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Jammie Thomas schuldig: 1,92 Mio. US-Dollar Schadensersatz!

Die Jury im Verfahren Jammie Thomas gegen Capitol Records hat die Beklagte für "Schuldig" befunden und eine Schadensersatzsumme von 1,92 Millionen US-Dollar gebilligt.

Es war eines der bemerkenswertesten Verfahren rund um Urheberrechtsverletzungen durch Tauschbörsen, dass dieses Jahr in den USA stattgefunden hat.

Jammie Thomas-Rasset, Mutter von zwei Kindern, angeklagt wegen der Verbreitung von 24 urheberrechtlich geschützten Werken über KaZaA. Im ersten Verfahren für schuldig befunden, eine Strafe von 222.000 US-Dollar wurde seinerzeit als angemessen erachtet. Richter Davis erkannte einen Verfahrensfehler und gewährte Thomas einen neuen Prozess. Dieser fand nach drei langen Tagen sein Ende und auch die Jury brauchte nur wenige Stunden, um eine Entscheidung zu fällen.

Jammie Thomas-Rasset wurde schuldig gesprochen. Erneut. Der Schadensersatz von damals war jedoch nicht angemessen genug. Nun muss sie 1,92 Millionen US-Dollar an Capitol Records bezahlen, weil sie deren Werke via KaZaA verbreitet haben soll.

Die Electronic Frontier Foundation erklärte, dass man Thomas-Rasset unterstützen werde, um gegen diese immens hohe Strafe vorzugehen, die wider der Verfassung sei. Es stellt sich nur die Frage, ob Thomas-Rasset eine erneute Verhandlung - und sei es nur um die Höhe der Strafe - durchhält. Ihr Rechtsbeistand Kiwi Camara zeigte sich schwer enttäuscht von der Entscheidung und merkte an, dass er bei einem Schuldspruch zumindest davon ausgegangen wäre, dass das Strafmaß bei dem Mindestwert von 750 US-Dollar pro Werk angelegt würde. Somit wäre "lediglich" eine Summe von 18.000 US-Dollar fällig gewesen. Bemerkenswert ist nämlich, dass der Schadensersatz pro Werk von ursprünglichen 9.250 US-Dollar im ersten Verfahren auf 80.000 (!) US-Dollar angestiegen ist.

Die Recording Industry Association of America (RIAA) befürchtet derweil wohl einen noch massiveren Imageschaden, als dies bereits der Fall ist. Deren Pressesprecherin Cara Duckworth erklärte: "Seit dem ersten Tag haben wir alles versucht um den Fall vorab zu beenden ... und wir werden dies auch weiterhin versuchen." Die Industrie möchte also offensichtlich nicht als "Schlächter" dastehen. Was konkret dieser "Einigungsversuch" beinhaltet ist unklar auch ob er wirklich existiert. Falls ja, so wird es darin aber wohl primär um die Senkung des Schadensersatzes gehen.

(Firebird77)

(via zeropaid & arstechnica, thx!)

(Bild via fightignorance.deviantart.com, thx!)

News Redaktion am Freitag, 19.06.2009 12:28 Uhr

tagsTags: millionen jammie thomas-rasset recording industry association of america riaa schuldig schadensersatz urteil

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68 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Daten am 20.06.2009 21:43:13

    Spiegel Online: "Nach eigener Aussage will die Musikindustrie die Musikpiraten hart bestrafen, aber nicht ruinieren. Die Leute sollen sich schliesslich auch in Zukunft die neuen CDs leisten können. Quelle: Illegale Downloads: Die Kinderzimmer-Fahnder der Musikindustrie (Video) ...

  • Hauke am 20.06.2009 21:24:25

    Nun muss sie 1,92 Millionen US-Dollar an Capitol Records bezahlen...Noch ist aber nicht verbindlich, wieviel sie zahlen soll... Unsinnige Urteilskritik CK - Washington. Mutter mit Kindern verteilt - und gleicht setzt es Hiebe. Schwachsinnig sei das US-Recht, bà ...

  • Firebird77 am 20.06.2009 12:45:46

    Sehr hilfreich :D Das schlimme ist doch aber, dass es viele Leute gibt, die denken, das würde wirklich "schützen". ...

  • BOfH1978 am 20.06.2009 10:03:52

    In der Kölner Express heute zu dem Thema der Elterntipp: "Eine Firewall installieren, die das Herunterladen von Filesharing-Software (die man fürs Tauschen benötigt, z.B. eMule und Limewire) verhindert" :D :D :D ...

  • Firebird77 am 20.06.2009 09:55:47

    Das den Plattenbossen egal ist ob eine Familie in Armut lebtIn den meisten Fällen sicherlich, doch inzwischen distanziert sich die RIAA schon von der Schadensersatzsumme, die von der Jury als angemessen festgelegt wurde. Zu recht. ...

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