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Neuseeländer filtern das Netz zentral

In Neuseeland wurden im vergangenen Monat zentralisierte Netzfilter eingeführt. Allerdings "vergaß" man, dies den Bürgern mitzuteilen - bis die Regierung von der Aktivisten-Gruppe Tech Liberty dazu gezwungen wurde.

Thomas Beagle, ein Sprecher von Tech Liberty, sagte, die Gruppe sei "sehr enttäuscht" über die Einführung der Filter. 

Beagle hatte in einem Interview mit dem Magazin Computerworld erklärt, die Filter seien bereits seit dem 1. Februar aktiv. Darüber sei die Bevölkerung jedoch zunächst nicht informiert worden.

Steve O'Brien, Sprecher des zuständigen Department of Internal Affairs (DIA), bestritt, dass man versucht habe, die Bevölkerung zu hintergehen. Das System sei zwei Jahre lang in der Testphase gewesen, worüber Medien und öffentlichkeit stets informiert gewesen seien.

Ziel des Filters ist - wie auch in vielen europäischen Ländern, die ähnliche Methoden anwenden - die Bekämpfung kinderpornographischer Darstellungen. Die Anwendung des Filters soll nicht gesetzlich vorgeschrieben sein, sondern anhand von Verträgen erfolgen. Die meisten großen ISPs haben aber bereits angekündigt, mitziehen zu wollen. Entsprechende Informationen werden vom DIA zwar nicht öffentlich gemacht; Tech Liberty nennt aber Einzelheiten zu einigen ISPs. So sollen Telstra Clear, Telecom und Vodafone bereits ihre Teilnahme zugesagt haben. Einige andere ISPs kündigten allerdings auch an, dass sie auf die Filterung von Websites verzichten werden.

Der Filter basiert auf dem schwedischen "Netclean Whitebox"-Filter. Mit Hilfe des Border Gateway Protocol werden aufgerufene Websites mit einer zentralen Blacklist abgeglichen. Diese wird monatlich überprüft, um irrtümlich gesperrte Seiten zu entfernen. Angeblich sollen sich rund 7000 Websites auf der Liste befinden.

Tech Liberty befürchtet, dass die Filter-Technologie für technische Probleme durch Überlastung bestimmter Netzwerk-Komponenten sorgen oder zum Angriffsziel für Hacker werden könnte. Zudem sind die Aktivisten auch über die Ausweitung der Macht der Regierung besorgt, die sie in dem Filter sehen - insbesondere, da die Listen geheim und somit für die Bevölkerung nicht transparent sind.  

(via The Register, thx!)

(Bild via TheJader @ DeviantArt, thx!)

Annika Kremer am Freitag, 12.03.2010 23:19 Uhr

tagsTags: netzsperre

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • exd am 14.03.2010 14:12:29

    nanu seid hunderten von jahren werden kinder missbraucht und auf einmal interressiert es die politik und sorgt sich um die armen kinder??? ach nee, die pedophilen sollen das zeug ja nur nicht sehen können besser ist es das sie losziehen und sich kinder suchen. ist das internet voll von cps? oder ...

  • soricsoon am 13.03.2010 12:13:34

    Die neuseeländische Regierung legt zudem Wert auf die Verdeutlichung, dass kein Provider gezwungen werde, an dem Filterprojekt teilzunehmen. Quelle: ...

  • FloFX am 13.03.2010 11:23:04

    ... aber sind Politikern Kinder nicht völlig egal? Naja, wäre es nicht so, dann würden sie etwas gegen Kinderarmut Weltweit tun ... Wieso mit weltweit anfangen, wenn es hier genug zu tun gäbe? Sie sollten erstmal das Wahlrecht für Kinder einführen - bis 18 wah ...

  • Sempralon am 13.03.2010 07:41:19

    Steve O'Brien, Sprecher des zuständigen Department of Internal Affairs (DIA), bestritt, dass man versucht habe, die Bevölkerung zu hintergehen. Das System sei zwei Jahre lang in der Testphase gewesen, worüber Medien und Öffentlichkeit stets informiert gewesen seien. Ach ...

  • am 13.03.2010 06:33:47

    Ziel des Filters ist - wie auch in vielen europäischen Ländern, die ähnliche Methoden anwenden - die Bekämpfung kinderpornographischer Darstellungen. Ich liebe diesen Scheinheilligen Mist. Sind das die selben Kinder die verborgen hinter einem Vorhang misshandelt werden unter auss ...

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