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Österreich: Gefakte Abmahnungen aufgetaucht (Update)

In den letzten Tagen sind nachgemachte Briefe der Telekom Austria aufgetaucht. Darin wird der Anschlussinhaber zu Unrecht bezichtigt, von den Raubkopierjägern von DigiProtect beim illegalen Filesharing erwischt worden zu sein. Jetzt hat die Pressestelle des ISP offiziell auf die Vorkommnisse reagiert.

Im vorliegenden Fall soll von der angeschriebenen Person ein urheberrechtlich geschützter Film in einer Tauschbörse angeboten worden sein. Allerdings stimmen weder die Qualität des Papiers, die Formatierung, noch der Briefkopf mit den echten Schreiben der Telekom Austria überein. Die eingescannten Briefe finden sich hier und dort.

Auch wird in den Fakes keine Kundennummer erwähnt. Als der Betroffene bei seinem ISP anruft, erreicht er lediglich eine automatische Bandansage. Beim Anruf bei der Telekom Austria wird ihm erklärt, dass dort bereits mehrere Personen wegen des gleichen nachgemachten Schreibens angerufen haben. Der Sachbearbeiter erklärt ihm zudem, sie hätten dieses Schreiben nicht verfasst.

Bislang ist noch unklar mit welchem Zweck man diese Anschreiben in Österreich verschickt. Die Empfänger werden zu keiner Überweisung oder einer anderweitigen Zahlung eines Bußgeldes aufgefordert. Es bleibt freilich abzuwarten, ob die Empfänger des Schreibens in absehbarer Zeit auch Post von Digi Protect erhalten. Im vorliegenden Fall hat nach eigener Aussage zu keiner Zeit weder der Upload noch der Download des fraglichen Films stattgefunden. Die Motive der tatsächlichen Absender bleiben also höchst ominös. (Ghandy)

(via z_master @ twitter, thx!)

Update: Doch kein Fake! Telekom-Sprecher Martin Bredl bestätigte nun gegenüber dem Magazin derStandard.at die Echtheit dieser Schreiben. Es handelt sich dabei aber nicht um reguläre Abmahnungen. Die Telekom Austria hätte im Gegensatz dazu zahlreiche Auskunftsersuchen der Firma DigiProtect mbH erhalten. Darin wurde man aufgefordert, die Namen und Anschriften der vom Unternehmen festgestellten IP-Adressen bekannt zu geben, um die Identität der Filesharer zu erhalten.

Keine Entwarnung!

Zwar hätte man dem Ersuchen der Piratenjäger zu Beginn nicht gefolgt, dieses könnte aber noch in naher Zukunft passieren. Die Schreiben seien in jedem Fall echt und haben die Kunden lediglich über das Auskunftsersuchen von DigiProtect informiert. Natürlich bleibt abzuwarten, wie die Vertreter der Content-Industrie in den kommenden Tagen reagieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird man aber auf eine Herausgabe der Daten bestehen, die Welle der Abmahnungen kann also noch folgen. Für den Fall der Fälle ist es in jedem Fall ratsam, sich an einen IT-Fachanwalt seiner Wahl zu wenden.

News Redaktion am Donnerstag, 18.06.2009 21:14 Uhr

tagsTags: digiprotect telekom austria z_master

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43 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • watumba28 am 04.07.2009 18:32:30

    und, gibts neues? ...

  • Firebird77 am 23.06.2009 21:22:47

    Wichtige Frage die Alter Esel da stellt, die Antwort würde nicht nur mich brennend interessieren. ...

  • Alter Esel am 23.06.2009 21:16:02

    Darf in Deutschland ein Provider mich zeitgleich über die Herausgabe meiner Daten an den Rechteinhaber informieren bzw. aus welchen rechtlichen Gründen wäre ihm das ggf. untersagt? :confused: ...

  • Firebird77 am 20.06.2009 09:59:40

    jo wie wärs wenn gulli mal ne liste von kompetenten personen erstellt? DAS wär mal ne news wertIch denke es ist nicht unsere Aufgabe, kompetente Anwälte zu empfehlen. Grundsätzlich kann man sagen, dass es einfach wichtig ist, einen Fachanwalt mit Spezialisierung Urheberrecht/gewer ...

  • Alfredasdasdasf am 20.06.2009 01:19:47

    Wie stehen eigentlich die Chancen, dass DigiProtect, es nicht weiterverfolgt? Die müssen ja auch erst Anzeige erstatten und sich die Real-Adresse von der IP-Adresse holen. Ich fände es lustig wenn du (woher auch immer) eine Rechnnung mit Datum vor dem Download bekommen wür ...

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