zahlreichen Experten nicht einfach akzeptiert werden können. Es gäbe keine soliden Zusammenhänge, die man zwischen dem Effekt von Piraterie und der Wirtschaftslage herstellen könnte.
Primär liege dies an einem "Datenmangel", der es schwierig mache, die Auswirkungen von Piraterie zu berechnen. Darüber hinaus liege bereits in der Politik ein Problem vor. Dort verlasse man sich blind auf die Verlustzahlen der Unterhaltungsindustrie. Und dies ohne jedwede Gegenprüfung. Dabei mangele es diesen Berichten an Transparenz. Es sei kaum nachvollziehbar, wie die Zahlen ermittelt wurden.
Doch damit nicht genug. Der Bericht kann zwar keine nachvollziehbaren negativen Einwirkungen feststellen, dafür soll es jedoch positive geben.
"Einige Experten haben damit argumentiert, dass die Unternehmen, die Einnahmenrückgänge bei ihrem Geschäft - wie beispielsweise Filme - verzeichnen, mitunter neue Einnahmen in verwandten oder ergänzenden Geschäften aufgrund der zusätzlichen Verbreitung ihrer Marke finden.
Beispielsweise können Firmen zusätzliche Einnahmen durch Merchandisingartikel von Filmcharakteren versuchen, deren Popularität durch den Verkauf kopierter Filme gesteigert wurde."
Doch nicht für die Hersteller könnte Piraterie vorteilhaft sein. Auch Drittunternehmen würden davon profitieren.
"Ein Experte hielt fest, dass einige Industriezweige eine zunehmende Nachfrage nach ihren Produkten aufgrund von Piraterie bei anderen Industriezweigen verzeichnen können. Der Experte nannte Internet-Infrastruktur Anbieter (beispielsweise Firmen die Router herstellen) als mögliche Begünstigte digitaler Piraterie, schließlich müsse der Bedarf an Bandbreite für den Transfer kopierter digitaler Produkte geschultert werden."
Wer bereits jetzt denkt, es kann nicht besser werden, der irrt. Auch das oftmals vorgebrachte Argument, Piraterie würde Innovation verhindern, wurde vom Rechnungshof geprüft. Leider geht es dabei nicht immer um Innovation für den Konsumenten.
"Der Wettbewerbsdruck immer einen Schritt vor dem Konkurrenten zu sein kann in einigen Fällen die Innovation anspornen. Jedoch ist diese Innovation oftmals auf Anti-Piraterie Bemühungen ausgerichtet, anstatt auf die Verbesserung eines Produktes", so der Bericht.
Das abschließende Fazit des US-Rechnungshofes fällt entsprechend nüchtern aus. Man kann keinen numerischen Wert für die Verluste der Wirtschaft durch Piraterie präsentieren. Jedoch sei es keine gute Idee, Berichten der Unterhaltungsindustrie blind zu vertrauen. Über die Auswirkungen dieses Berichts können vorerst nur Mutmaßungen angestellt werden.
Es ist nicht sonderlich wahrscheinlich, dass es den PRO-IP Act noch maßgeblich beeinflussen könnte. Dennoch handelt es sich hier um einen interessanten und unerwartet objektiven Bericht. Vertreter der US-Contentindustrie haben sich bisher nicht konkret zu den Feststellungen geäußert.
Quelle: torrentfreak
Bild: irps.ucsd
Klaus Müller am Mittwoch, 14.04.2010 09:55 Uhr
tja, aber ich schätze mal, erst wenn die letzte Torrentseite geschlossen, der letzte Filesharer verhaftet und die letzte Internetverbindung getrennt worden ist, werden sie merken, dass nicht eine zusätzliche CD verkauft werden konnte. ...
Naja, warten wir erstmal die Kapitalistische Inquisition ab und dann werden die Ersteller dieser Berichte in den Medien öffentlich zugeben müssen, dass sie mit Satan im Bunde sind und durch diesen Bericht die Contentheiligen schädigen wollten und den Sünden freien Lauf lassen. Wenn nicht, werde ...
WTF! Was ist denn jetzt kaputt Mal gucken was jetzt mit der Studie passiert, welcher großer Sender wird die Studie als erstes representieren? Die werden sich bestimmt drum reißen ...
Das Problem ist aber, dass Obama bereits unter der Fuchtel der Contentterroristen steht. Er hat ja auch extra einen wichtigen Posten für einen Contentterrorist im Justizministerium [URL="http:/ ...
Es wird aber sowieso darauf hinauslaufen, dass niemand, den es eigentlich angeht, von diesem Ergebnis erfahren wird (Richter, ContentMafiaVertreter und und und..) Du unterstellst, dass es neuigkeiten für diese wären. Ich glaube es wäre wichtiger das _der michel ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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