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US-Radiosender sollen stärker zur Kasse gebeten werden

Die US-Regierung tritt dafür ein, dass Radiosender nicht mehr nur Abgaben an die Musiker, deren Musik sie spielen, zahlen müssen, sondern ab sofort auch an deren Plattenfirmen.

Die Obama-Regierung hat gestern entschieden, dass sie die Musikindustrie stärker unterstützen will. Radiosender sollen für ihre gespielte Musik in Zukunft nicht mehr nur Abgaben an die Musiker abführen müssen, sondern auch an die Plattenfirmen, bei denen die Künstler unter Vertrag stehen. Damit geht ein lange gehegter Traum der Musikwirtschaft in Erfüllung, die seit geraumer Zeit massive finanzielle Einbußen erlebt. Mit der Unterstützung der Regierung könnte sich dieser Industriezweig eine neue Cashcow aufgetan haben.

Die Radiosender bezeichnen diese Idee als neue "Steuer", die vor allem ausländischen Plattenfirmen wie etwa Universal aus Frankreich, Sony aus Japan und EMI aus Großbritannien zugute kommen würde.

Der Leiter der Rechtsabteilung des US-Handelsministeriums, Cameron Kerry, verdeutlichte in seinem gestrigen Brief, dass sich die US-Regierung mit diesem Schritt ganz klar für die Seite der Musikindustrie ausgesprochen habe. Er sagt in diesem Schreiben: "Das Ministerium befürwortet seit langem eine Reform des amerikanischen Urheberrechts, die ein exklusives Recht auf die öffentliche Aufführung von Musikaufnahmen gewährleistet." Insofern verspreche das Handelsministerium die starke Unterstützung dieses Gesetzesentwurfs und unterstütze die Ansicht, dass die Betragsbefreiung von Radiosendern nichts weiter sei als "eine historische Anomalie, die keine starke politische Rechtfertigung hat".

Internet- und Satellitenradiosender in den USA müssen - wie auch in Deutschland - seit langem eine Abgabe für die öffentliche Aufführung von Musik zahlen. Radiosender, die nur über Funk senden, müssen diese Zahlungen jedoch bisher nicht leisten. Um weitere "Marktverzerrung" zu verhindern und mehr Fairness zwischen Radiosendern unabhängig von ihren Übertragungskanälen zu schaffen, hält das Ministerium  eine Angleichung der Regularien für einen wichtigen Schritt.

Die National Association of Broadcasters (NAB), ein Wirtschaftsverband zur politischen und gerichtlichen Vertretung von Rundfunkanstalten, sieht angesichts dieser neuen Steuer regionale Radiosender gefährdet: "Diese neue Steuer auf öffentliche Aufführungen könnte regionale Radiosender finanziell verkrüppeln, neue Künstler davon abhalten, kommerzielle Aufnahmen zu machen und diejenigen unter den Hörern schädigen, die sich auf ihr Lokalradio verlassen." Um sich gegen die zusätzliche Abgabe zu wehren, reichte die NAB ihre Resolution "The Local Radio Freedom Act" bei der Regierung ein.

Wie auch immer die Entscheidung über dieses unausgeglichene System ausfällt, nur die großen Unternehmen profitieren davon. Bleibt die Ausnahme für terrestrische Radiosender bestehen, gewinnen die großen Stationen wie etwa Clear Channel. Sollten die zusätzlichen Beiträge für Radiosender durchgesetzt werden, fließt sehr viel Geld in die Kassen der großen Plattenfirmen. Der Vorwurf der Unausgeglichenheit entsteht dadurch, dass die einen Sender für Musikübertragung Abgaben an die Industrie zahlen, während andere es nur aufgrund ihres Übertragungswegs nicht müssen. Das Handelsministerium mahnt daher, auf diese Weise könne Innovation nicht stattfinden. Eine Entscheidung wird also kommen.

Quelle: arstechnica.com
Bild: AleBonvini unter CC-BY-SA

Julia Klein am Freitag, 02.04.2010 14:27 Uhr

tagsTags: obama riaa radio usa medienabgabe

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14 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • LemonDrops am 04.04.2010 12:35:27

    Wer bekommt eigentlich den Großteil der Einnahmen.? Der Urheber des Songs.? Die Labels.? So einfach ist Rechnung schon mal nicht. Grundsätzlich aber geht das den Verbraucher doch einen Scheiß an? Wenn ich bei Aldi meinen Wocheneinkauf mache stelle ich mir ja au ...

  • soricsoon am 03.04.2010 13:54:24

    Darum wäre es cool wenn die Labels auch Geld bekommen würden, das sie entsprechend dann Umverteilen können. An der Produktion eines Songs sind viele Parteien beteiligt. Wer bekommt eigentlich den Großteil der Einnahmen.? Der Urheber des Songs.? Die Label ...

  • LemonDrops am 03.04.2010 13:22:35

    Wenn aber nur Madonna und 50cent im Radio laufen (sieht bzw. hört man ja hierzulande in den zigtausenden "Das Schlimmste de 70er 80er 90er und die tollste Grütze von Heute"-Sendern), kriegen auch nur Madonna oder 50cent von den Radiostationen Geld in den Rachen geschoben. ...

  • Fargurd am 03.04.2010 11:46:36

    Schade ist es allerdings, denn die steigenden Kosten werden sicher nicht die Radiosender tragen. Die werden mit Sicherheit an die Kunden (Hörer) weitergegeben. Das bedeutet also mehr Werbung, mehr Gewinnspiele und weniger Musik. Aber was noch viel schlimmer ist, was die Musikindustrie möglichweis ...

  • am 02.04.2010 23:41:30

    Dumme sache. Zwar weiss ich nicht wieviel groesser der betrag ist, doch summiert sch halt doch. Und ist halt so das das die kleinen snder mehr trifft als die grossen. Naja vieeleicht wird noch was gutes draus( was ich aber bezwifle) ...

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