
Wie Golem.de berichtet, so hat der Politiker Joachim Herrmann (CSU) knapp ein Jahr nach seinem viel zitierten Vergleich von Computerspielen mit Kinderpornografie auf Abgeordnetenwatch.de Stellung bezogen. Der Vergleich hätte vor allem aufrütteln sollen. Die „Gewaltorgien auf Computerbildschirmen“ würden „in ihren Auswirkungen leider von Vielen verharmlost und schön geredet.“ Dann führt er Studien an, die eine schädliche Wirkung der Spiele auf ihre Anwender beweisen sollen. Die Gewaltbereitschaft würde steigen und das Einfühlungsvermögen der Spieler abnehmen. Derartige Spiele würden ihre Spuren im Gehirn hinterlassen. Wenn die Spieler immer wieder erfahren, dass die Gewalt nicht weh tut und sie unbestraft davonkommen, so hätten sie das irgendwann "intus". Die Forschungsergebnisse könnten ihn nicht kalt lassen. Er glaubt auch, dass bei fast allen Amokläufen in Deutschland "Killerspiele" eine erhebliche Rolle gespielt haben.
Und dann ruft Bayerns Innenminister zu härteren Gesetzen und höheren Strafen auf: „Ich fordere deshalb schon lange ein gesetzliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Killerspiele.“ § 131 Strafgesetzbuch (StGB) würde in seiner Anwendung weitgehend ins Leere laufen. Die „viel zu großzügige Kennzeichnungspraxis der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK)“ sei schuld daran. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sollte nicht nur anfangs sondern jederzeit die Möglichkeit erhalten, Spiele zu indizieren. Bei nicht indizierten Games entfällt „jede Möglichkeit einer Strafverfolgung nach § 131 StGB, da Herstellern und Verbreitern derartiger Spiele kein strafrechtlich relevanter Vorsatz mehr nachgewiesen werden kann. Das geltende Jugendschutzrecht lässt daher zu, dass höchst problematische, gewalthaltige Spiele in Deutschland frei verkäuflich sind.“ Games mit dem Aufkleber „keine Jugendfreigabe“ würden viele jüngere Spieler anlocken, statt sie auszuklammern.
Im Rahmen unseres Interviews hatte Herr Herrmann vor einem Jahr ausgesagt, noch nie auf einer E-Sports Veranstaltung gewesen zu sein, um die dortigen Mitspieler zu beobachten. Er hätte auch keine Berührungspunkte zu Killerspielen, er hätte sich diese lediglich vorführen lassen. Das deckt sich sehr mit den Aussagen der ehemaligen Drogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD), die die Spiele nur aus kurzen Videoausschnitten kannte.
Da werden Erinnerungen an die Aussagen von Karsten Lund von IO Interactive wach, der vor wenigen Tagen zu Protokoll gab, dass seiner Ansicht nach ein Großteil der Kritiker brutaler Spiele wenig bis Null Ahnung von der Materie hätte. Diese Spiele aus der Ferne gesehen oder auf einer Konferenz einen Mitschnitt betrachtet zu haben reicht einfach nicht aus, um sich eine Meinung zu bilden. Wer auf eine der E-Sports-Veranstaltungen geht wird schnell feststellen, dass die Halle nicht mit gewalttätig wirkenden Jugendlichen oder jungen Erwachsenen vollgestopft ist. Die dortigen Turniere können nur mit viel Taktik und Intelligenz, nicht aber mit dem Ausleben niederer Instikte gewonnen werden.
Bild: Mark Haertl & Richard Pyrker
Lars Sobiraj am Mittwoch, 07.04.2010 13:35 Uhr
"die der Würde des Menschen entspricht." Der Würde des Menschen?! Würde des Menschen?!?! Wir zoffen uns hier über so einen absolut nebensächlichen Kinderkram während iwo in Deutschland Kinder missbraucht werden und Mütter Angst darum haben das ihre Kinder nie wieder nach Haus kommen?! Und ...
Die Altersfreigaben sind sicher nicht das Problem. Höchstens die unterbezahlte Aushilfe an der Kasse er es sche.. egal ist ob ein 12 Jähriger mit Schnaps ,Kippen und nen FSK 18 Game aus´m Laden geht. Oh halt, in Bayern gibt es ja kein Alkoholmissbrauch, das gehört zu zu Lebensart.:beer: ...
Was interessiert mich, was ein Alpenjodler aus Bayern fordert. Ich leb in Deutschland und was es nich gibt kann man folglich nicht verbieten (Killerspiele). ...
hey ...
Die Altersfreigaben würden von den jüngeren Gamern eher als Werbung für das Spiel angesehen werden. Dann doch alle auf FSK0 setzen und die Kinder sind sicher, da der Reiz weg ist. *kopfkratz* hmmm... ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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