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Apples iPad: FSF & Deutscher Buchhandel reagieren

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. hinterfragt Apples geplantes geschlossenes Shopsystem für ihren brandneuen Tablet-PC iPad. Auch die Free Software Foundation zeigt sich von den DRM-Maßnahmen wenig begeistert. Sie haben eine Petition dagegen gestartet.

Der Interessenverband des Deutschen Buchhandels ist in Bezug auf den geplanten iPad zwiegespalten. Einerseits freut man sich über ein weiteres Gerät am Markt, welches das mobile Lesen von E-Books attraktiver gestalten könnte. Auf Dauer könnte dies mehr Personen zum Kauf von E-Books anregen, den digitalen Markt in Bewegung bringen. Auf der anderen Seite müssen aber auch die Interessen der Leser gewahrt bleiben. Digitale Bibliotheken müssen für den zahlenden Anwender dauerhaft nutzbar sein. Sie bleiben dies nur, wenn die Bücher können plattformübergreifend auf verschiedenen Geräten gelesen werden können. Die Entscheidung für das Format EPUB würde den Weg in die richtige Richtung einschlagen, so der Branchenverband. Im Gegensatz zu Amazons Kindle sei dies zumindest ein offener XML-Standard. Möglich sind damit aber auch umfangreiche DRM-Kopierschutzmechanismen. Mit deren Hilfe können die Rechteinhaber bestimmen, wie oft die Werke von Gerät zu Gerät kopiert werden dürfen. Einer ungewollten Verbreitung will man damit Einhalt gebieten. Allerdings ist es noch unklar, ob Apple DRM einsetzen wird - beim iTunes-Musikstore ist man mittlerweile zu einem Verzicht auf DRM übergegangen.

Apples iTunes-Store wird folglich neben Software, Musik und Videos auch E-Books anbieten. In den Store kommen aber wie üblich nur die Werke, die Apple dort haben möchte. Und das natürlich zu den Konditionen, die der Shopbetreiber Apple zuvor festgelegt hat. Das klingt selbst für die deutschen Verlage nicht gerade nach der großen Freiheit, die man in Cupertino anpreist. "Zudem legt der Börsenverein großen Wert darauf, dass keine künstlichen Barrieren durch geschlossene Shopsysteme geschaffen werden. Denn nur der Wettbewerb vieler Verlage und Handelspartner sichert die kulturelle Vielfalt des Buchmarkts." Ungeteilte Freude klingt anders.

Die Free Software Foundation findet am geplanten DRM noch weniger Gefallen. Man bezeichnet das Gerät als iBad for Freedom. Das Übel steckt wie immer im Detail. Es kann nur die Software verwendet werden, die man vom offiziellen App-Store heruntergeladen hat. Selbstverständlich kann die installierte Software jederzeit von Apple remote verändert werden. Sofern eine Verbindung zum Internet besteht, könnten also neue Funktionen hinzugefügt, oder unerwünschte Features entfernt werden, befürchtet die FSF. Neben den E-Books sind auch die gekauften Videos DRM-kastriert. Kritisiert wird ebenso das proprietäre, also nicht quelloffene Betriebssystem für das iPad. Diese Hardware wäre hervorragend für den Einsatz unter Linux geeignet, Apple entschied sich aber dagegen.

Jeder Käufer sollte die vollständige Kontrolle über alles haben, was er für viel Geld erwirbt. Mit dem Einsatz der DRM-Technik legt man ihm geradezu Handschellen an. Und er darf dafür auch noch bezahlen. Wer sich dagegen wehren möchte, sollte die Petition von DefectiveByDesign unterzeichnen.

Lars Sobiraj am Donnerstag, 28.01.2010 23:47 Uhr

tagsTags: fsf apple defectivebydesign ipad

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20 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Xenor am 29.01.2010 15:04:55

    hier sind ein paar punkte, die felhlen: http://mashable.com/2010/01/27/ipad-whats-missing ich wusste gar nicht, dass das weder multitasking noch flash unterstützt... ...

  • 3in3r am 29.01.2010 13:43:14

    ist eigentlich traurig wie großen Einfluss Werbung hat ich sehe persönlich nichts innovatives an diesem gerät und denke als ebook reader eher unbrauchbar schon alleine wegen des akkus. ...

  • umpfel am 29.01.2010 13:25:17

    Warum regen die sich so auf. Apple wird bestimmt nicht den ganzen Buchmarkt "revolutionieren", so das es nur noch Bücher fürn Apfel gibt. Und die Apfelfreaks wissen doch worauf Sie sich einlassen. Itunes ist/war doch das gleiche. "Ui, da kann man sich Musik runterladen" -> "doof, funtkioniert ja g ...

  • .drunken am 29.01.2010 12:14:59

    Bleibt es dann eigentlich dabei, das mann bei der "Frauenbinde" bei Verlust das eBook nicht erneut kostenlos laden kann? Wann kommt DRM endlich mal für Frauen ^^ :T *duckundweg* ...

  • fexbest am 29.01.2010 12:14:24

    Ich find des Ipad jetzt auch nicht so der große Renner, weil es wie gesagt zwischen Handy und Netbook/Laptop hängt. Ich würde mir, wenn ich die Wahl hätte, lieber ein Laptop mitnehmen, dass 6mal soviel Leistung für den gleichen oder sogar günstigeren Preis hat, und eine halbwegs anständige Ta ...

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