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Frankreich: Ermittlung von 25.000 Filesharern täglich!

In wenigen Wochen wird das französische Three-Strikes-Gesetz in Kraft treten. Nun hat man entschieden, welches Unternehmen die Urheberrechtsverletzer in den Tauschbörsen ermitteln soll. Bis zu 25.000 Urheberrechtsverletzer sollen dabei pro Tag ermittelt werden.

Das Anti-Tauschbörsengesetz Loi HADOPI wird bald in Frankreich kommen. Jetzt sickern erste Details durch, wie man das Unterfangen realisieren möchte. Die in P2P-Kreisen nicht unbekannte Firma Trident Media Guard soll die Jagd nach den Piraten vollziehen. Die Firma ist dafür bekannt, diverse Filesharing-Netze mit sogenannten Fake-Files zu befüllen. Hierbei handelt es sich um Dateien, die wie das Original wirken, es aber nicht sind. Es ist nicht besonders erfreulich, wenn sich der Großteil einer Übertragung als Datenmüll offenbart. Für diese Technologie befindet man sich aktuell in einem Patentierungsverfahren.

Das Unternehmen bricht nun aber zu neuen Ufern auf. Angefordert von der Contentindustrie wird man Urheberrechtsverletzer in Tauschbörsen ermitteln und an die "Haute Autorité pour la Diffusion des Œuvres et la Protection des Droits sur Internet" (HADOPI)-Behörde weiterleiten. Nach eigenen Angaben verfügt man über die technischen Kapazitäten bis zu 25.000 Urheberrechtsverletzer täglich zu ermitteln. Demgegenüber steht eine geschätzte Kapazität von 10.000 Warnbriefen, die täglich die HADOPI-Behörde verlassen können.

Dabei will Trident Media Guard (TMG) alle großen P2P-Netze abdecken. BitTorrent, Gnutella, eDonkey. Das wirklich Interessante folgt jedoch erst. Nach eigenen Angaben kann man nämlich sogar Rapidshare, Streaming-Dienste sowie Newsgroups überwachen. Wie genau dies möglich ist, wird bedauerlicherweise nicht erklärt. Auch sonst wird die Art und Weise, wie TMG Daten erheben will, völlig im Dunkeln gelassen.

Das Three-Strikes-Gesetz ist an sich bereits mehr als nur fragwürdig. Eine privates Unternehmen, das für die Contentindustrie Daten erhebt und an die HADOPI-Behörde weiterleitet, toppt dies noch. Da der Datenerhebungsprozess sowie die Verifizierung unklar sind, wird man auf die ersten gerichtlichen Verfahren warten müssen. Dort werden dann vielleicht ein paar Details offengelegt. Auch wenn die Hoffnung darauf eher gering ist.

(via torrentfreak, thx!)
(Bild via neteco, thx!)
 

Klaus Müller am Mittwoch, 27.01.2010 12:07 Uhr

tagsTags: hadopi

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38 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • WhichMan am 29.01.2010 16:40:14

    Bei allem Pro und Contra zur Umsetzung, der Staat wird die Rechtslage zu Gunsten des Urheberrechtsgesetz anpassen. Wenn der Staat will, dann baut er auch eine Autobahn durch meinen Garten,ob ich will oder nicht. Aber die Strategie mit den Fakefiles ist schon witzig, vielleicht sollten wir das aufgr ...

  • Killigan am 28.01.2010 15:30:12

    Mal angenommen in ein paar Jahren wird in Deutschland der Download abgemahnt, dann werden die Rechteverwerter vermutlich sagen, dass der Schaden genau dem Verkaufswert entspricht, weil man die Ware kostenlos bezogen hat, ohne dafür etwas zu zahlen u.s.w Ja aber wenn ...

  • am 28.01.2010 12:47:07

    Bei zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen wäre die Herunterlad-Falle in der Tat interessant, weil überhaupt kein Schaden nachzuweisen ist. Nun, das ist so. Mal angenommen in ein paar Jahren wird in Deutschland der Download abgemahnt, dann werden die Rechteve ...

  • Killigan am 28.01.2010 11:49:49

    Das erinnert mich sehr an die "Diebesfalle". Aber fürs Raubmordkopieren braucht man doch einen Gewahrsamsbruch, also eine Gewahrsamsaufgabe gegen den Willen des Gewahrsamsinhabers. Im Fall der Diebesfalle wird der ertappte "Dieb" nicht aus vollendetem, sondern vers ...

  • wolfkid am 28.01.2010 10:38:06

    Na es kann halt nicht jeder so gut Französisch wie du? Klappts bei dir eigentlich auch mit der Sprache? ;) Von Geschäft wird man in Frankreich aber wohl kaum sprechen können. Wer nach dem 3-Strike gesperrt wird, wird wohl nicht mehr lange zahlender Kunde sein. Und ein Abmahnwesen wie in Deutschl ...

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