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Britische Studie: 80% würden auf Filehoster wechseln

Eine aktuelle Studie des britischen Internet-Anbieters TalkTalk kam zu dem Ergebnis, dass die Einführung der Warnbriefe und der Trennung vom Internet (Three-Strikes) zwar die P2P-Transfers eindämmen könnte. An der Problematik würde sich aber grundsätzlich nichts ändern.

Die Untersuchung wurde bei 18 bis 34-jährigen Personen durchgeführt, von denen die meisten angaben, dass sie bei einer Einführung der Three-Strikes Gesetzgebung lediglich die Quellen für ihre Medien wechseln würden. Die absolute Mehrheit würde bei ihrem Konsumverhalten illegaler Inhalte bleiben.

Andrew Heaney von TalkTalk sagte, die geplante Gesetzgebung sei sowohl "albern als auch gefährlich". Er sieht insbesondere die Trennung der Filesharer vom Internet als den falschen Schritt an. Die Musikwirtschaft würde über eine lange Tradition verfügen, neue Technologien anzugreifen, anstatt sich ihrer zu bemächtigen. Die geplante Digital Economy Bill würde ihn an seine Zeiten als Teenager erinnern, als alle Jugendlichen sonntags vor der Hi-Fi-Anlage verbrachten, um die Top 40 der Charts auf Kassette aufzunehmen. Über diese Mitschnitte hatten sich ebenfalls einige Labels aufgeregt. Er sieht deutliche Parallelen zwischen damals und der heutigen Debatte.
 
80% der befragten jungen Erwachsenen würden lediglich andere Kanäle suchen, wo sie ihre Musik ohne Gefahr beziehen können. "Es ist egal, wie viele Webseiten blockiert, wie viele Familien beschnüffelt oder wie viele Kunden vom Internet getrennt werden. Musikfans werden immer auf die Inhalte zugreifen, die sie online für umsonst kriegen können." Das alleine würde die Labels nicht retten. Diese als abschreckend gemeinte Wirkung wäre völlig aussichtslos. Die Probleme könnten nur dann gelöst werden, wenn die Musikindustrie Geschäftsmodelle entwickelt, die die Bedürfnisse der Menschen im digitalen Zeitalter berücksichtigt. Würde man den Konsumenten geben, wonach sie verlangen, so würden die Labels auch wieder mehr Geld verdienen.

In die gleiche Kerbe schlug kürzlich auch die Geschäftsführerin vom Verband abhängiger Tonträger (VUT). Eva Kiltz strich dabei die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der Musikwirtschaft und der Internet-Anbieter heraus. Im gulli:interview sagte sie: "Trotzdem glaube ich nicht, dass (Three-Strikes) die richtige Lösung ist. Die richtige Lösung wäre einen Modus zu finden, in dem von vornherein völlig klar ist, dass diejenigen die Technik vertreiben und die, die Inhalte vertreiben, auf Gedeih und Verderb aneinander geschweißt sind, quasi aneinander gefesselt. Und dass sich daraus neue Geschäftsmodelle und Kooperationen ergeben, die es nicht nötig haben Verbote auszusprechen. Sondern die Dinge ermöglichen, die den Kunden dann auch Spaß machen."
 

Lars Sobiraj am Donnerstag, 18.03.2010 18:21 Uhr

tagsTags: talktalk bvmi kiltz heaney

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15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • DieIndependents am 19.03.2010 10:51:53

    vom Verband abhängiger Tonträger (VUT). zur News Neneneneee, das ist der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V., weil das mit den Tonträgern, das haben wir s ...

  • ironkung am 19.03.2010 00:00:00

    Und wieder zeigt sich was Studien wert sind. Von wem wurde sie in Auftrag gegeben? Provider Wer zieht einen nutzen aus dieser Studie? Provider Wer ist der verlierer dieser Studie? Three Strikes Was haben wir gelernt? Studien sind das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben sind. ...

  • Krauthahn am 18.03.2010 23:56:53

    Die sollen Musik endlich als MP3 auf Speicherkarten und mit Coverhülle verkaufen und natürlich günstiger. Wer legt denn bitte noch eine CD rein, wenn er auf seinem Rechner einfach durch seine Sammlung und Playlisten navigieren kann und zum Rippen bin ich auch zu faul, da ist ja Downloaden schnell ...

  • NecroniX am 18.03.2010 23:13:13

    Im Grunde wünsch ich mir das die Briten mal das Three Strikes Gesetzt einführen. Dann kann man schön von Deutschland aus mit ansehn wie eine komplette Nation gegen die Wand fährt. Das was die Politiker immer noch nicht begriffen haben, ist das das Internet kein Ankerpunkt unserer Geselschaft g ...

  • salbei am 18.03.2010 22:59:12

    In die gleiche Kerbe schlug kürzlich auch die Geschäftsführerin vom Verband abhängiger Tonträger (VUT). Ich wusste gar nicht, dass Tonträger abhängig machen. Dann bin ich jetzt dafür, Tonträger zu verbieten. Für das totale Tonträgerverbot, da tontrà ...

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