
Gestern Mittag wurde die Jahrespressekonferenz vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) abgehalten. Für Verbandschef Gorny war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Auch im Vorjahr hätte die Musikindustrie in Deutschland Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Man fühlt sich von der Regierung nicht ausreichend vertreten.
"Die Musikindustrie spürt nach einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess zwar wieder etwas festeren Boden unter den Füßen, hat aber trotz stark gestiegener Musiknutzung in den vergangenen zehn Jahren rund 40 Prozent ihrer Umsätze und Arbeitsplätze verloren. (...) Wenn die neue Regierung nicht bald konkrete Schritte unternimmt, wird es der Buchbranche, den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, den Games-Produzenten oder den TV- und Filmproduktionen genauso ergehen wie der Musikindustrie." Er bemängelt, dass er keine konkreten Schritte erkennen könnte, obwohl die derzeitige Koalition den Schutz der Urheber anfangs so sehr betont hätte. Er befürchtet auf Dauer einen Zusammenbruch der Branchenstrukturen. Hätte man 15% der illegal verteilten Musikwerke verkaufen können, so hätte die Branche 500 Millionen und der Steuerzahler 100 Mio. Euro mehr eingenommen.
Mit der Kulturflatrate, dem Lösungsansatz vieler Politiker von Bündnis90/ Die Grünen, kann er überhaupt nichts anfangen. Die Kulturflatrate würde die existierende Ungerechtigkeit lediglich verstärken, anstatt das Problem zu lösen. Auch zum Thema Abmahnungen hat sich der Verbandschef des BVMI geäußert. Die Kostenlosmentalität zwinge die Kreativwirtschaft seiner Ansicht dazu, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Die Anzahl der Abmahnungen sei im Vorjahr stark gestiegen. Gleichzeitig sollen die illegalen Downloads gesunken sein. Natürlich nutzte Gorny die Gelegenheit, um für die vom BVMI favorisierten Warnhinweise zu werben. Die Briefe an die Filesharer würden aber nur Sinn machen, sofern sie auch mit Sanktionen verbunden werden können. Das müsse aber in letzter Konsequenz nicht wie in Frankreich die Trennung vom Internet sein.
„Die ehrlichen Käufer zahlen im Moment die Zeche für die Minderheit derjenigen, die alles umsonst haben will.“ Gorny sagte auch, die Betreiber von Sharehostern oder Tauschbörsen würden sich lediglich an den Inhalten Dritter bereichern, ohne selber in die Entstehung dieser zu investieren.
Bild: Musikindustrie.de
Lars Sobiraj am Donnerstag, 25.03.2010 08:55 Uhr
Ahso der Kunde ist also schuld wenn man ihn verarscht, und ausnimmt wo es nur geht. Der Kunde ist schuld das andere neue Medien schneller umsetzen und nutzen. Der Kunde ist schuld wenn es Jahre braucht bis man überhaupt bemerkt das es das Internet gibt und das man da etwas verkaufen kann. Aber es w ...
die einflußnahme von firmen auf politik und gesetzgebung sollte unter strafe gestellt werden! ...
Wer immer noch dazu bereit ist Geld für diese Konservenscheiße auszugeben hat es nicht anders verdient. Der Entscheidende Unterschied zwischen Musik und Konserve ist: Konserven werden von der MI produziert. Musik wird von Künstlern komponiert. Ich lass mein Geld gerne bei Untergrundkünstlern di ...
Kann man mit Konzerten etwa kein Geld mehr verdienen? Es sind doch fast alle total scharf auf solche Events. Das ist doch mal eine ehrliche Art Geld zu verdienen. Vor allem können Musiker sich selbst promoten, z.B. durch kostenlose Downloads, Videos auf Youtube, Twitter etc. ...
Klar ist gute Musik subjektiv. Aber der Trend zum Schnellkonsumprodukt ist doch durchaus erkennbar. Schnell casten, schnell produzieren, schnell ausbrennen. Der Hörer merkt doch wohl, dass er da nicht wirklich einen Künster beim Ausleben seiner Passion hört, sondern einen (Massen-) Produzenten. H ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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