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Google löschte zahlreiche MP3-Blogs

Die britische Niederlassung des Weltverbandes der Phonoindustrie IFPI hatte sich wegen mehrerer hundert Musikblogs an Google als Betreiber von Blogger und Blogspot gewendet. Die dort verfügbaren Musikstücke sollen ohne Erlaubnis der Rechteinhaber angeboten worden sein.

Es traf auch relativ bekannte Blogs wie "I Rock Cleveland", "Pop Tarts", "Masala", "To Die By Your Side", "It's a Rap", "Living Ears" und viele andere. Auf Chilling Effects findet sich der Abdruck aller Briefe und eine komplette Liste der betroffenen MP3-Blogs. Die Informationspolitik von Google kann zumindest als interessant bezeichnet werden. Die Betroffenen wurden nämlich erst informiert, nachdem wirklich alle Daten von den Servern entfernt waren. Man sei dabei lediglich den Forderungen der Rechteinhaber - also der britischen IFPI - nachgekommen, hieß es in der Erklärung.

Pech für die Autoren, die von ihren Texten oder Websites keine Backups erstellt haben. Im Extremfall ist Anfang der Woche die Arbeit von mehreren Jahren verloren gegangen. In mindestens zwei Fällen führt man die Entfernung der Websites auf Kommunikationsprobleme mit den Rechtsanwälten der Labels zurück. Die beiden Blogbetreiber arbeiteten nach eigenen Angaben stets eng mit den Rechteinhabern zusammen. Ihre Inhalte wurden dennoch restlos entfernt. Ohne jede Vorwarnung, versteht sich.

Die Nutzungsbedingungen der Dienste Blogger und Blogspot seien verletzt worden, gab Betreiber Google als Begründung bekannt. Bill Lipold von Rock Cleveland gab gegenüber hypebot zu, dass er schon häufiger wegen Urheberrechtsverletzungen kontaktiert wurde. Er hatte neue Alben besprochen und auch einige der vorgestellten Musikstücke angeboten. Nach Erhalt der E-Mails hätte er aber jeweils die betreffenden Dateien sofort von seinem Blog entfernt. Lipold sei seiner Ansicht nach stets den Vorgaben des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gefolgt. Von daher war er sehr überrascht über das Vorgehen von Google.

Die Aktion ist aber noch lange nicht an ihrem Ende angelangt. Die Liste der betroffenen Blogs ist sehr lang. So wie "I Rock Cleveland" werden sich zahlreiche Musikblogger für ihr Hobby eine neue Heimat suchen müssen. Wahrscheinlich stehen die Server dann an einem Ort, wo den Rechteinhabern wegen der fehlenden juristischen Grundlage jeglicher Zugriff verwehrt wird. Ob die IFPI dies in letzter Konsequenz erreichen wollte? Wohl kaum.

Lars Sobiraj am Freitag, 12.02.2010 16:54 Uhr

tagsTags: google google blogger hypebot blogspot cleveland

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Lokalrunde am 12.02.2010 22:08:10

    @ottaku: Warezlinking ist in einigen Ländern Grauzone, wodurch diese Blogs eine gewisse Pseudo-Legalität genießen. Aber Google reagiert selbstverständlich auf Abuse. ...

  • .drunken am 12.02.2010 21:21:05

    wann wird den endlich google selbst mal deleted? :T ...

  • ottaku am 12.02.2010 18:08:14

    Irgendwie hats mich schon gewundert, dass die soviele Leute Blogspot für illegale Zwecke verwendet haben und dann auch noch so lang bestehen bleiben konnten. ...

  • KFC am 12.02.2010 17:23:52

    Fuck! Mein Lieblings-Dubstep blog (rub-a-dub-dubbb.blogspot.com) hats erwischt. :( So ein Schwachsinn, die waren von den Artists anerkannt, ham Interviews mit denen geführt, eigene Partys in den US veranstaltet, etc. Gna, hoffentlich machen die weiter.. // edit, grad gefunden: by rub-a- ...

  • Ghandy am 12.02.2010 16:54:28

    Die britische Niederlassung des Weltverbandes der Phonoindustrie IFPI hatte sich wegen mehrerer hundert Musikblogs an Google als Betreiber von Blogger und Blogspot gewendet. Die dort verfügbaren Musikstücke sollen ohne Erlaubnis der Rechteinhaber angeboten worden sein. [url=http://www.gulli.com/n ...

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