
Furcht und Angst muss unter den Internetusern herrschen, nur so lässt sich das Netz regulieren. Ein kranker Gedanke, der jedoch - wenngleich in dezenterer Form - so von den Organisationen FAST und IiS vorgetragen wurde.
Nach der Ankündigung der britischen Regierung, dass es keine Internettrennungen von mutmaßlichen Urheberrechtsverletzern von staatlicher Seite geben werde, zeigte man sich von der boshaften Seite. Die von der Regierung angestrebten technischen Maßnahmen, wie die Drosselung der Geschwindigkeit seien nutzlos und dementsprechend "verschwendete Zeit". Es müsse einen "Furcht-Faktor" bei den Internetusern geben, damit diese ihr Verhalten ändern. Furcht und Angst. Begrifflichkeiten, deren Effekte die Contentindustrie bereits seit Jahren geschickt zu nutzen weiß, um die Bevölkerung über Raubkopierer, entsprechendes Verhalten und die Sanktionen aufzuklären. Das Three-Strikes-Gesetz stellt nur noch das Sahnehäubchen in dieser "perfekten" Welt dar, in der blindlings alle Urheberrechtsverletzer in die kommunikationstechnische Steinzeit katapultiert werden.
Genaueres beleuchtet eine Pressemeldung von FAST & IiS, wo der Chief Executive John Lovelock zu Wort kommt und sich fragt, wieso es für verdächtigte Urheberrechtsverletzer keine Sanktionen gibt.
"Online-Piraterie ist die größte Gefahr für das Softwaregeschäft, Videospiele, Musik, TV und die Filmindustrie. FAST IiS hat die Regierung aufgefordert drastischeren Strafen für wiederholte Urheberrechtsverletzer, digitale Kopierer und 'Piraten' einzuführen. Wir glauben, dass der effektivste Weg die Ernsthaftigkeit dieser Eingriffe in die kreative Industrie zu demonstrieren darin liegt, das Werkzeug dass diese überhaupt ermöglicht abzuschalten. Auf dieselbe Weise wie gefährliche Autofahrer ihren Führerschein verlieren, wieso sollten dann wiederholte Content-Diebe diesen wichtigen UK-Sektor verletzen dürfen und dabei Jobs und Steuereinnahmen bedrohen? Das Problem ist, dass wir die Industrie erst an zweiter Stelle agieren können, weil die Regierung nicht den Willen hat, strengere Sanktionen umzusetzen für Taten, die sich im Endeffekt nicht von Diebstahl unterscheiden. [...]. Ein entgangener Verkauf schädigt die kreative Industrie auf genau dieselbe Weise wie wenn ein physischer Datenträger kopiert wird oder die Tat online geschieht."
Um die Taten einzudämmen, müsse "ein Furcht-Faktor zusammen mit einer signifikaten Wahrscheinlichkeit dass man erwischt wird" umgesetzt werden, schließlich sei eine schlichte Drosselung der Geschwindigkeit nichts anderes als verschwendete Zeit, die keinerlei Effekt auf das Verhalten der Nutzer hätte. (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
(Bild via ensignuk, thx!)
News Redaktion am Dienstag, 16.06.2009 16:41 Uhr
"Furcht-Faktor" zusammen mit einer signifikaten Wahrscheinlichkeit dass man erwischt wird" FAST IiS hat die Regierung aufgefordert drastischere Strafen für wiederholte Urheberrechtsverletzer, digitale Kopierer und 'Piraten' einzuführen. Ist ja die reinste ...
Das du dein Internet behältst und der Mann im Rollstuhl nicht vorbeikommt ob du nicht vllt auch noch Bomben baust oder so ;) Hmm, das hat aber nix damit zu tun, ob anderen die Leitung gekappt wird, weil sie in Tauschbörsen aufgefallen sind. Und Schäubles Büttel w ...
Inwiefern ist das bspw. in meinem Interesse, wenn der Staat mit Internet-Entzug Urheberrechtsverletzungen ahndet? Also, wenn ich Tauschbörsen usw. nicht nutze, davon also überhaupt nicht betroffen wäre? Was genau hätte ich als Bürger also persönlich davon? MfG Andy[/QUO ...
Naja, das der Staat versucht etwas gegen Diebstahl zu unternehmen ist ja grundsätzlich auch im Interesse der Bürger. Inwiefern ist das bspw. in meinem Interesse, wenn der Staat mit Internet-Entzug Urheberrechtsverletzungen ahndet? Also, wenn ich Tauschbörsen ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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