
Der freiberufliche Mitarbeiter der GEZ hatte in Alsfeld ein Auto kaufen wollen. Kurz nach dem Kauf wurde der Vertrag wieder rückgängig gemacht, das Fahrzeug wurde zum Autohaus zurückgebracht. Stunden später fiel einem Mitarbeiter der den Wagen säubern sollte die Karteikarten auf, die der Kunde vergessen hatte. Im PKW lagen Unterlagen für den Gebühreneinzug des Hessischen Rundfunks (HR). Nebst einem ausgefüllten Anmeldeschein fanden sich dort Daten wie Namen, Adressen, Bankverbindungen und verwandtschaftliche Verhältnisse von Vogelsberger Einwohnern. Bei diesen Personen sollte offenbar geprüft werden, ob sie über ein empfangsbereites Fernseh- oder Radiogerät verfügen.
Der Autohändler war über seinen Fund sehr verärgert: "So eine Schlamperei! So leichtfertig gehen Mitarbeiter der GEZ also mit unseren Daten um! Aber an der Tür gegenüber den Leuten den Dicken machen!" Beim Hessischen Rundfunk korrigierte man, es sei ein Mitarbeiter des HR und nicht der GEZ gewesen. Die öffentlich-rechtlichen Sender des jeweiligen Bundeslandes wären für derartige Aufgaben selbst zuständig. Das Verhalten des auf Provisionsbasis arbeitenden Mannes würde natürlich "nicht gehen". Aber räumt man ein, das wäre ein Einzelfall.
Die zuständige Abteilungsleiterin des HR macht sich gegenüber dem Kreis-Anzeiger aus Nidda für ihren Mitarbeiter stark. Schließlich habe dieser die Karten nicht in den Müll oder auf die Straße geworfen, sondern lediglich im Auto liegen gelassen. Die Freude vieler Datenschützer darüber dürfte sich dennoch stark in Grenzen halten. Der Witz ist aber: Bis dato hat sich der zuständige Freiberufler nicht einmal beim Autohaus gemeldet. Der Hessische Rundfunk darf die Karteiblätter jetzt selber abholen. Offensichtlich hat der säumige GEZ-Fahnder seine Papiere bis heute nicht vermisst.
Lars Sobiraj am Freitag, 26.03.2010 13:56 Uhr
Das würde im Umkehrschluss heißen: Wenn die GEZ-Gebühren sinken, dann dürfen die mit deinen Daten nachlässig umgehen. Aber das meinst du wohl kaum. Oder anders ausgedrückt: Zwischen der Höhe der GEZ-Gebühren und dem Umgang mit Daten besteht gar kein Zusammenhang und damit wäre dein Beitrag ...
Wenn die eigene Geldbörse vom Staat schon so dermaßen vergewaltigt wird sollte man wenigstens ein bisschen mehr Professionalität und Arbeitsmoral erwarten dürfen. ...
Natürlich könnte es passieren, dass der Autohändler die Daten missbräuchlich verwendet. Das ist aber kein spezielles GEZ-Problem. ...
Wer sich absolut sicher sein kann, dass der Autohändler kein Schindluder mit den Daten treibt, darf gerne "Gut ist's" schreiben. ...
Im erwähnten Fall geht es nicht um systematisch geplanten Verstoß gegen den Datenschutz sondern um ein Versehen einer Einzelperson. Wahrscheinlich bekommt dieser Herr von seinem Arbeitgeber gewaltig den Marsch geblasen, womit die Sache dann eigentlich erledigt sein sollte. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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