
Frankreich wird für immer als die Nation bekannt sein, die das Three-Strikes-Gesetz mit allen Mitteln umgesetzt hat. Das "Loi Hadopi" ist zu einem festen Bestandteil der Gesetzgebung geworden. Das eigentliche Ziel: Internetpiraterie drastisch senken, mit ebenso drastischen Maßnahmen. Wer dreimal hintereinander die Urheberrechte verletzt und dabei ertappt wird, findet sich in einem Gerichtssaal wieder. Neben einer empfindlichen Geldstrafe droht die Kappung der Internetleitung.
All das kann aber nicht verhindern, dass die Internetpiraterie-Rate in Frankreich so hoch ist wie nie zuvor. Neue Studien geben dem Ganzen einen greifbaren Wert. Wie die Times berichtet, sollen 42 Prozent der genutzten Software illegal kopiert sein. In Großbritannien liegt die Quote bei 26, in Deutschland bei 27 Prozent. Geht man nur in den südwestlichen Teil Frankreichs, steigt der Wert auf 49 Prozent an. Somit ist jede zweite urheberrechtlich geschützte Software illegal in Betrieb.
Der Schaden für die französische IT-Industrie - so hoch wie nie zuvor. Gerundet soll er bei 1,98 Milliarden Euro liegen. Ob die Zahlen übertrieben hoch sind, lässt sich schwer feststellen. Klar ist nur: Sie sind ein angemessenes Druckmittel, um härtere Sanktionen gegen Filesharer zu rechtfertigen. Besonders die Jugendlichen lassen sich davon aber wenig bis gar nicht beeindrucken, wie das französische IT-Unternehmen CeriseClub erklärt.
Für diese hätte sich illegales Filesharing zu einem "nationalen Sport" entwickelt. Makaber, insbesondere wenn man bedenkt, dass in Frankreich wohl das strengste Urheberrechtsgesetz der Welt gilt. "Die Franzosen empfinden es als eine kleine Genugtuung, wenn sie all die Systeme umgehen können, und es ist sehr schwierig sie dazu zu bringen, sich anders zu verhalten."
Gegenüber der französischen Zeitung "La Charent Libre" erklärt der 23 Jahre alte Rechtswissenschaften-Student "Alex", dass er sich kürzlich Software im Wert von 4.000 Euro installiert habe, darunter Anwendungen wie Adobe Photoshop oder Illustrator. 15 Minuten habe es gedauert und "du musst kein Genie sein. Jeder der eine Maus bedienen und Informationen aus Internetforen erfassen kann, ist dazu in der Lage." Studenten seiner Hochschule würden Wettkämpfe austragen, wer die kompliziertesten Programme cracken kann. "Es ist ihr liebster Sport".
Der "Sport" geschieht aber zumindest dort auch aus einer gewissen Not heraus. Im Südwesten Frankreichs ist die Armutsrate in Vorstädten besonders hoch. "Wo Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln sind, finden sich viele, die Lösungen erarbeiten, um für die Software nichts bezahlen zu müssen", so einer der Filesharer, die lieber anonym bleiben. Rechtfertigen kann es die Taten nicht. Aber ob der "Schaden" tatsächlich entstanden ist, bleibt genauso fragwürdig. Wer kein Geld besitzt, kann die Software nicht kaufen, selbst wenn er wollte.
Am Ende sieht es aber fast so als, als ob die französische Jugend gegen etwas aufbegehrt, das sie nicht ertragen will. Was offen bleibt, ist die Frage, wer als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen kann.
(via times, thx!)
(Bild via putsimply, thx!)
Klaus Müller am Dienstag, 02.03.2010 20:28 Uhr
Frankreich wird für immer als die Nation bekannt sein, die das Three-Strikes-Gesetz mit allen Mitteln umgesetzt hat. Hey ich war neulich in Frankreich am Strand. Wo? Na in Frankreich, französische Revolution und so? Wo?? Das Land, das mit allen Mitteln das Three-Strikes-Gesetz umge ...
Gibts in Frankreich auch diese Surfsticks für unterwegs, wo man einfach in den nächsten Discounter rennt und die Dinger kauft? Falls nein und die Leitung wird getrennt: Kurzurlaub in Deutschland, ein paar Surfer hier treffen, in den nächsten Lidl/Aldi was auch immer rennen, sich mit Surfsticks ( ...
Um es mit den Worten von Leia Organa zu sagen: "„Je brutaler Euer Zugriff wird, Sarkozy, umso mehr Filesharer werden durch Eure Finger schlüpfen!“ Mit den Franzosen ist nicht zu spaßen. Wenn sie sich nicht unterdrücken lassen wollen, rollen notfalls Köpfe! Vive la France! ...
Hallo, "leider" heißt es im gesetzestext wohl das der anschluss nach dreimaliger urherbrechtsverletzung gekappt werden KANN aber nicht muss. Tja wenn es "nur" geldstrafen gibt wird es da viele treffen aber vielleicht reicht das ja auch schon um den strum zu ernten den die regierung da säht. Ach ...
Und nächstes Jahr wird es dann wieder brennende Autos wegen der gekappten Leitungen geben :T:beer: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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