
Illegale Musikdownloads via P2P oder One-Click-Hoster (OCH) sind das Übel der Musikindustrie. Gegen die Krankheit scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Vielleicht tritt aber langsam der Selbstheilungseffekt ein. Wie das renommierte Marktforschungsinstitut NPD-Group meldet, sei die Zahl illegaler Downloads seit dem Jahr 2009 drastisch gesunken. Man habe einen Rückgang von insgesamt 25 Prozent verzeichnen können, wie der Chef-Analytiker dieser Studie, Russ Crupnick, mitteilt.
Crupnick hat auch eine Vermutung, wieso der Rückgang so drastisch ist: "Da draußen gibt es viele Leute, die inzwischen ihre Musiksammlung vervollständigt haben. Sie sind gesättigt mit bezahlter und unbezahlter Musik. Die Situation ist also im Sinne von 'Ich habe all das wichtige Zeug, das ich wollte, die japanischen Tracks, die Konzertmitschnitte. Ich bin glücklich mit der Sammlung, die ich jetzt habe'. Das wirkt sich auf die Nachfrage aus."
Aber auch weitere mögliche Ursachen zieht der Analytiker in Betracht. Er nennt unter anderem die steigende Zahl von Malware und Viren in P2P, die immer häufiger zu Problemen führen. Ein weiterer Faktor womöglich auch die zunehmende Zahl an werbebasierten Musikdiensten, wie Spotify, Pandora, Vevo und anderen. Diese Seiten ermöglichen dem Hörer, kostenlos Musik zu hören. Finanziert wird der Großteil davon via Werbung.
Bei der Umfrage landete ein markanter Punkt jedoch auf Platz 2: die Furcht, von der Musikindustrie verklagt zu werden. Zwar hat die US-Musikindustrie ihre Klagewellen gegen Filesharer eingestellt. Scheinbar haben diese jedoch tatsächlich eine abschreckende Wirkung. Verständlich, wenn man an die existenzvernichtenden Schadensersatzforderungen denkt.
Insbesondere in den USA war es in jüngster Vergangenheit zu einigen durchaus erschreckenden Urteilen gekommen. Sei es jetzt die alleinerziehende Mutter Jammie Thomas-Rasset, die zu einer Schadensersatzzahlung von 1,92 Millionen US-Dollar verurteilt wurde, oder der ehemalige Student Joel Tenenbaum, der an die Recording Industry Association of America (RIAA) satte 675.000 US-Dollar bezahlen soll. Im Vergleich dazu ist ein Urteil der vergangenen Woche geradezu harmlos. Hier wurde die inzwischen 22 Jahre alte Whitney Harper zu einem Schadensersatz von 22.750 US-Dollar verurteilt - für Taten, die sie im Alter von 15 Jahren beging.
Nach Ansicht von Crupnick sei "die Furcht vor Prozessen" nach wie vor unglaublich groß. Oft sei sie der ausschlaggebende Punkt, mit dem Filesharing aufzuhören.
Eigentlich eine erfreuliche Meldung für die Musikindustrie. Wenn weniger Leute auf illegale Weise ihre MP3s beziehen, so wird mehr Musik legal gekauft. So zumindest die Logik der Branchengrößen. Tatsache ist jedoch, dass eher das genaue Gegenteil der Fall ist. Im Jahr 2009 konnte die Musikindustrie einen Rückgang an Käufern, die Musikwerke legal erwerben, um rund 24 Millionen Personen verzeichnen. In diese Zahl fließt ein Rückgang von einer Million Käufern bei digitalen Musikdownloads ein.
Es stellt sich jetzt lediglich eine Frage: Man hat die potenziellen Kunden vom Filesharing urheberrechtlich geschützter Werke abgebracht. Nach deren Ansicht sollte es jetzt logisch sein, dass jeder bisher getätigte illegale Download sich zu einem Kauf wandeln sollte. Es passiert aber nicht. Wieso?
Hat jeder seine Sammlung vervollständigt und es gibt keine gute und neue Musik mehr? Oder hat man gar die eigenen Kunden so sehr vergrault, dass sie ihre Geldbörsen zukünftig geschlossen halten? Vielleicht ist es aber auch ein völlig anderes Ereignis, dass sich die US-Musikindustrie nicht eingestehen kann und wird. Nicht jeder illegale Download ist ein entgangener Verkauf. Zwar konnte man viele vom Filesharing abschrecken - gekauft wird trotzdem nicht mehr.
(via cnet, thx!)
(Bild via gamerant, thx!)
Klaus Müller am Montag, 01.03.2010 22:29 Uhr
Na haben die Amis auch endlich gecheckt, dass man mit OCH weniger Probleme hat. ...
Trotzdem war die Musik damals auch schon Mist. Wie erklärt sich die Musikindustrie das ? Naja, es ist ja immer Geschmacksache. Wer Chartsbrei hört, der gibt sich halt mit hingeklatschter Musik zufrieden. Aber es gibt ja Millionen von Tracks, die aktuell angeboten ...
Im Text steht es aber anders... Nämlich wie angemerkt, "die Single wurde nur in den USA verkauft". ;) Ist aber sowieso egal - Fakt ist, den ganzen Schrott will schon gar keiner mehr saugen. Und das spricht eindeutig gegen die Qualität von Film und Musik. :p Jupp, ...
Dann der MI aber noch die Schuld daran geben, dass sie eben dadurch kein Geld mehr hat, um es zu investieren, schlägt dem Fass den Boden raus und zeigt, welch geistig Kinder hier rumrennen... Nun..das würde erklären,wieso heutzutage keine gescheite Musik mehr auf ...
Die US Verpackungen unterscheiden sich von den europäischen Verpackungen Im Text steht es aber anders... Nämlich wie angemerkt, "die Single wurde nur in den USA verkauft". ;) Ist aber sowieso egal - Fakt ist, den ganzen Schrott will schon gar keiner mehr saugen. Und das spricht ei ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
Die amerikanische Fluglinie „American Airlines“ muss sich aktuell gegen Vorwürfe wehren, das Unternehmen benachteilige Kunden mit bestimmten moralischen Ansichten. Weil eine Passagierin auf ihrem T-Shirt den Spruch „If I wanted the government in my womb, I’d f*ck a senator“ trug, konnte sie nicht an Bord ihres Anschlussfliegers.
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