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Twitter: Neues Tool soll Zensurmaßnahmen aushebeln

Da Twitter in weiten Teilen von China und Iran geblockt werde, arbeite der Microblogging-Dienst nun im Sinne der Pressefreiheit an einem Tool, das die Zensurmaßnahmen in den betroffenen Ländern aushebeln soll.

Nachdem in China und im Nahen Osten bereits zahlreiche Online-Dienste wie Google oder YouTube der Sperrung zum Opfer gefallen sind, hat es nun offensichtlich auch den Microblogging-Dienst Twitter getroffen. "Teilweise werden wir in China, im Iran und an anderen Orten der Welt geblockt", sagt Evan Williams, der Twitter-Co-Gründer, im Rahmen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos.

Um die Zensurmaßnahmen am effektivsten zu bekämpfen, dürfe man sich erst gar nicht auf das rückschrittliche Verhalten der beteiligten Regierungen einlassen. Viel mehr habe es sich Twitter gegen die Zensur-Versuche nun zur Aufgabe gemacht, technische Möglichkeiten zu schaffen, die es den Nutzern erlauben, das Verbot und die Indizierung der Seite zu umgehen, so Williams weiter.

Laut dem Twitter-Co-Gründer arbeiten die heimeigenen Software- und Sicherheitsexperten bereits mit Hochtouren an einer Lösung, mit denen das Umgehen der Zensurmaßnahmen ermöglicht werden soll. Zur jetzigen Stunde möchte Twitter jedoch aus strategischen Gründen genauere Informationen und Details für sich behalten. Auch arbeiten die Entwickler absichtlich außerhalb des Unternehmens, um die Geheimdienste in Peking und Teheran vor den "interessanten Hacks" zu schützen, so Evan Williams.

Ein großer Vorteil des Microblogging-Dienstes sei es, dass Twitter nicht nur über dem Computer zu erreichen sei und die hauseigene Webseite nicht zwingend besucht werden müsse, um Nachrichten und Meldungen zu veröffentlichen und einzusehen. Das soziale Netzwerk könne nicht ohne weiteres zum Schweigen gebracht werden, da der Online-Dienst über "Tausende verschiedene Wege zugegriffen werden kann."

(via ibtimes.com, thx!)
 

Sener Dincer am Donnerstag, 28.01.2010 14:36 Uhr

tagsTags: twitter

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18 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Farzi am 31.01.2010 03:11:31

    Wobei man nicht alle Wünsche unter einen Hut bringen kann. Die einen wollen es redundant wie Freenet, die anderen wie i2p, wieder andere wollen Outproxys ins I-Net, wieder andere P2P usw. Zumindest Outproxies gibts bei Tor und Freenet. Daten-Redundanz lässt sic ...

  • SkyLiner_360 am 30.01.2010 14:25:15

    Deshalb gibts extra die Tor-Bridges. Aber i2p ist natürlich eine ebenso gute Lösung. Eher so eine grundsätzliche Sache: Ich wünsche mir, dass sich die ganzen Crypto-Süppchenkocher zusammentun und ein einziges schnelles Netz erschaffen. Der größte Hemmschuh der Cryptobew ...

  • Farzi am 30.01.2010 02:44:14

    Die meisten Tor-Nodes werden ja geblockt, ein P2P-System wäre daher wohl sinnvoller. So in etwa wie i2p mit Outproxy zu twitter.com. Deshalb gibts extra die Tor-Bridges. Aber i2p ist natürlich eine ebenso gute Lösung. Eher so eine grundsätzliche Sache: Ich w ...

  • PcDaemon am 29.01.2010 12:27:20

    Ein einfacher Proxy wäre da wohl ein bisschen zu "billig", vlt. ja p2p. Finde es jednefalls gut, dass sie es versuchen. ...

  • SkyLiner_360 am 29.01.2010 11:59:27

    Sie wollen also Yet-Another-Anti-Censorship-System erfinden. Vor dem Hintergrund, dass Twitter HTTP-basiert ist, würde ich spontan vorschlagen, Tor zu nutzen. Allerdings könnte es sein, dass "...die heimeigenen Software- und Sicherheitsexperten..." nicht oft rausgelas ...

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