Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

Dieter Gorny: Schuld ist die Kostenloskultur

BVMI-Verbandschef Prof. Gorny rief auf der gestrigen Jahrespressekonferenz die Politik zum Handeln auf. Die deutsche Musikwirtschaft fühlt sich im Stich gelassen. Das Fundament der Branche sei gefährdet, die Rechte der Musikwirtschaft müssten juristisch gestärkt werden.

Gestern Mittag wurde die Jahrespressekonferenz vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) abgehalten. Für Verbandschef Gorny war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Auch im Vorjahr hätte die Musikindustrie in Deutschland Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Man fühlt sich von der Regierung nicht ausreichend vertreten.

"Die Musikindustrie spürt nach einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess zwar wieder etwas festeren Boden unter den Füßen, hat aber trotz stark gestiegener Musiknutzung in den vergangenen zehn Jahren rund 40 Prozent ihrer Umsätze und Arbeitsplätze verloren. (...) Wenn die neue Regierung nicht bald konkrete Schritte unternimmt, wird es der Buchbranche, den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, den Games-Produzenten oder den TV- und Filmproduktionen genauso ergehen wie der Musikindustrie." Er bemängelt, dass er keine konkreten Schritte erkennen könnte, obwohl die derzeitige Koalition den Schutz der Urheber anfangs so sehr betont hätte. Er befürchtet auf Dauer einen Zusammenbruch der Branchenstrukturen. Hätte man 15% der illegal verteilten Musikwerke verkaufen können, so hätte die Branche 500 Millionen und der Steuerzahler 100 Mio. Euro mehr eingenommen.

Mit der Kulturflatrate, dem Lösungsansatz vieler Politiker von Bündnis90/ Die Grünen, kann er überhaupt nichts anfangen. Die Kulturflatrate würde die existierende Ungerechtigkeit lediglich verstärken, anstatt das Problem zu lösen. Auch zum Thema Abmahnungen hat sich der Verbandschef des BVMI geäußert. Die Kostenlosmentalität zwinge die Kreativwirtschaft seiner Ansicht dazu, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Die Anzahl der Abmahnungen sei im Vorjahr stark gestiegen. Gleichzeitig sollen die illegalen Downloads gesunken sein. Natürlich nutzte Gorny die Gelegenheit, um für die vom BVMI favorisierten Warnhinweise zu werben. Die Briefe an die Filesharer würden aber nur Sinn machen, sofern sie auch mit Sanktionen verbunden werden können. Das müsse aber in letzter Konsequenz nicht wie in Frankreich die Trennung vom Internet sein.

Die ehrlichen Käufer zahlen im Moment die Zeche für die Minderheit derjenigen, die alles umsonst haben will.“ Gorny sagte auch, die Betreiber von Sharehostern oder Tauschbörsen würden sich lediglich an den Inhalten Dritter bereichern, ohne selber in die Entstehung dieser zu investieren.

Bild: Musikindustrie.de

Lars Sobiraj am Donnerstag, 25.03.2010 08:55 Uhr

tagsTags: bvmi dieter gorny

Bookmark and Share
vgwort
 
Weitere interessante News
35 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ironkung am 27.03.2010 21:03:59

    Ahso der Kunde ist also schuld wenn man ihn verarscht, und ausnimmt wo es nur geht. Der Kunde ist schuld das andere neue Medien schneller umsetzen und nutzen. Der Kunde ist schuld wenn es Jahre braucht bis man überhaupt bemerkt das es das Internet gibt und das man da etwas verkaufen kann. Aber es w ...

  • Todde am 27.03.2010 17:03:54

    die einflußnahme von firmen auf politik und gesetzgebung sollte unter strafe gestellt werden! ...

  • pr0metheus am 27.03.2010 14:49:23

    Wer immer noch dazu bereit ist Geld für diese Konservenscheiße auszugeben hat es nicht anders verdient. Der Entscheidende Unterschied zwischen Musik und Konserve ist: Konserven werden von der MI produziert. Musik wird von Künstlern komponiert. Ich lass mein Geld gerne bei Untergrundkünstlern di ...

  • wizard2k am 26.03.2010 14:55:31

    Kann man mit Konzerten etwa kein Geld mehr verdienen? Es sind doch fast alle total scharf auf solche Events. Das ist doch mal eine ehrliche Art Geld zu verdienen. Vor allem können Musiker sich selbst promoten, z.B. durch kostenlose Downloads, Videos auf Youtube, Twitter etc. ...

  • Camel_Filters am 26.03.2010 10:47:53

    Klar ist gute Musik subjektiv. Aber der Trend zum Schnellkonsumprodukt ist doch durchaus erkennbar. Schnell casten, schnell produzieren, schnell ausbrennen. Der Hörer merkt doch wohl, dass er da nicht wirklich einen Künster beim Ausleben seiner Passion hört, sondern einen (Massen-) Produzenten. H ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
Fotostrecke
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang