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Google News: Nur 7 Prozent aller News sind "Unikate"

Das NiemanJournalismLab der Harvard University hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie viele der bei Google News angezeigten Artikel wirklich selbstrecherchierte Unikate sind. Das Ergebnis fiel dabei sehr deutlich aus.

Mediengiganten wie Rupert Murdoch halten seit einiger Zeit daran fest, dass es im Internet nur den Contentklau gibt. Die Kostenlos-Kultur sei schuld daran. Dabei mag es in Wahrheit vielmehr so sein, dass Google News zusätzliche Leser auf die zahlreichen Nachrichtenportale führt. Die Leser dieser Kostenlos-Kultur werden hierbei jedoch oft genug enttäuscht. Qualitätsjournalismus ist immer seltener die Norm. Meldungen von Nachrichtenagenturen werden oft genug ohne jedwede Anpassung verwendet.

So passiert es, dass viele Nachrichtenportale praktisch denselben Inhalt zu einem bestimmten Ereignis anbieten. Abgrenzungen sind nur durch den Stil und die Aufmachung der einzelnen Portale erkennbar. Doch wie spürbar sind diese Auswirkungen? Das NiemanJournalismLab der Harvard University hat sich damit auseinandergesetzt.

Als Ausgangspunkt wählte man eine News, die sich mit dem Konflikt zwischen Google und China befasste. Genauer gesagt der angeblichen Involvierung chinesischer Schulen. Man fand 121 Artikel zum Thema. Bekanntermaßen akzeptiert Google-News keine identischen Textkopien. Folglich gab es bei diesem Wert also auch keine Verzerrung durch Duplikate. Die Ergebnisse sprechen dennoch für sich:

  • Lediglich 11 Prozent der Artikel (13 Stück) beinhaltet neue Aspekte, die durch eigene Recherche hinzugefügt wurden. Ein Artikel zählte bei dieser Erfassung dann als Unikat, wenn ein eigenständig recherchiertes Wortzitat vorhanden war.
  • Nur sieben Artikel (sechs Prozent) basierten vollständig auf eigener Recherche und Berichterstattung. Dazu gehörten die New York Times, die Washington Post, das Wall Street Journal, der Guardian, Tech News World, Bloomberg, Xinhua (China) und die Global Times (China). Diese Sieben hatten eigene Recherche betrieben.
  • Von den 13 Artikeln, die eigene Aspekte beinhalteten, waren diese wie folgt nach Medienart unterteilt: 8x Print, 4x Rundfunk und 1x Online. Es handelte sich also um eine klassische Nachricht einer Zeitung.
  • Neun Berichte (sieben Prozent) gaben die Quellen ihrer Informationen nicht an. Fünf weitere Artikel waren diesbezüglich undeutlich.
  • Die Financial Times wurde aus dem Google-News-Ranking ausgeschlossen. Dies bedeutet, dass deren Artikel zum Thema nicht erfasst wurde. Der Grund dafür ist nicht klar. Das NiemanJournalismLab vermutet jedoch, dass ein Zusammenhang zu deren Paywall bestehen könnte.

Man vermerkt abschließend, dass diese Analyse nicht repräsentativ ist. Schließlich habe man nur eine Meldung herausgepickt. Einige kleinere Meldungen von Blogs könnten hier beispielsweise vollständig untergehen. Man erhält jedoch einen groben Überblick, wie viel "Journalismus" in einer Meldung steckt. Insbesondere einer Meldung, die quer durch alle Medienorgane ging.

(via guardian, thx!)
(Bild via itsystemkaufleute, thx!)

Klaus Müller am Montag, 15.03.2010 20:34 Uhr

tagsTags: google google news

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • flo8464 am 16.03.2010 10:54:24

    Gulli News: Nur 7 Prozent aller News sind von allgemeinem Interesse *scnr* ...

  • Loddafnir am 16.03.2010 10:43:32

    Also das es dazu die Harvard University braucht :confused: Es ist doch längst bekannt, daß nahezu alle Nachrichtentexte von den 3 oder 4 großen Agenturen stammen bzw. eingekauft werden. Je nach Zeitung werden halt ein wenig die Sätze umgestellt. Das wars.. ...

  • salbei am 15.03.2010 23:01:27

    Manchmal würde ich mir auf Gulli wünschen, die Heise-News nicht nochmal rausfiltern zu müssen ^^ ...

  • uhh am 15.03.2010 21:53:47

    Von den 13 Artikeln, die eigene Aspekte beinhalteten, waren diese wie folgt nach Medienart unterteilt: 8x Print, 4x Rundfunk und 1x Online. Es handelte sich also um eine klassische Nachricht einer Zeitung Dabei ist doch inzwischen die Rede vom Tod der Printmedien... hinsichtlich der ...

  • Firebird77 am 15.03.2010 20:34:24

    Das NiemanJournalismLab der Harvard University hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie viele der bei Google News angezeigten Artikel wirklich selbstrecherchierte Unikate sind. Das Ergebnis fiel dabei sehr deutlich aus. [url=http://www.gulli.com/news/google-news-nur-7-prozent-aller-news-sind- ...

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