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Kanada: iPod-Steuer statt Abmahnungen und DRM?

Der kanadische Abgeordnete Charlie Agnus schlug kürzlich erneut die Einführung einer zusätzlichen Abgabe für Abspielgeräte in Höhe von 75 Kanadischen Dollar vor, um das nationale Urheberrecht zu entschärfen.

Der Politiker Charlie Agnus von der New Democratic Party schlug mehrere Veränderungen des kanadischen Urheberrechts vor. Ursprünglich wurde diese Novelle bereits im Januar 2008 eingebracht aber schnell wieder verworfen. Für alle tragbaren Abspielgeräte, die Musik speichern können, soll zusätzlich ein Aufschlag von umgerechnet rund 54,50 Euro zum regulären Kaufpreis erfolgen. Im Gegenzug sollen diverse Straftatbestände legalisiert werden. Urheberrechtlich geschütztes Material könnte demnach künftig straffrei für Recherchen, Rezensionen, Forschung, Entwicklung und die Durchführung privater Studien benutzt werden.

Der Politiker möchte die Rechteinhaber entlohnen, ohne DRM-Systeme oder Abmahnungen einsetzen zu müssen. Der Jurist Michael Geist hat teilweise seine Probleme mit der geplanten iPod-Steuer. Diese könnte man wegen der ungenauen Definition künftig auch problemlos auf Smartphones und PCs übertragen. Er würde sich wünschen, dass auch tragbare Abspielgeräte von Videos mit in den Gesetzesentwurf aufgenommen werden. Ansonsten könnte der Gesetzgeber eventuell auf die Idee kommen, dafür Aufschläge von 100 Dollar und mehr zu verlangen.

Man muss dabei auch bedenken, dass der Austausch von Dateien nicht grundsätzlich legal wäre. Auch wenn der Vorschlag das Urheberrecht aufweichen würde: Nicht jeder Filesharer wird automatisch nachweisen können, dass er seine Downloads im Namen der Forschung oder für einen Artikel für ein Printmagazin durchgeführt hat. Es könnten auch erhebliche Probleme beim Eintreiben der Steuer entstehen. Bei einem derart hohen Aufpreis steht zu befürchten, dass die Kanadier ihre Hardware im Ausland bestellen, um ihre Geräte weiterhin zum alten Preis zu beziehen.

Quelle: ZeroPaid
Bild: deviantart.net

Lars Sobiraj (g+) am Samstag, 20.03.2010 14:39 Uhr

Tags: kanada

vgwort
 
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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • codec am 20.03.2010 23:06:52

    oh man. na da kann es doch net lange dauern das diese kacke in dtl eingeführt wird. ist ja bekannt, hier nur das allerschlechteste einzuführen was ja vielen schadet. ...

  • LoL-O_Mat am 20.03.2010 20:36:38

    Das Problem, ohne große Labels dahinter würde den Mist von Lady Gaga und Co sowieso keiner kenne und kaufen. Und lieber hat man ein paar lächerliche Prozent von den gigantischen Einnahmen und die ganze Aufmerksamkeit, als weiter allein ohne Aufmerksamkeit und Geld zu leben. ...

  • wizard2k am 20.03.2010 20:18:28

    8,3 % Künstler omg. Ich glaue die Künstler selber sollten sich nach neuen Möglichkeiten umsehen. 47,3 % Musikfirmen + 12,1 % Abgaben für Aufführungsrechte (GEMA) = Mögliches Sparpotential ...

  • LoL-O_Mat am 20.03.2010 18:48:45

    Man muss ja auch mal an die Künstler denken, die ihren Koks Lifestyle finanzieren müssen. Musik - Wer am 99-Cent-Download verdient: 47,3 % Musikfirmen | 25,3 % Kreditkartenunternehmen und Finanzabwickler | 12,1 % Abgaben für Aufführungsrecht ...

  • Richard_Gear am 20.03.2010 17:37:48

    dann brauchen die aber 10.0000 neue Mounties an der Grenze. So gut wie jeder Kanadier fährt zum einkaufen in die USA. ...

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