
Bereits im Jahr 2008 wandte sich das britische Verbrauchermagazin "Which?" an die Solicitors Regulation Authority (SRA), die Berufskammer aller Juristen Großbritanniens. Man erklärte, dass die Anwälte David Gore sowie Brian Miller von der Kanzlei Davenport Lyons einfache Bürger "schikanieren" und ein "exzessives" Verhalten an den Tag legen. Und dies alles im Auftrag von Rechteinhabern, die massenweise über die Kanzlei Abmahnungen versenden lassen.
Die Kanzlei würde hunderte Abmahnschreiben versenden. Darin würde Schadensersatz und die Kosten für die angeblich begangene Urheberrechtsverletzung gefordert. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, wird mit einem gerichtlichen Prozess gedroht. Deborah Prince, leitende Juristin bei Which erklärte: "Wir freuen uns, dass zumindest etwas Bewegung durch die SRA in die Sache kommt und hoffen, dass sich das Blatt damit endgültig in Richtung der Konsumenten wendet. Wir wollen einige entschlossene Handlungen sehen, um diese Einschüchterungs-Taktiken aufzuhalten. Hätte die SRA unsere Beschwerde nicht verfolgt, so wäre deren Entscheidung sehr schwerwiegend für die Regulierung des Berufsstandes gewesen."
Die beiden Abmahnanwälte haben sich zwischenzeitlich rechtlichen Beistand geholt. Vertreten werden sie durch den Anwalt Mark Stephens von der Kanzlei Stephens Finers Innocent. Dieser bestreitet die Anschuldigungen des Verbrauchermagazins vehement. Davenport Lyons würde eine lange Tradition fortsetzen, bei der es um den Schutz der Rechte von Kreativen und Künstlern geht. Die dabei angewandten Methoden hätten sich als beste Wahl für die Industrie dargestellt. Sogar die Digital Economy Bill würde darauf bauen.
Tatsächlich beinhaltet die Digital Economy Bill die Möglichkeit, Urheberrechtsverletzer per Brief zu verwarnen. Diesen Schreiben ist jedoch keine dreistellige Kostennote beigefügt. Nach Ansicht von Stephens ist es nicht korrekt, das Verhalten seiner Mandanten als falsch darzustellen. Darüber hinaus hätte man 100 Prozent aller Prozesse gegen Filesharer gewonnen, die vor Gericht gelandet sind.
Natürlich gäbe es eine "gewisse Beunruhigung" bezüglich der Informationen, die der Internet Service Provider bereitstellt. In einigen Fällen hätte der Provider anhand der IP-Adresse tatsächlich die falschen Personen identifiziert. Als man den Fehler entdeckt hatte, wurden die Fälle aber nicht weiter verfolgt. Interessant ist jedoch folgende Äußerung: Man sei auch auf Personen gestoßen, die ihre PCs mangelhaft gesichert hatten. So war es Dritten möglich darauf zuzugreifen. Auch diese Fälle hätte man nicht weiter verfolgt.
Das Disziplinartribunal wird nun alle Anschuldigungen der Beschwerde prüfen. Bei einer Bestätigung kann das Tribunal noch in diesem Jahr abgehalten werden. Die Kanzlei Davenport Lyons wollte der Lawgazette keinen Kommentar zur Situation geben.
Quelle: Lawgazette
Bild: sixthform
Klaus Müller am Mittwoch, 17.03.2010 09:32 Uhr
Daran sieht man wieder den großen Unterschied zwischen Deutschland und Großbritannien. In Großbritannien sind viele Bürger, Politiker, Verbrauchermagazine u.s.w verärgert über die Machenschaften von diesen Abmahnkanzleien. In Deutschland hingegen sind es leider nur die normalen Bürger(wobei ...
Die dabei angewandten Methoden hätten sich als beste Wahl für die Industrie dargestellt. Ja klar ... würde es keinen Gewinn geben, wäre es nicht die beste Wahl! ... die Leute müssen ja davon Leben können! Tatsächlich beinhaltet die Digital Economy B ...
Die britische Rechtsanwaltskammer hat zwei Juristen der Kanzlei Davenport Lyons vor ein Disziplinartribunal bestellt. Die Kanzlei ist in Großbritannien dafür bekanntgeworden, Abmahnungen an Filesharer zu versenden. [url=http://www.gulli.com/news/gro-britannien-abmahnanw-lte-auf-dem-pr-fstand-2010 ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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