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Bayern: Demnächst ab 22 Uhr kein Alkohol mehr?

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann strebt derzeit ein generelles Verkaufsverbot von Spirituosen ab 22 Uhr an. Der Polizeigewerkschaft geht selbst das nicht weit genug. In Baden-Württemberg ist ab dem 1. 3. nachts der Verkauf von Alkohol komplett verboten.

Joachim Herrmann kündigte erneut Gegenmaßnahmen an, nachdem kürzlich die polizeiliche Kriminalstatistik veröffentlicht wurde. Sie stellt bei Jugendlichen starke Zusammenhänge zwischen dem Alkoholkonsum und Gewalthandlungen her. Hochprozentige Spirituosen würden in Bayern dementsprechend ab 22 Uhr nicht mehr an Trinkhallen oder Tankstellen erhältlich sein. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) fordert ein weit härteres Vorgehen. Es müsse Schluss mit der Bayerischen „Ankündigungspolitik“ sein. Wer Marktführer der Inneren Sicherheit sein will, der muss auch handeln.

Die DPolG fordert seit fast zwei Jahren die Einführung eines generellen Verkaufsverbots für Alkohol an Tankstellen und Trinkhallen zwischen 20 und 6 Uhr. Die Kriminalstatistiken der vergangenen Jahre hätte eine ständige Zunahme von Gewaltdelikten unter Alkoholeinfluss festgestellt. Bei den Heranwachsenden wäre das „Vorglühen“ zu einem allabendlichen Ritual geworden, dies gelte insbesondere an den Wochenenden. Die Jugendlichen würden vornehmlich Tankstellen anfahren, um sich für die ganze Nacht einzudecken. Bereits im März 2008 hatte die DPolG öffentlich in einem Schreiben an den Minister auf die Notwendigkeit eines nächtlichen Verkaufsverbots von Alkohol hingewiesen. Sie verwiesen auf Baden-Württemberg, wo eine solche Regelung seit dem 1. März 2010 gilt.

Offenbar hält man derartige Freiheitseinschränkungen aller Bürgerinnen und Bürger für gerechtfertigt. Bei Gewalttaten wären die Polizisten häufig die Leidtragenden der jetzigen Situation. Die Polizei geht tatsächlich davon aus, dass der Konsum stark zurückgehen würde, sobald die Jugendlichen ab einer bestimmten Uhrzeit keinen Zugang mehr zu Alkohol hätten. Von einem generellen Alkoholverbot wären aber natürlich alle Konsumenten betroffen, die dann nicht mehr frei entscheiden dürfen, wann sie welche Ware einkaufen. Es bleibt abzuwarten, ob andere Länder tatsächlich dem Vorbild Baden-Württembergs folgen werden.

Quelle: Cop2Cop
 

Lars Sobiraj am Samstag, 20.03.2010 13:42 Uhr

tagsTags: deutsche bahn alkohol joachim herrmann

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89 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • frogger9 am 23.03.2010 14:09:05

    Das soll natürlich nicht nur für Bier gelten, Wein/Sekt ab 50€ und Schnapps 200€ die Pulle. Sowas kenn ich aus Singapur, eine 0,7l Flasche Barcadi 70$, aber auch in den nordischen Staaten ist Alcohol teuer. Behindert allerdings keinen, trotzdem zu trinken. ...

  • Pubes am 23.03.2010 12:58:00

    Tagtäglich? Wo lebst du den bitte? Da wo ich herkomme sind die wenigsten so beschränkt, an der Tanke Schnaps zu kaufen. Allein das Bier ist schon viel zu teuer und eine reine Notlösung. Ich halte das Gesetz einfach für sinnlos. Spontankäufe werden eingeschränkt, mag sein, das heilt unsere ve ...

  • elcraxoenormo am 22.03.2010 22:50:41

    Was ist die Problematik an Spontankäufen? Man wird ja wohl kaum um 12 Uhr beschließen "ach ja gehn wir zur tanke und veranstalten ein kleines Komasäufele" das hab ich einfach in meinem Leben noch nicht gesehen und ich bezweifle das es bei den gefährdeten so abläuft.[/QUOT ...

  • sicDaniel am 22.03.2010 22:35:26

    Der einzige "Erfolg" wird sein, dass die Einnahmen zurückgehen. Wie gesagt, da es nicht die Spontankäufer sind, die irgendein Problem verursachen, wird hier auch kein Problem gelöst, also wo ist der Erfolg? ...

  • Dradka am 22.03.2010 22:18:18

    Gegen Vorratseinkauf zielt das Gesetz auch nicht ab. Was ist die Problematik an Spontankäufen? Man wird ja wohl kaum um 12 Uhr beschließen "ach ja gehn wir zur tanke und veranstalten ein kleines Komasäufele" das hab ich einfach in meinem Leben noch n ...

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