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Schweden: Musikverkaufszahlen endlich wieder steigend

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) feiert die Jahresstatistik 2009. Der Grund ist relativ einfach: Zum ersten Mal seit zehn Jahren sind die Musikverkäufe wieder gestiegen.

In logischer Konsequenz zu diesem Anstieg stehen natürlich auch neue Einnahmen für die Musikindustrie. Fast ein Jahrzehnt musste diese warten, um wieder ein dickes Pluszeichen vor ihre Bilanzen zu bekommen. Neben einem enormen Anstieg bei bezahlten Musikdownloads hat insbesondere der Musikstreaming-Dienst Spotify für einen erwähnenswerten Einnahmenzuwachs geführt.

Sogar die CD, ein Datenträger, den manche schon abgeschrieben hatten, konnte sich wieder behaupten. Er erreichte ebenfalls neue Spitzenwerte im Vergleich zu den Vorjahren. Wie massiv der Zuwachs ist, drückt die IFPI mit einem einfachen Prozentwert aus: 10,2 Prozent. Um diesen Wert sind die Musikverkäufe in Schweden im Jahr 2009 gestiegen. Nach den Angaben des Verbandes sei dies das erste Mal seit dem Jahr 2000.

Im Detail sieht man jedoch, wohin der Trend dennoch geht. Auch wenn die CD-Verkäufe um 1,9 Prozent gestiegen sind und nach wie vor zu 80 Prozent (!) der Gesamteinnahmen führen - die Zukunft liegt ganz offensichtlich bei den bezahlten Musikdownloads. Für 16,3 Prozent der Gesamtmusikverkäufe im Jahr 2009 waren diese verantwortlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Wachstum von beeindruckenden 99 Prozent. Den Löwenanteil generierte dabei der Streaming-Dienst "Spotify" mit rund 46 Prozent. Im Jahr 2008 war dieser nur mit 17 Prozent beteiligt.

Für einen Augenblick könnte man dann auch fast glauben, dass die IFPI endlich erfasst hat, wie man es richtig macht. "Ich denke der Hauptgrund für diesen Einnahmenzuwachs ist die Verfügbarkeit von besseren und legalen [Musikdownloadportalen]", so der Vorsitzende Ludvig Werner. Dem Konsumenten ein Angebot bieten, dass seinen Bedürfnissen entspricht und das preislich so organisiert ist, dass der Verbraucher es als günstig empfindet, während die Branche dennoch profitabel arbeiten kann.

Kein Wort verliert man über das Verfahren gegen The Pirate Bay. Und doch schafft man es nicht, den harten Kampf gegen Filesharer doch noch als eine Ursache für diese Entwicklung zu deklarieren. Wie Werner erklärt, habe aber auch die Intellectual Property Rights Enforcement Directive (IPRED) zu diesem Ergebnis beigetragen. Im April 2009 trat das Gesetz in Kraft. Es ermöglicht den Rechteinhabern, unter Umgehung der Strafermittlungsbehörden, die Anschlussinhaberdaten eines verdächtigten Filesharers per Gerichtsbeschluss zu erhalten.

Wie man es auch nimmt: Die Verbraucher sind durchaus bereit, für ein gutes Musikangebot Geld zu bezahlen. Schweden hat es bewiesen.

(via torrentfreak, thx!)
(Bild via p2p-weblog, thx!)

Klaus Müller am Sonntag, 17.01.2010 21:27 Uhr

tagsTags: schweden

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1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • DasFragezeichen am 17.01.2010 23:50:02

    Zum ersten Mal seit zehn Jahren sind die Musikverkäufe wieder gestiegen. Scheiße. Ich gönne es ihnen nicht. ...

  • Firebird77 am 17.01.2010 21:27:46

    Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) feiert die Jahresstatistik 2009. Der Grund ist relativ einfach: Zum ersten Mal seit zehn Jahren sind die Musikverkäufe wieder gestiegen. ...

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