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Australien: Wii schlimmer als Xbox

Nun ist auch die Nintendo-Konsole von einem australischen Politiker verdammt worden und muss sich zu den geächteten Killerspiel-Konsolen gesellen.

Angesichts der weiterhin lodernden Diskussion über Videospiele, die angeblich Kinder und Jugendliche antisozial und aggressiv machen, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Wii ins Visier puritanischer Politiker geraten würde. Der australische Innenminister Brendan O'Conner ist der Ansicht, Videospielkonsolen mit bewegungsbasierten Controllern wie die Nintendo Wii hätten einen viel größeren Einfluss auf ihre Spieler als andere Konsolen. Unterhaltungselektronik dieser Art stelle eine große Herausforderung für das existierende Klassifikationssystem für Altersfreigaben in Australien dar, daher müsse es dafür neue Regeln geben. "Computerspielhersteller ermutigen ihre Spieler, ihre Gamepads wegzulegen und dafür physisch in Spiele auf der Basis von Motion-Sensing-Technologie einzusteigen." Diese interaktiven Eigenschaften seien dazu gedacht, den Genussfaktor der Konsumenten zu steigern.

Diese Aussagen sind einigermaßen trivial und lassen nicht direkt erkennen, wieso die bewegungssensitive Wii gefährlich und vor allem gefährlicher als andere Konsolen sein soll. O'Conners Ableitung des Gefahrenpotentials dieses Typus erscheint entsprechend unklar: "Wir müssen darüber nachdenken, welchen Einfluss solche erhöhte Interaktivität auf Kinder hat und was das für die Regulierung des Inhalts der Spiele bedeutet." Im Rahmen einer Konferenz in Sydney sprach der Minister zu den Auswirkungen von gewalttätigen und sexualisierenden Medien auf Kinder und nannte in einem Atemzug mit der Wii auch 3D-Fernseher und DVDs mit Blickwinkeländerung. Alle diese Technologen trügen das "Potential für erhöhte Interaktivität".

Auch der Gewaltspielkritiker Professor Craig Anderson von Zentrum für Gewaltstudien der Universität Iowa, selbst Besitzer einer Wii, forderte die eingehende Erforschung der Effekte solcher Motion Controller. Seine Argumentation basiert auf sehr allgemeinen lerntheoretischen Grundsätzen: "Wir wissen, dass Beteiligung und Vertiefung das Lernen verbessert - das Erlernen von Glaubenssätzen, Verhalten, Erwartungen und Fertigkeiten. [...] Angesichts der Tatsache dass das Üben von Bewegungen, mit dem man jemanden auf verschiedene Arten töten kann, auch diese Fertigkeit trainiert, müssen wir uns fragen: Wollen wir eine Generation von Menschen, die wissen, wie man Menschen mit Messern, Schwertern und Gewehren tötet?" Laut Anderson wolle man nur, dass das Militär solche Dinge, die sicherlich aus sehr unangenehm seien, tun könne, dazu habe man schließlich eine Armee. Jedoch wolle man nicht, dass ein Zehnjähriger dazu fähig wäre.

Die Debatte um den Einfluss gewaltdarstellender Medien auf Kinder war in den letzten Wochen in Australien wieder aufgeflammt, nachdem die Regierung um Entwürfe zu einer Ab-18-Klassifikation für Spiele gebeten hatte. Die daraufhin erhaltenen 60.000 Vorlagen zeigen nach O'Conner auf erschütternde Weise das Ausmaß des öffentlichen Interesses an einer solchen Medienklassifikation. Er unterstrich deshalb die Notwendigkeit einer Argumentation dafür: "Während die Regierung augenblicklich keine feste Meinung dazu hat, ob eine Ab-18-Klassifikation notwendig ist, glaube ich, dass es denjenigen, die diesen Umstand ändern wollen, obliegt, überzeugende Argumente dafür zu präsentieren."

Momentan gibt es in Australien keine Ab-18-Freigabe (R18+) für Videospiele. In Bezug auf Computerspiele besteht nur eine staatliche Altersfreigabe für Personen unter 15 Jahren (MA15+). Geht der Spielinhalt über diese Freigabe hinaus, wird das Spiel - wie etwa Grand Theft Auto San Andreas - für den Verkauf nicht freigegeben.

Quelle: news.com.au
Bild: Ian Muttoo unter CC-BY-SA

Julia Klein am Dienstag, 23.03.2010 11:32 Uhr

tagsTags: killerspiel nintendo wii nintendo wii xbox australien

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29 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • psylock am 25.03.2010 11:18:14

    selten so gelacht... Aber mal was Anderes, wenn dem so wäre das man durch das fuchteln lernen würde wie man mit Klingenwaffen umgeht, dann bräuchte man noch ein Spiel das ein halbwegs realistisches Kampfsystem hätte und das gibt's einfach nicht. Das einzige was mir da einfällt ist "Severance" ...

  • MrDraco am 25.03.2010 10:20:39

    Potential für erhöhte Interaktivität Ernsthaft: Unter welchen Drogen/Psychischen Krankheiten leidet der? Erst wird gemotzt, das die Gamer sich nicht genug bewegen und jetzt ist das auch wieder nicht richtig? (Und seit wann gibt es Manhunt oder auch nur GTA für die Wii? :eek: Das g ...

  • SluGGer1 am 25.03.2010 05:09:20

    normalerweise hats wenig sinn sich über diese themen aufzuregen, politiker sind meist anfang 50 und drüber und haben den, dem allgemeinen spieler potentiellen amokläufer attestierten, realitätsverlust bereits erlitten. das ganze ist aber ein gutes thema und gerade passend zur v ...

  • weTTexFry am 24.03.2010 16:06:57

    am anfang bewegt man sich zu wenig und wenn dann die technologie so weit ist bewegt man sich zu viel? okay sie ham schon recht das es lustiger ist einen charakter mithilfe des körpers zu steuern als nur mit einem joystick und das es daher die "suchtgefahr" (ich bin der ansicht alles macht süchtig, ...

  • am 24.03.2010 12:24:25

    Nachdem ich Star Wars gespielt habe, fühlte ich mich wie ein Jedi :D Quasi wär ich auch in der Lage gewesen mit einem Lichtschwert umzugehen... und erst die Säge in Rayman... ...

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