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Australien: iiNet muss Daten an AFACT aushändigen

Die Auseinandersetzung zwischen dem australischen Provider iiNet und der Australian Federation Against Copyright Theft (AFACT) hat sich erneut zugespitzt.

In Australien versucht der Anti-Piraterie Verband AFACT seit geraumer Zeit, gegen den Provider iiNet vorzugehen.

Insbesondere wird hierbei versucht, die Forderungen von Vertretern der Filmindustrie, wie Sony Pictures, Twentieth Century Fox, Disney Enterprises und vielen weiteren durchzusetzen, die iiNet vorwerfen, Urheberrechtsverletzungen über seine Netzwerke zu gestatten. Der Verband hatte iiNet bereits aufgefordert, ermittelten Urheberrechtsverletzern ihren Internetzugang abzustellen. Eine Aufforderung, der iiNet jedoch sinnigerweise nicht nachgekommen ist, was zu weiteren Spannungen führte. Es folgte die "Einschleusung" eines Ermittlers der Industrie, welcher als gewöhnlicher iiNet-Kunde auftrat und "autorisierte Urheberrechtsverletzungen" über deren Netze beging, um Beweise gegen verdächtigte Piraten zu sammeln. Man beschwerte sich bei iiNet über die Tatsache, dass der eigene Ermittler ohne Probleme Urheberrechte verletzen konnte, und forderte Maßnahmen dagegen. iiNet jedoch weigerte sich, woraufhin AFACT dem Provider vorwarf, dass man sehr wohl Kenntnis über die rechtsverletzenden Taten der eigenen Kundschaft hätte, jedoch nichts dagegen unternehmen wolle.

Ein aktueller Bericht von iTNews hebt das Geplänkel auf eine neue Ebene, denn offensichtlich hat das australische Federal Court iiNet angewiesen, gespeicherte Daten zu 20 von AFACT ermittelten Piraten an den Verband auszuhändigen. Die Datensätze sollen dabei sämtliche gespeicherten IP-Adressen sowie deren "Download Verlauf" enthalten. Eine Formulierung, über die sich nur schwerlich erahnen lässt, wie viele Details man schlussendlich preisgeben muss. Im Prozess will AFACT dieses Material jedoch offensichtlich als Beweisstücke einbringen. Die Piraten selbst dürften jedoch wohl auf der sicheren Seite sein. Informationen, die sie identifizieren können, werden vorab entfernt. Wie Steve Dalby von iiNet erklärte, sollte es ursprünglich noch schlimmer kommen. Die erste Forderung von AFACT bezog sich auf Datensätze zu 300 bis 400 Kunden.

Laut einem Sprecher von AFACT wurden diese 20 iiNet-Kunden von dem Verband deshalb "nominiert", weil die eigenen Ermittler erhebliche Datentransfers von diesen aufgezeichnet hätten. Nach Ansicht von AFACT Executive Director Adrianne Pecotic sei man sich sicher, dass die Datenbeispiele dieser 20 iiNet Kunden mehr als adäquat seien, um das rechtsverletzende Verhalten der iiNet-Kunden zu beleuchten. Eine sehr selbstsichere Aussage, wenn man bedenkt, dass diese 20 Personen für alle iiNet-Kunden stehen sollen. Dabei wurde auch nicht "zufällig" ausgewählt, sondern gezielt nach Urheberrechtsverletzern gesucht. Wie man also zu der Ansicht kommt, alle iiNet-Kunden in einen Topf zu werfen, ist schleierhaft.

iiNet versucht derweil auf eine andere Problematik dieser Auseinandersetzung aufmerksam zu machen: "AFACT hat uns nicht gesagt, was genau man von uns erwartet zu tun. Sie haben einfach gesagt, dass wir keine verlässlichen Maßnahmen haben, um Urheberrechtsverletzungen in unserem Netzwerk zu unterbinden. Wir versuchen herauszufinden, welche Einrichtungen als verlässlich definiert werden. Es gibt 4oo Provider, die in Australien agieren. Wenn man von uns erwartet, spezifische Schritte einzuleiten, die niemand sonst durchführen muss, würden wir dies als unverhältnismäßig betrachten. Also fragen wir AFACT unter Wahrung der Vertraulichkeit des Gerichts - Welche Vereinbarungen hat man mit anderen Providern?" Diese Frage dürfte bald beantwortet werden, da die Gerichtsbarkeit hierüber bereits der Ansicht war, dass iiNet ein Recht darauf hat, jedwede Anfrage die AFACT an andere Provider gestellt hat, einzusehen. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

(Bild via tech2morrow, thx!)

News Redaktion am Mittwoch, 17.06.2009 17:29 Uhr

tagsTags: p2p urheberrechtsverletzung afact iinet gericht aushändigung ip-adresse daten australien

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