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Googles Sergej Brin im Interview

Google-Mitbegründer Sergej Brin war maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, sich mit der Google-Suchmaschine aus China zurückzuziehen. In einem Interview sprach er nun über seine Motive und die Hintergründe der Entscheidung.

Brin verließ selbst als Sechsjähriger mit seinen Eltern die Sowjetunion auf Grund des dortigen totalitären Systems. Nun berichtete er, die Verhältnisse in China hätten ihn an die damals in der Sowjetunion herrschenden Bedingungen erinnert. Google habe zu viele Kompromisse machen müssen bei seinem Versuch, in China seine Suchmaschine zu betreiben. Vor diesem Hintergrund sei der Cyber-Angriff auf Google lediglich der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Bei dem Angriff wurden Quellcode entwendet und die Mailkonten von Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffenden angegriffen. China habe beispielsweise bei der Bekämpfung der Armut große Fortschritte gemacht, erklärte Brin, "Aber trotzdem, in einigen Aspekten ihrer Politik, insbesondere im Hinblick auf Zensur, im Hinblick auf die Überwachung von Dissidenten, sehe ich dieselben Kennzeichen von Totalitarismus, und ich finde das persönlich ziemlich beunruhigend."

Brin erklärte, er habe einer Zensur der Google-Suchergebnisse in China von Anfang an nur widerwillig zugestimmt. Im Umfeld der Olympischen Spiele von 2008 habe er begonnen, verstärkt an dieser Entscheidung zu zweifeln. Seitdem nämlich habe die Internet-Zensur in China immer mehr zugenommen und auch auf Google sei zunehmend mehr Druck ausgeübt worden.

Sergej Brin

Sergej Brin

Als die Frage diskutiert wurde, ob Google sich aus China zurückziehen sollte, waren Google-CEO Eric Schmidt und einige seiner Kollegen offenbar zunächst gegen einen solchen Schritt. Am Ende konnten sich Brin und einige Gleichgesinnte aber durchsetzen.

Ein interessanter Punkt: Brin erklärte, die Idee, Google-Benutzer über Hong Kong umzuleiten, sei indirekt aus der chinesischen Regierung gekommen. Genauere Informationen wollte er aber nicht preisgeben. 

Quelle: Wall Street Journal

Bild: Foto von Sergej Brin via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 2.0 Generic

Annika Kremer am Freitag, 26.03.2010 18:52 Uhr

tagsTags: google china

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Freakonomist am 09.08.2010 01:02:22

    Was ich an der ganzen Thematik interessant finde ist, dass man häufig China vs Google irgendwo liest. Nichts ausergewöhnliches, doch ist es meist Mensch gegen Mensch, Land gegen Land und nicht Land gegen Unternehmen. Da wird einem die Größe von Google erst bewusst.[/QUO ...

  • GESUCHTER am 27.03.2010 19:10:40

    Was ich an der ganzen Thematik interessant finde ist, dass man häufig China vs Google irgendwo liest. Nichts ausergewöhnliches, doch ist es meist Mensch gegen Mensch, Land gegen Land und nicht Land gegen Unternehmen. Da wird einem die Größe von Google erst bewusst. ...

  • Freakonomist am 27.03.2010 16:15:39

    Ich brauch das nicht lesen, ich weiss, dass das kein eigenes Interview sein kann, sondern sowieso nur irgendwie sich auf das WSJ Interview beziehen kann. Und das hab ich schon längst gelesen, kurz nachdem die entsprechende Ausgabe im Abonomentenrahmen elektronisch verfügbar war. Also Wayne. Oder H ...

  • Ghandy am 27.03.2010 12:23:58

    Lies den Artikel und du bist im Bilde ;-) ...

  • Freakonomist am 27.03.2010 08:03:16

    Als ich die Schlagzeile gelesen hab, hab ich mich nur gefragt, ob gulli das Interview mit dem Wall Street Journal wiedergibt, oder nur drauf verlinkt. ...

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