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Schweden: Personalzuwachs für Pirateriekampf

Zur besseren Strafverfolgung von Urheberrechtsverletzern scheut man offensichtlich keine Kosten und Mühen, wie ein aktueller Bericht eines schwedischen Nachrichtenportals vermuten lässt.

Nach dem doch beeindruckenden Erfolg der schwedischen Piratenpartei bei der Europawahl scheinen manche Dinge in Schweden nicht mehr so rund zu laufen, wie sie sollten.

Erste Umfragewerte haben inzwischen sogar ergeben, dass bei einer Wahl in Schweden die Piratenpartei weit mehr als einen oder zwei Sitze im Parlament erhalten würde. Die Zeichen stehen vorsichtig auf Sturm, denn offensichtlich sieht das Volk größere Probleme im Kampf gegen Urheberrechtsverletzer als für diese - und selbstverständlich andere politische Werte. Darum mag folgendes Szenario, von dem Local.se berichtet, ein wenig verwundern. Man greift ein Ermittlungsszenario aus dem Jahr 2008 auf. Damals wurden zwei Staatsanwälte ausschließlich damit beauftragt, gegen Urheberrechtsverletzer zu ermitteln. Das Hauptaugenmerk lag dabei selbstverständlich auf den Tätern mit gewerblichem Hintergrund, doch mit der Zeit wuchs auch die Zahl der verfolgten Filesharer an, die bedauerlicherweise mehrere hundert oder gar tausend Werke via einer P2P-Software verbreiteten. Der Arbeitsaufwand, diese zu ermitteln, zu befragen, die Ergebnisse auszuwerten, weitere Schritte einzuleiten und so weiter sind hierbei nicht zu verachten, weshalb man nun die Kapazitäten, die den beiden Staatsanwälten zur Verfügung stehen, drastisch aufgestockt hat. Diese konnten ihren Auftrag nämlich nicht mehr richtig erfüllen.

Bislang ist die Rede von 15 (!) Polizeibeamten, die sich ausschließlich um Ermittlungstätigkeiten im Bereich Urheberrechtsverletzungen bemühen sollen. Natürlich kann mit dieser großzügigen Personalaufstockung nun auch vermehrt gegen einzelne Nutzer von Tauschbörsen vorgegangen werden, dennoch wirkt das Ganze etwas abstrus. Nicht, dass der Kampf gegen Urheberrechtsverletzer grundsätzlich falsch wäre. Wenn diese gewerblich handeln und Profit aus ihren Geschäften schlagen, kann man ihre Verfolgung durchweg begrüßen. Die Jagd nach individuellen Personen, die vermutlich nur aus Unwissen über die Funktionsweise einer Tauschbörsensoftware zahlreiche Werke anbieten, passt aber nicht so ganz in das Bild. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass hier 15 Polizeibeamte bei "Verbrechen" ermitteln, die am Ende im heimischen Kinderzimmer enden. Während aus Sicht der Bevölkerung weitaus bedeutendere Straftaten auf der Strecke bleiben, weil Polizeibeamten dort fehlen. Das Wahlergebnis hat eigentlich deutlich gezeigt, dass viele Schweden die Kriminalisierung von einfachen Filesharern für das größere Problem halten. (Firebird77)

(via zeropaid, thx!)

(Bild via telekom-presse, thx!)

News Redaktion am Mittwoch, 17.06.2009 17:06 Uhr

tagsTags: filesharing p2p urheberrechtsverletzung piraterie polizei schweden werk kriminalisierung local personalzuwachs

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • eliveo am 18.06.2009 19:49:14

    Ja, noch sind die Deutschen Piraten in keinem Parlament vertreten. Aber vielleicht ändert sich das noch. ...

  • Ghandy am 17.06.2009 22:29:34

    Davon sind die deutschen Piraten noch weit entfernt aber gut, die haben ja auch erst viel später damit angefangen zu existieren. ...

  • cestlavie am 17.06.2009 21:18:31

    Bin wirklich mal gespannt wie viele Stimmen die schwedischen Piraten bei der nächsten Wahl bekommen werden. Könnte mir irgendwas um 10% herum vorstellen. Wünschenswert wäre das allemal! Das gäbe der internationalen Piratenbewegung bestimmt weiteren Aufschwung. ...

  • flippy08 am 17.06.2009 17:53:51

    Nichts was in Tauschbörsen Angeboten wird ist Gewerblich, da wieder Name schon sagt GETAUSCHT wird. Sie könnte sich die ganze Abteilung also sparen. Oder meinen die Pay FTP Sites ? Wohl eher nicht... Sieht für mich wie eine Verzweifelungs tat aus bevor sie ganz in der Versenkung verschwinden ...

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