
Dass die Contentindustrie unglaubliche Lobbybewegungen schultert, ist seit geraumer Zeit bekannt. Auch ist jedem klar, dass man seit dem Filesharing-Boom die Provider auf die eigene Seite ziehen wollte. In der Vergangenheit hat dies mit nüchternen Argumenten nicht geklappt. Nun versucht man es in der Sprache, die jedes größere Unternehmen lockt: Geld.
Im Auftrag der Universal Music Group hat die British Phonographic Industry eine Studie durchgeführt. Unter dem Titel "Gibt es einen kommerziellen Vorteil für ISP-basierte Musikdienste?" will man die britischen Provider scheinbar ködern. Die zugrundeliegende Idee ist im Kern nicht einmal schlecht. Die Provider sollen sich mit den Majorlabels zusammentun. Gemeinsam bietet man allen Providerkunden ein "Musik-Paket" zur DSL-Flatrate an.
Im "wahrscheinlichsten" Fall könne man 103 Millionen Britische Pfund (ca. 113 Millionen Euro) an Einnahmen bis zum Jahr 2013 erwarten. Im günstigsten Fall würde sich dieser Betrag sogar fast verdoppeln, auf 203 Millionen Britische Pfund (ca. 224 Millionen Euro). Grundlegende Voraussetzung ist jedoch, dass alle großen britischen Provider an einem Strang ziehen. Neben den immensen Einnahmen führt man weitere Pro-Argumente ins Feld.
Die Zahl der gekündigten Internetflatrate-Verträge würde zurückgehen, wenn an diese eine Musikflatrate gekoppelt ist. Laut der Studie könnte sich ein Provider mit 3,5 Millionen Usern somit 20 Millionen Britische Pfund (ca. 22 Millionen Euro) an Einnahmen erhalten. Man geht davon aus, dass ein Musik-Internet-Paket die Zahl der Kündigungen um zehn Prozent sinken lässt. Ob dem tatsächlich so ist, lässt sich natürlich schwer beweisen.
Sehr schnell zeigt die Erhebung aber, wohin der Pfad noch führen soll. So hält man fest, dass die Einnahmen zukünftig sogar noch mehr steigen könnten. Insbesondere wenn man den Kunden diesen Service anbietet, und gleichzeitig gegen illegale Musikdownloads vorgeht. Der Sinn der Aktion wird schnell klar. Man versucht die eigenen Probleme in die Schuhe der Internet Service Provider zu schieben.
Wenn diese von Musikflatrates profitieren, ist ihnen verständlicherweise daran gelegen, illegale Musikdownloads in ihren Netzen zu unterbinden. Auch eine interessante Möglichkeit, den eigenen Willen voranzubringen. Der Dumme ist am Ende vermutlich sowieso der Verbraucher. Wenn der Service später so umgesetzt wird, wie in der Studie beschrieben. Der Kostenpunkt läge bei zusätzlichen 6,49 Britischen Pfund (etwa 7 Euro) pro Monat. Dafür gibt es aber keine DRM-freien und qualitativ hochwertigen MP3-Downloads. Das Ganze wird lediglich als Stream angeboten.
Der britische Provider TalkTalk hat sich bereits ablehnend zu dem Angebot geäußert. Legale Downloads mögen zwar eine Goldgrube sein. Die momentan vorangebrachten Entwürfe für das Urheberrechtsgesetz würden aber gegen die Menschenrechte verstoßen. Unschuldige Breitband-Nutzer würden bestraft. Ein "Deal" mit der Musikindustrie ist also derzeit in weiter Ferne.
(via torrentfreak, thx!)
(Bild via tourdates, thx!)
Klaus Müller am Montag, 08.03.2010 22:04 Uhr
... oder die Truppe, die die Pet Shop Boys gecovert haben? Ääääh? Wer?!? :eek: ...
ironkung, das Problem ist, das es 3-6 Jahre dauert um einen Künstler wirklich aufzubauen, es ist also eine langfristige Investition! Leider sehen die aktuellen Manager lediglich ihre Quartalszahlen und setzen auf "One Hit Wonder" alá DSDS! Ferner setzen diese Manager auf Coverversionen, statt neu ...
Die ganze Musikindustrie ist ein reines Investitionsgeschäft. Man investiert in einen Künstler und hofft das er die Investitionen wieder rausholt, nichts anderes ist ein Plattenvertrag. Das selbe gilt für Filme, auch da investiert man blind und hofft das der Film ein Erfolg wird. In der Regel spi ...
Nun, d_dark_1 da muss ich etwas ausholen,ein recht guter Bekannter von mir hatte nicht unerhebliche Anteile an EMI ... dieser und etliche andere Aktionäre sahen auch ein, das man einen nicht unerheblichen Teil der Gewinne wieder in Künstler und neue Vertriebswege reinvestieren muss um Später wied ...
... Es wird sich nichts ändern, außer das es mal wieder Geld kostet und dieses Geld in die Taschen derer fließt, die es nicht verdient haben (Aktionäre) ... die Künstler sehen wieder nichts davon! ... Das musst du mir jetzt mal erklären. Dass es unfair ist, ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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