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Großer Cyber-Angriff: Tausende Rechner kompromittiert

Europäische und chinesische Hacker brachen im Laufe der letzten 18 Monate im Rahmen eines großen Cyberangriffs in zahlreiche Rechner ein. Rund 2500 Firmen und Behörden sollen betroffen sein. Angeblich dauern die Angriffe weiterhin an.

Nach Angaben der Firma NetWitness, die die Angriffe aufdeckte, wurden zahlreiche Daten gestohlen, darunter Finanzdaten und nicht öffentlicher Quellcode. Der finanzielle Schaden wird momentan noch abzuschätzen versucht. Momentan ist noch gar nicht klar, welche Daten genau gestohlen wurden und wieviel diese wert sind. 

Einige der betroffenen Firmen, darunter Pharma-Gigant Merck & Co., geben an, die Angriffe mittlerweile unterbunden zu haben. In anderen Fällen soll der Datendiebstahl weiterhin andauern. Die Opfer werden von NetWitness momentan benachrichtigt. 

Begonnen haben sollen die Angriffe Ende 2008 in Deutschland. Cyberkriminelle brachen in Firmennetzwerke ein, indem sie die Angestellten dazu brachten, auf verseuchte E-Mail-Anhänge, Websites oder Werbebanner hereinzufallen. 

In mehr als 100 Fällen sollen Server mit großen Mengen sensibler Unternehmensdaten, darunter E-Mail-Archive und Datenbanken, gehackt worden sein. Zudem wurde in die Rechner von mindestens 10 US-Regierungsbehörden eingebrochen. 

All dies gelang den Cyberkriminellen mit Hilfe eines Trojaners, der durch die verseuchten Dateien oder Websites auf die Firmen-Rechner gelangte und deren Kontrolle durch die Angreifer ermöglichte. Nach Angaben von NetWitness soll es sich dabei um eine Variante der Schadsoftware "ZeuS" handeln. ZeuS ist in einer einfachen Variante im Internet kostenlos erhältlich und kann um zahlreiche Zusatzfunktionen erweitert werden. Deswegen erfreut sich die Software gerade bei technisch nur mäßig versierten Cyberkriminellen immenser Beliebtheit (gulli:News berichtete). Die im vorliegenden Fall verwendete Variante soll eine rund 2000 US-Dollar (knapp 1500 Euro) teure Erweiterung verwendet haben, die ein Funktionieren mit dem Firefox-Browser ermöglichte.

NetWitness arbeitet momentan mit dem FBI zusammen, um eine Aufklärung der Taten zu ermöglichen. Angeblich gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Drahtzieher der Aktion in Osteuropa sitzen. Eine Strafverfolgung dürfte sich in diesem Fall schwierig gestalten.

(via Wall Street Journal, thx!)

(Bild via el-grimlock @ DeviantArt, thx!)

Annika Kremer am Donnerstag, 18.02.2010 23:36 Uhr

tagsTags: zeus botnet

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16 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Dexter am 19.02.2010 15:56:27

    Das es immer noch solche Nasen gibt die bedenkliche Email-Anhänge öffnen ? Die "Nasen" sind egtl. nicht das Hauptproblem, das Hauptproblem sind unfähige Admins. Auf 'nem vernünftig konfigurierten Rechner (auch unter Windows) kann ich als Buchhalterdepp jeden erden ...

  • pimpifaxx am 19.02.2010 15:53:59

    ....Und da im Moment sowieso niemand Kohle übrig hat wird auch in der IT abgebaut und gespart... Eh... dafür wird dann im Nachhinein vermutlich ein Hauffen Kohle für irgendeine supertolle Sicherheitssoftware ausgegeben... :p ...

  • BranK am 19.02.2010 15:50:20

    Jetzt würde mich mal interressiern, woher die wissen, wieteuer die Erweiterung gewesen ist? Indem sich die Reporter in solchen Foren, wo solche Erweiterungen und Shadsoftware verkauft werden, informieren, bzw. einfach den Preis dort nachschauen. Und solche Boards z ...

  • Trackz am 19.02.2010 15:04:59

    Das es immer noch solche Nasen gibt die bedenkliche Email-Anhänge öffnen ? Und sowas im Firmennetzwerk. Traurig. ...

  • KidZler am 19.02.2010 11:30:30

    Das passiert doch jeden Tag ... sollen nicht sone Story drausmachen ... Und wen Schon wayne selbst dran schuld :rolleyes: ...

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