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Peinlicher Datenschutz-Vorfall bei US-Archiv

Bei einem Datenleck in einem bedeutenden US-Archiv kamen offenbar 250.000 Datensätze aus der Zeit der Clinton-Regierung abhanden. Darunter sind die Daten von Politikern und Angestellten des Weißen Hauses, aber auch Besuchern, Bewerbern und Familienangehörigen.

Die National Archives and Records Administration (NARA) verlor offenbar beachtliche Mengen eigentlich vertraulicher Daten. Zunächst war man von einem weit geringeren Umfang an verlorenen Daten und damit von einem weniger schweren Datenschutz-Vorfall ausgegangen. Nun aber förderten Untersuchungen das ganze Ausmaß des Problems zu Tage: Eine Viertelmillion vertraulicher Datensätze gelangte offenbar in die falschen Hände. Es sollen alleine 100.000 Sozialversicherungsnummern (eine in den USA an jeden Bürger vergebene individuelle Nummer) unter den gestohlenen Daten sein, darunter die Nummer von mindestens einer der drei Töchter von Ex-Vizepräsident Al Gore. 

Die Daten befanden sich auf einer Festplatte, deren Fehlen die NARA im vergangenen April bemerkte. Offenbar waren die Datensätze unverschlüsselt. Ob die Festplatte gestohlen wurde oder versehentlich abhanden kam, ist bislang unklar. Den Umfang des Datenverlustes bemerkte man offenbar erst Monate nach dem Vorfall.

Mittlerweile verschickte die NARA 150.000 Briefe an ehemalige Bedienstete des Weißen Hauses und Angehörige der Clinton-Regierung. In diesen werden sie auf den Verlust der Daten aufmerksam gemacht und vor möglichen Konsequenzen, insbesondere Identitätsdiebstahl, gewarnt. Die NARA erklärte, man untersuche derzeit, wer die möglichen Opfer seien, und werde in Kürze noch weitere Briefe an diese verschicken. 

Zur Schadensbegrenzung bietet die NARA den potentiellen Betroffenen ein Jahr lang einige Schutzmaßnahmen gegen Identitätsdiebstahl kostenlos an. Zudem setzte die Behörde einen Finderlohn von 50.000 US-Dollar (nach derzeitigem Kurs knapp 36.000 Euro) auf die Festplatte aus. 

Die NARA musste für ihre Rolle in diesem Vorfall harsche Kritik einstecken. Bereits zuvor machte die Behörde mit einem Datenverlust bei den Daten von Ex-Militärangehörigen Negativ-Schlagzeilen. Damals hatte die NARA eine Festplatte mit sensiblen Daten zum Hersteller zur Reparatur geschickt, ohne den Inhalt zuvor zu vernichten. 

(via Threat Level, thx!)

(Bild: Public Domain via Wikimedia Commons, thx!)

Annika Kremer am Donnerstag, 28.01.2010 18:18 Uhr

tagsTags: nara

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ctvirus am 29.01.2010 09:41:52

    Damals hatte die NARA eine Festplatte mit sensiblen Daten zum Hersteller zur Reparatur geschickt, ohne den Inhalt zuvor zu vernichten. WHAT? so dämlich darf eigentlich keine staatliche einrichtung handeln... ...

  • Sempralon am 28.01.2010 19:30:22

    @Romanow23 ... Jupp! Lächerlich diese Amerikaner! Ansonsten, selbst wenn einer von uns diese in seine Finger bekommt! Ruft ja nicht bei diesen Fuzzis an, die 50 sind es nicht Wert! Die gehen davon aus, das ihr da reingeguckt habt und schon seit Ihr "Geheimnisträger" und Geheimnisträger sind auto ...

  • DanteConstantin am 28.01.2010 19:13:33

    Mal Ebay abgrasen. Vielleicht findet man da ja was. ^^ ...

  • Romanow23 am 28.01.2010 18:29:40

    Ist im vergleich zu Englands Leistungen "fast" nichts. :D ...

  • Annika_Kremer am 28.01.2010 18:18:12

    Bei einem Datenleck in einem bedeutenden US-Archiv kamen offenbar 250.000 Datensätze aus der Zeit der Clinton-Regierung abhanden. Darunter sind die Daten von Politikern und Angestellten des Weißen Hauses, aber auch Besuchern, Bewerbern und Familienangehörigen. [url=http://www.gulli.com/news/pein ...

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