
Am 06. und 07.02. fand das diesjährige Free and Open source Software Developers' European Meeting (FOSDEM) in Brüssel, Belgien, statt. Die seit 2001 stetig anwachsende Konferenz ist mittlerweile Europas größter Treffpunkt für Entwickler im Bereich Freier Software. In diesem Jahr bot die FOSDEM ihren gestern vorsichtig auf etwa 8.000 geschätzten Besuchern insgesamt über 250 Vorträge und Workshops zu einschlägigen Themen der Softwareentwicklung sowie 31 Projektstände, zu denen unter anderem die Projekte der wichtigsten Linux-Distributionen, OpenOffice.org und die Free Software Foundation Europe, aber auch Programmiersprachenprojekte wie Perl oder PostgreSQL gehörten. Wie bei großen Konferenzen üblich bot auch die FOSDEM dieses Jahr wieder Developer Rooms und mehrere Hackerspaces an.
Wie jedes Jahr waren die Themen der Vorträge und sogenannten 'Lightning Talks' vielfältig. Zum informationstechnologischen Jahresbeginn gehört es mittlerweile dazu, auf der FOSDEM die neuesten Entwicklungen im eigenen Projekt und auf dem Markt im Allgemeinen vorzustellen, aber ebenso über den Tellerrand des rein technischen Fortschritts hinauszuschauen. Daher wechselten sich auch diesmal sehr technische Präsentationen zu Themen wie "Debian mit GNU/kFreeBSD-Kernel" mit solchen ab, bei denen es beispielsweise um Selbstbestimmung im Internet durch Freie Software ging. So hatten die Neuheiten der großen Projekte wie HTML5, PostgreSQL und Firefox Mobile hier ihre Plattform, aber auch neue Initiativen wie "Women and Mozilla" (WoMoZ), die sich für die stärkere Beteiligung von Frauen im Bereich Freier Software einsetzen.
Die FOSDEM ist jedoch nicht nur bekannt für Reden der populärsten Persönlichkeiten der Software-Welt wie etwa Informatik-Professor Andrew Tanenbaum oder Mozilla-Vorsitzender Mitchell Baker, die beide auch dieses Jahr wieder Vorträge präsentierten. Im Kontext der FOSDEM gibt es einige, seit mehreren Jahren tradierte teils mehr, teils weniger offizielle Social Events, bei denen nicht Freie Software als Profession oder Passion im Vordergrund steht, sondern vor allem der soziale Austausch zwischen Schaffenden, Anwendern und Interessierten aus aller Welt. So markiert das Friday Beer Event, das in diesem Jahr im Delirium Café unmittelbar in der Brüsseler Altstadt stattfand, üblicherweise den sozialen Beginn der Konferenz. Mit dieser Veranstaltung nunmehr eng verknüpft ist der sogenannte BDA, der Beer Distribution Algorithm, der dieses Jahr in seiner "verbesserten" Version als BDAv3.2 vorlag und den Besuchern des Beer Events erlaubt, in den Genuss diverser Sorten belgischen Biers zu gelangen. Wie bereits in den vorigen Jahren war das bekannte FOSDEM Beer Event wieder stark frequentiert und überfüllt.
Eine besondere Eigenheit der FOSDEM ist, dass sie über den fachlichen und sozialen Austausch im direkten Zusammenhang mit Freier Software hinausgeht. So sorgt das Team aus Freiwilligen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland, das diese Konferenz jedes Jahr organisiert, auch für diejenigen, die lediglich einen Fachbesucher begleiten. Deshalb gab es an beiden Konferenztagen kostenlose professionelle Stadttouren für die Partner von FOSDEM-Besuchern.
Mag sich die FOSDEM ursprünglich nur an technisch hochversiertes Fachpublikum gerichtet haben, ist sie über die Jahre hinweg über diese Spezifikation hinausgewachsen und bietet Besuchern mit den unterschiedlichsten Interessen innerhalb des Softwarebereichs eine Anlaufstelle, um Informationen und Ideen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und die Welt der Freien Software von innen zu betrachten.
(Bild: wikimedia.org unter public domain, thx!)
Julia Klein am Montag, 08.02.2010 15:06 Uhr
Mir sogar dieses Jahr *g* Unser Stand war wieder sehr gut besucht und der devroom überfüllt. Mal sehen, ob wir nächstes Jahr endlich einen größeren Raum bekommen ... ...
Also mir hat es letztes Jahr sehr gut dort gefallen. ...
Auch dieses Jahr fand wieder die FOSDEM in Brüssel statt. gulli war erneut vor Ort. Wir geben einen Einblick in Themen und Atmosphäre einer der größten Entwickler-Konferenzen in der Welt der Freien Software. zur News ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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