
"Night Jack" ist ein bekannter und vor allem beliebter britischer Blogger, der im realen Leben ein gewöhnlicher Polizeibeamter ist. In seinem Blog berichtet er über eine fiktive Stadt mit fiktiven Verbrechen, die jedoch alle einen wahren Kern haben.
Dabei kritisierte er die Hürden polizeilicher Bürokratie sowie zahlreiche Minister der Regierung, wofür er den "Orwell Preis" erhalten hatte. Die britische Times wollte nun mit allen Mitteln die Identität des Mannes, der hinter Night Jack und dem dazugehörigen Weblog "Night Jack - An English Detective" steckt, veröffentlichen.
Nach langwierigen Recherchen hatte man dieses Ziel schließlich erreicht, jedoch nicht bedacht, welche Konsequenzen die Veröffentlichung eines entsprechenden Artikels für den Blogger haben könnte. Seine Beiträge waren nämlich zumeist nicht so formuliert, wie man dies von einem Beamten der Regierung erwarten würde. Der Anwalt von Night Jack reichte vor dem britischen High Court eine Einstweilige Verfügung ein, um die Times daran zu hindern, den wahren Namen seines Mandanten zu veröffentlichen. Das Gericht hatte diese abgelehnt. Nach Ansicht des Vorsitzenden Richters Justice Eady sei bloggen "grundsätzlich mehr eine öffentliche als eine private Aktivität." Auch sei das Interesse der Öffentlichkeit an der wahren Identität dieses Mannes erheblich größer, um feststellen zu können, ob seine Aussagen und Beiträge wirklich der Wahrheit entsprechen. Das Blog beinhaltete neben zahlreichen kritischen Äußerungen auch Meinungsäußerungen von "Night Jack" zu sozialen und politischen Aspekten, die in Zusammenhang mit der Polizei und den Strafvollzugsbehörden stehen.
Nach Ansicht des Richters würden Night Jack disziplinarische Maßnahmen seitens seiner Vorgesetzten drohen, wenn diese herausfinden, was er gegenüber der Öffentlichkeit ausspricht. Dies sei auch einer der Hauptgründe, weshalb er so sehr darauf bestehe, dass seine Anonymität gewahrt bleibt. Dieser und weitere Aspekte brachten das Gericht zu der Ansicht, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hätte, zu erfahren, wer sich hinter dem Polizeibeamten verbirgt, weshalb die Einstweilige Verfügung abgelehnt wurde.
Der Name des Bloggers wurde inzwischen veröffentlicht, er gehört zu einer Polizeiwache in Lancashire. Sein Disziplinarvorgesetzter ließ den Medien mitteilen, dass "Night Jack" schriftlich abgemahnt worden wäre. Weitere interne Ermittlungen würden folgen, der Beamte habe sich jedoch einsichtig gezeigt, dass einige seiner Kommentare unprofessionell waren. Kurze Zeit später verschwand "Night Jack - An English Detective" vom Netz. Sein Anwalt Den Trech erklärte gegenüber den Medien, dass sein Mandant keine weiteren Äußerungen gegenüber der Presse plane.
Über die Inhalte des Blogs im Detail kann leider kein Bezug mehr gesetzt werden, doch die Entscheidung des High Court erscheint doch vollends absurd. Die Anonymität des Internets ist es, die Menschen immer wieder dazu bringt, die Wahrheit oder Details ihres Lebens an die Öffentlichkeit heranzutragen. Natürlich gibt es auch Lügen und Gerüchte, doch ein seriös geführter Blog, der noch dazu darauf achtet, dass kein Bezug zu wirklichen Personen und Orten hergestellt wird, kann doch auch als "Märchenseite" gebrandmarkt werden. Ob die Leser die Beiträge dort glauben oder nicht, sollte nicht an erster Stelle stehen. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, dass ein Polizeibeamter dem britischen Volk von seinem Alltag berichtet hat, so wie er ist und nicht so, wie ihn die Regierung gerne vorgaukelt. Soziale und politische Aspekte, die Einfluss auf das Leben und Handeln der Beamten nehmen, bürokratische Hürden, von denen außen stehende vermutlich sonst nie erfahren. "Night Jack" hat einiges riskiert, um den Menschen einen Einblick in seinen alltäglichen Job zu gewähren. Dabei hat er nicht nur die schönen Seiten beleuchtet, sondern die schmutzigen. Die Blickwinkel, die nicht von der Regierung oder den Medien publiziert werden. Ihn für eine "Story" der Times ans Messer zu liefern ist bitter, hätte doch vermutlich jeder, der Interesse daran gehabt hätte, seine wahre Identität herauszufinden, dies mit erheblichen Zeitaufwand auch geschafft. Aber wozu? Um zu erfahren, dass die erfundenen Orte und Namen in seinem Blog sich auf echte Menschen zurückführen lassen? (Firebird77)
(via bbc, thx!)
(Bild via nightjack, thx!)
News Redaktion am Dienstag, 16.06.2009 22:06 Uhr
So ein Kinderzirkus. Es geht hier um Meinungen und nicht um eindeutige Wahrheiten. Ich habe eben eine eigenständige Meinung, während ihr nur wiederkäut, was ohnehin schon gesagt wurde. Aber eigenständiges Denken kann man leider nicht von jedem erwarten... Also ich ...
Ich seh da immer noch nicht die rechtliche Grundlage nach der der Richter gehandelt hatte. Es ist irgendwie nur seine eigene Meinung. das Gericht hat ja nicht entschieden dass der Blogger seinen Namen bekanntgeben muss, sondern hat nur eine einstweilige Verfügung a ...
Wo soll das denn auch hinfüren, wenn künftig jeder Staatsbedienstete munter Internas über das Internet ausplaudert? Zu mehr Transparenz und weniger Missbrauch vielleicht? Aber hey.. wer braucht denn sowas? Sollen die Behörden ruhig ihr Mäntelchen über den Mist h ...
Wo soll das denn auch hinfüren, wenn künftig jeder Staatsbedienstete munter Internas über das Internet ausplaudert? Es gibt Dinge die sind für die Öffentlichkeit bestimmt, andere sind es eben wiederum nicht. Man kann nur hoffen, dass eine saftige Klage gegen diesen ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich!
spielen
Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet!
spielen
Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren.
spielen
Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer.
spielen
Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai.
spielen
Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein.
spielen