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Großbritannien: Empörung wg. geheimer Polizei-Datenbank

Die Sunday Times berichtet von einer geheimen Datenbank, wo täglich 14 Millionen Fotos von Fahrzeugen eingegangen sind. Die verantwortlichen Polizeichefs könnten sich demnächst vor Gericht wiederfinden.

Dass in Großbritannien quasi an jeder Straßenecke Fotos von Pkws aufgenommen werden, ist an sich nichts Neues. Jetzt wurde bekannt, dass diese Daten in einer Datenbank in Hedron für mindestens zwei Jahre aufbewahrt wurden. Man setzt dafür eine automatische Erkennungssoftware der Kennzeichen ein, die eine Verknüpfung zu allen Fahrzeughalterdetails und den Fotos zum Fahrer und Beifahrer erlaubt. Mehr als 10.000 Überwachungskameras sollen diesem Netzwerk angeschlossen sein, die Zahl der Kameras wurde in den letzten Jahren ohne jede parlamentarische Prüfung erweitert.

Das System wurde eingesetzt, um Kriminelle zu verfolgen und zu verhaften. Die Menschenrechtsgruppe Liberty will das Vorgehen sehr bald juristisch anfechten. Die Leiterin Shami Chakrabarti brachte zum Ausdruck, dass es schlimm genug sei, dass diese Bewegungsdaten von Millionen unschuldiger Bürger aufgezeichnet und über Jahre hinweg gespeichert werden. Noch schlimmer sei es aber, dass die Polizei dies ohne jede Erlaubnis tun würde. Es stände zudem zu befürchten, dass jemand in diese Datenbank einbrechen und sich der Daten habhaft machen könnte. Derzeit gibt es Pläne die britische PKW-Vorratsdatenspeicherung dezentralisiert durchzuführen. Von der Speicherung der Daten will man aber bislang nicht gänzlich Abstand nehmen.

Nino Leitner sagte bereits in unserem Interview von vor zwei Jahren: "Grundsätzlich ist es auch möglich, zu überprüfen, ob Fahrer mit dem Handy telefonieren oder nicht - das z. B. in Verbindung der Kamerabilder mit den Daten eines Mobilfunkbetreibers. (...)
Großbritannien hat beispielsweise extra für die Aufzeichnung aller Bewegungsdaten aller Fahrzeuge (die werden seit 2006 aufgezeichnet) eines der weltgrößten Datencenter errichtet, dessen Datenbanken tagtäglich unzählige Terabyte an Daten zu verarbeiten und speichern haben. (
...)
Die abstrakte Gefahr des "Verlusts der Privatsphäre" oder der Bürgerrechte scheint den Leuten zu wenig nahe zu gehen, um massenweise auf die Straße zu gehen. Auch und vor allem in Großbritannien."
Quelle: v3.co.uk
Bild: Vladd's view of the world

Lars Sobiraj am Montag, 05.04.2010 13:27 Uhr

tagsTags: cctv

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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Chriss71 am 05.04.2010 22:23:42

    Wenn ich hier die ersten Kamaras sehe, schlage ich sie persönlich runter. Das ist etwas, was sicher ist. Zum Glück wird es in Österreich niemals so weit kommen. Bevor das passiert, steigen wir aus der EU aus (dafür gibt es bereits konkrete Notfall-Pläne). Und das is ...

  • markus4321 am 05.04.2010 22:19:37

    Wenn ich hier die ersten Kamaras sehe, schlage ich sie persönlich runter. Das ist etwas, was sicher ist. Zum Glück wird es in Österreich niemals so weit kommen. Bevor das passiert, steigen wir aus der EU aus (dafür gibt es bereits konkrete Notfall-Pläne). Und das ist auch recht so. Früher od ...

  • Darkler am 05.04.2010 16:26:13

    Guten Morgen GB. Tja haben wohl verschlafen. ...

  • MonKei am 05.04.2010 16:03:40

    Grandios. ...

  • TRON2 am 05.04.2010 15:24:50

    Ein gutes Beispiel für alle welche immer sagen: "Ich habe ja nix zu verbergen" das die missbrauchanfälligkeit solcher System, wenn sie erst einmal da sind, immer gegeben ist und gnadenlos ausgebeutet wird.:o ...

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