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Geldwäsche statt Jobsuche

Versender von Scam-Mails werden immer gewiefter, wenn es um die Entwicklung neuer Methoden zur Gewinnung persönlicher Daten und neuer Helfer geht. In Großbritannien häufen sich deshalb Fälle von Betrug an Stellenbewerbern.

Jeder kennt Sie, keiner mag sie: unerwünschte E-Mails voller orthographischer Kuriositäten und grammatischer Tiefschläge, in denen behauptet wird, man habe in einer Lotterie gewonnen, an der man nie teilgenommen hat, oder man möge bitte seine Bankdaten für Spenden übermitteln. Der trainierte Internetnutzer erkennt solche Scam-Mails schon an der Betreffzeile und löscht sie. Doch je erfahrener und klüger die Anwender werden, desto gerissener werden auch die Methoden der Betrugsmails.

Die - Wirtschaftskrise sei dank - neuerschlossene Zielgruppe der Absender von Scam-Mails sind Personen, die einen neuen Arbeitsplatz suchen. Bei diesen unerwünschten E-Mails, die Heimarbeit oder Beschäftigung im Bereich Finanzdienstleistung mit extrem hohen Gehältern anpreisen, geht es hauptsächlich darum, die persönlichen Informationen derjenigen User zu sammeln, die auf sie antworten - geradezu eine Einladung zum Identitätsdiebstahl. Finanzieller Betrug kann jedoch noch weitere verheerende Folgen für seine Opfer haben. Beispielsweise können Menschen, die auf die obskuren Angebote hereinfallen, unwissentlich zu Geldwäschern für Betrügerbanden werden.

Beim Bewerbungsbetrug beginnt der Prozess in dem Augenblick, da der Nutzer sich auf einer seriös wirkenden, doch gefälschten Bewerberwebseite um eine Stelle bewirbt. Laut Andy Auld, Direktor des britischen Amtes für organisiertes Verbrechen, Serious Organised Crime Agency, haben diese Formen von Finanzbetrug in neuerer Zeit zugenommen und sagt daraufhin weiter: "Es ist eine Sache, sich Zugang zu einem Konto zu verschaffen. Aber es ist sehr schwierig, tatsächlich Kapital in das Land, aus dem der Angriff kam, zu transferieren. Betrüger benötigen Personen innerhalb Großbritanniens, um Überweisungen aus kriminellen Transaktionen auf von ihnen kontrollierte Konten anzunehmen. Hier setzt dann der Bewerbungsbetrug an."

Die gefälschten Stellenangebote auf Internetseiten sind professionell aufgesetzt und beziehen sich üblicherweise auf Verwaltungs- und Dienstleistungspositionen wie etwa Controller oder Rechnungsprüfer. Daraufhin würden Bewerber Auld zufolge dazu gebracht, sich auf echt erscheinende Stellenausschreibungen zu bewerben, bei denen Sie Geldbeträge zu e-Commerce-Zwecken weiterüberweisen sollen.

"Es ist egal, ob man dabei nicht merkt, dass man etwas Illegales tut. Unter erschwerenden Umständen muss man mit Strafverfolgung und möglichen Haftstrafen rechnen, wenn man als Kurier aufgetreten ist," führt der Behördenleiter fort und fügt hinzu, dass Bankverbindungen, Geburtsdaten und E-Mailadressen wertvolle Informationen für Betrüger darstellen. Solche Daten unabsichtlich an Kriminelle weiterzugeben, sei damit gleichbedeutend als Geldwäscher rekrutiert zu werden.

Welche Folgen ein solcher Fall von Bewerbungsbetrug haben kann, zeigt ein Fall in Großbritannien. Caroline Coats war selbst Betroffene eines solchen Bewerbungsbetrugs und machte sich unbewusst der Geldwäsche strafbar. Zwar wurde die Anklage gegen sie fallengelassen, nachdem nachgewiesen werden konnte, dass sie selbst Opfer des Betruges war, doch bleibt ihr ein immenser finanzieller Verlust von umgerechnet etwa 16.230€. Mit den weitergegebenen Personendaten lassen sich außerdem Ausweise erstellen, Konten eröffnen und weitere Straftaten begehen.

(Via bbc.co.uk, thx! Bild: Knipsermann bei piqs.de unter CC - some rights reserved - thx!)

Julia Klein am Sonntag, 10.01.2010 23:43 Uhr

tagsTags: großbritannien betrug geldwäsche scam stellenangebote stellenausschreibung

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Soulvation am 11.01.2010 11:56:54

    Ihr seid ja Hilfen, "Fraudwatcher.org" da wird euch geholfen!!! Ja habe auch solche mails erhalten, und mal ehrlich, wieso aus dem Ausland? Vielleicht Westafrika? Sind die Inselaffen aber auch mit schuld an der Sache, da kannst du eine Rufumleitung machen von leerstehenden Wohnungen oder Häusern di ...

  • titus_shg am 11.01.2010 10:19:56

    Ich würde gern mal so eine "seriös wirkende Bewerber-Seite" sehen, um selbst beurteilen zu können, wie echt sowas wirkt. Was ich bisher so an derartigen Emails bekam, war immer in Englisch, ohne jede "Firmen"-URL und auch nur mit einer Wald-und-Wiesen-Email-Adresse als Kontaktmöglichkeit verse ...

  • itsnotforme am 11.01.2010 09:41:59

    Tja, pech gehabt Kapitalismus! Sollte die Krise sich verschärfen, wird solch eine Meldung täglich zu lesen sein! Und jede Menge vorher unbescholtener Bürger werden plötzlich sich verführt sehen ihr Brot auf den Teller zu kriegen! Alternative? [URL="http://www.google. ...

  • wolfkid am 11.01.2010 00:50:38

    Für dich würde vielleicht als Anfang ein Deutschkurs reichen, damit du dir dein Grundeinkommen wenigstens "verdient" hast. Beispielsweise können Menschen, die auf die obskuren Angebote hereinfallen, unwissentlich zu Geldwäschern für Betrügerbanden werden. Unwissentlich bedeutet ...

  • Affenart am 11.01.2010 00:43:12

    Tja, pech gehabt Kapitalismus! Sollte die Krise sich verschärfen, wird solch eine Meldung täglich zu lesen sein! Und jede Menge vorher unbescholtener Bürger werden plötzlich sich verführt sehen ihr Brot auf den Teller zu kriegen! Alternative? [URL="http://www.google.de/search?hl=de&source=hp ...

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