
Brin verließ selbst als Sechsjähriger mit seinen Eltern die Sowjetunion auf Grund des dortigen totalitären Systems. Nun berichtete er, die Verhältnisse in China hätten ihn an die damals in der Sowjetunion herrschenden Bedingungen erinnert. Google habe zu viele Kompromisse machen müssen bei seinem Versuch, in China seine Suchmaschine zu betreiben. Vor diesem Hintergrund sei der Cyber-Angriff auf Google lediglich der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Bei dem Angriff wurden Quellcode entwendet und die Mailkonten von Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffenden angegriffen. China habe beispielsweise bei der Bekämpfung der Armut große Fortschritte gemacht, erklärte Brin, "Aber trotzdem, in einigen Aspekten ihrer Politik, insbesondere im Hinblick auf Zensur, im Hinblick auf die Überwachung von Dissidenten, sehe ich dieselben Kennzeichen von Totalitarismus, und ich finde das persönlich ziemlich beunruhigend."
Brin erklärte, er habe einer Zensur der Google-Suchergebnisse in China von Anfang an nur widerwillig zugestimmt. Im Umfeld der Olympischen Spiele von 2008 habe er begonnen, verstärkt an dieser Entscheidung zu zweifeln. Seitdem nämlich habe die Internet-Zensur in China immer mehr zugenommen und auch auf Google sei zunehmend mehr Druck ausgeübt worden.
Sergej Brin
Ein interessanter Punkt: Brin erklärte, die Idee, Google-Benutzer über Hong Kong umzuleiten, sei indirekt aus der chinesischen Regierung gekommen. Genauere Informationen wollte er aber nicht preisgeben.
Quelle: Wall Street Journal
Bild: Foto von Sergej Brin via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 2.0 Generic
Annika Kremer am Freitag, 26.03.2010 18:52 Uhr
Was ich an der ganzen Thematik interessant finde ist, dass man häufig China vs Google irgendwo liest. Nichts ausergewöhnliches, doch ist es meist Mensch gegen Mensch, Land gegen Land und nicht Land gegen Unternehmen. Da wird einem die Größe von Google erst bewusst.[/QUO ...
Was ich an der ganzen Thematik interessant finde ist, dass man häufig China vs Google irgendwo liest. Nichts ausergewöhnliches, doch ist es meist Mensch gegen Mensch, Land gegen Land und nicht Land gegen Unternehmen. Da wird einem die Größe von Google erst bewusst. ...
Ich brauch das nicht lesen, ich weiss, dass das kein eigenes Interview sein kann, sondern sowieso nur irgendwie sich auf das WSJ Interview beziehen kann. Und das hab ich schon längst gelesen, kurz nachdem die entsprechende Ausgabe im Abonomentenrahmen elektronisch verfügbar war. Also Wayne. Oder H ...
Lies den Artikel und du bist im Bilde ;-) ...
Als ich die Schlagzeile gelesen hab, hab ich mich nur gefragt, ob gulli das Interview mit dem Wall Street Journal wiedergibt, oder nur drauf verlinkt. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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