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Österreichs Stromnetz soll intelligent werden

In Österreich sollen in Zukunft intelligente Stromnetze ("Smart Grids") eingeführt werden. Durch moderne Steuerungstechnik soll die Kapazität des Netzes zukünftig besser ausgenutzt werden.

Demnächst sollen Österreichs Stromnetze mitentschieden, wo wann wie viel Strom verbraucht werde, erklärte Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber im Rahmen einer Diskussion in Salzburg Freitagabend. Das bedeutet konkret: in das Stromnetz sollen Steuerungsmechanismen eingebaut werden, die Elektrogeräte je nach vorhandener Kapazität des Netzes ein- und ausgeschaltet werden. So könnten Zeiten, zu denen gerade insgesamt weniger Strom verbraucht wird (beispielsweise nachts), für nicht zeitkritische Geräte genutzt werden. Mit intelligenten Netzen könnten die vorhandenen Kraftwerkskapazitäten besser ausgenutzt und Stromspitzen ausgelichen werden, so Anzengruber. Dies werde insbesondere zukünftig nötig, so Volker Plass, Bundesvorsitzender der Grünen Wirtschaft. Er prophezeiht: "Die fossilen Energieträger werden wesentlich rascher und intensiver einbrechen als erwartet, und es ist zu befürchten, dass die Mobilisierung der erneuerbaren Energieträger schwieriger sein wird als bisher vermutet."

Dies klingt technisch, wirtschaftlich und ökologisch zunächst attraktiv. Allerdings hat in diesem Fall die moderne Technik auch eine Schattenseite: die hochentwickelte, intelligente Steuerungstechnik macht das Stromnetz für Cyber-Angriffe anfällig. In den USA wird bereits seit Jahren diskutiert, dass Smart Grids von findigen Angreifern unter Kontrolle gebracht werden können. In Übungen wurden auf diesem Wege bereits Kraftwerke vollkommen ausgeschaltet. Die Folgen eines solchen Angriffs, unter anderem für Kommunikation, Gesundheitswesen und andere Aspekte privaten wie öffentlichen Lebens, wären erheblich. Ob und wie man den Aspekt der Sicherheit gegen Angriffe bei den österreichischen Plänen berücksichtigen wird, ist bisher noch nicht bekannt. 

(via ORF, thx!)

(Bild via P-N-E @ DeviantArt, thx!)

Annika Kremer am Sonntag, 07.02.2010 16:48 Uhr

tagsTags: strom kritische infrastrukturen smart grid stromversorgung

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Sempralon am 08.02.2010 01:03:16

    Na dann, liebe Energieversorger Österreichs macht mal ... Ihr seid soooooooooooooooooooooooooooo Dumm! :D Die Energieversorger Deutschlands gehen einen anderen Weg! Dem Hochspannungsgleichstromnetz gehört die Zukunft! Die Umrüstung ist zwar Teuer, aber es lohnt sich! Dies ist in Deutschland die ...

  • hanibal_lec am 07.02.2010 23:47:43

    Also erstmal so ganz Blöd, falls ich nicht total falsch liege sind AKWs, sowie fast jede Last-Kraftwerksart, die mehrer MW produzieren, unflexible wie erkalter Stahl. Außnahmen sind meineswissens lediglich Speicherpumpkraftwerke, bzw. ähnlich gekoppelte Wasserkraftwerke, Windkraft, aber auch Gask ...

  • TBuktu am 07.02.2010 22:30:32

    Toady, glaub mir, das Geschäft brummt, die Leute haben Arbeit ohne Ende. Da lief schon gut bevor der Zusammenbruch in den USA die Werbetrommel gerührt hat Da drüben ist natürlich GE eine Hausmarke, auch wenn sie technisch schlechter sind Aber egal, darum geht es gar nicht Bei mir werden mit Si ...

  • TalkToFrank am 07.02.2010 20:48:33

    Die Kommunikation der Geräte untereinander ist Bullshit Wenn meinem Toaster langweilig ist, dann soll er sich weiterbilden und nicht mit der Waschmaschine quatschen YMMD XDDD btt: Das ganze führt dann dazu das noch mehr angriffsfläche für idiotische einfälle der politik gegeben ...

  • Toady am 07.02.2010 19:54:24

    Die Formulierung war unglücklich - ersetze sie mit "im größeren, für den Massenmarkt tauglichen Stil". ...

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