Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Dr. Michael Geist veröffentlichte Richard Pfohl, seines Zeichens Anwalt der Canadian Recording Industry Association (CRIA), einen Artikel mit dem Titel "Es heißt nicht umsonst Pirate Bay."
Darin erklärt er, dass seiner Ansicht nach Dr. Geist "mehr Mythen fabriziert als entschleiert" und zugleich den Lesern des Star falsche Informationen über die Legalität von unautorisierten Downloads zukommen lässt. Hat er damit recht? Bei genauerer Betrachtung sollte man dieses herausfinden.
"Die beiden Mythen, durch die die Debatte dominiert wird, sind: Filesharing ist in Kanada komplett legal und vielleicht - als eine Konsequenz hiervon - ist Kanada das führende Land der Welt, wenn es um illegale Filesharing-Aktivitäten geht", so Geist, "Keines von beidem ist jedoch wahr." Daraufhin erklärte er, dass das kanadische Gesetz eine Ausnahme für Privatkopien vorsehe, die durch Abgaben auf Leermedien ausgeglichen würde. Nach Ansicht der Gerichte könnte diese Gebühr sich möglicherweise sogar auf private Kopien ausweiten, die durch nicht kommerziell orientierte Musikdownloads aus dem Internet bezogen werden. "Die Rechtsprechung öffnet hier also die Tür für eine Art legales Herunterladen von Musik, aber man denkt hier nicht andere Inhalte (Filme oder Software) oder gar die Verbreitung von jedwedem Content ab", so Geist.
Der Jurist der CRIA sieht dies ein wenig anders und erwidert in seinem Artikel: "Die Schlussfolgerungen zum Urheberrecht wurden von ihm aus einem Fall zitiert, der im Berufungsverfahren aufgefangen wurde. Tatsache ist, dass das Berufungsgericht sogar zweimal entschieden, dass die Privatkopie-Ausnahme sich nicht auf Downloads auswirkt, die auf die Festplatte heruntergeladen werden. [...]. Das weit reichende Unverständnis für diese juristische Tatsache illustriert nur zu deutlich, wieso eine Urheberrechtsreform und die rechtliche Klarheit, die diese in Kanada schaffen würde, benötigt wird." Die Frage, die sich nun aber stellt, dürfte auf der Hand liegen. Ist eine Urheberrechtsreform wirklich der Schlüssel, wenn man bedenkt, das die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken ja bereits rechtswidrig ist. Wenn überhaupt wäre der Sinn einer solchen Reform dann doch viel eher darin zu suchen, dass sie auf das digitale Zeitalter angepasst wird und nicht-kommerzielle Verbreitung auch in Betracht gezogen wird.
Die Ausführungen Pfohls gehen jedoch weiter: "Geist streut außerdem Zweifel, als er kritisiert, dass Filesharing durch illegale Seiten 'legal oder illegal' sein könnte, als ob es hier auch nur die geringsten Zweifel gäbe. Gerichte auf der ganzen Welt haben entschieden, dass 95 Prozent von diesen Filesharing-Seiten raubkopiertes Material beinhalten. Aus diesem Grunde hat man auch immer wieder gegen solche unautorisierten Filesharing-Dienste geurteilt. Man nennt es nicht grundlos Pirate Bay." Erneut werden hier Tatsachen mit Wunschdenken vermischt, insbesondere jedoch, weil sich Pfohl auf The Pirate Bay bezieht. Am fünften Verhandlungstag präsentierte Peter Sunde eine zufällige Liste auf der 1.000 Torrents standen. Etwa 70 bis 80 Prozent davon waren nicht urheberrechtlich geschützt.
Desweiteren zeigt sich Pfohl verärgert darüber, dass Dr. Geist eine Studie von BayTSP zitiert. Einem Content-Industrie nahen Institut, dass regelmäßig Studien über Filesharing durchführt. Dabei beschwert man sich, dass die Datensätze nicht vollständig und viel zu knapp wären, um daraus - wie Geist es getan hat - schließen zu können, dass Kanada keine Piraten-Hochburg sei.
Man selbst profiliert sich jedoch mit Daten, wonach Kanada die größte Filesharing-Population pro Einwohner hätte - auf der ganzen Welt. Die Daten hierfür stammen aus einer etwa sechs Jahre alten Studie unter den 30 Mitgliedsstaaten der "Organization for Economic Co-Operation and Development" (OECD). Die Studie hat sich jedoch nie damit befasst, ob die Aktivitäten legaler oder illegaler Natur waren. Außerdem gibt es weit mehr Länder auf der Welt, als diejenigen, die zur OECD gehören. Hier spielten "unvollständige Datensätze" jedoch keine Rolle. Der finale Abschluss von Pfohl: "[Dr. Geist] sollte erst einmal seine eigene Faktenlage prüfen". Et vice versa. (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
(Bildquelle: Ryotgrrl @ deviantART, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 18.06.2009 13:47 Uhr
da hatta recht: zu wenige seeder, überlastete tracker, zu geringer upstream, snatch& leave, ... filesharing hatn haufen probleme ;) YMMD um auch mal diese Abkürzung zu verwenden :D ...
@Oldholo thx. ...
Durch dieses ignorante Verhalten werden immer mehr Kunden kriminalisiert und verschreckt. Die sollen nur weiter so machen. Irgendwann kauft keiner mehr. ...
CRIA Filesharing-Probleme sind Tatsachen da hatta recht: zu wenige seeder, überlastete tracker, zu geringer upstream, snatch& leave, ... filesharing hatn haufen probleme ;) ...
Ein wunderbares Schlusswort, das auch eigentlich alles sagt.:T ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.