
Wie drastisch ist die internationale Urheber- und Markenrechtslage? Vonseiten der Contentindustrie wird man hören: katastrophal. Unabhängig davon, ob dies den Tatsachen entspricht oder nicht, das ACTA-Abkommen soll Abhilfe schaffen. Einziges Problem bisher: Das Gesetz hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, das Volk bleibt außen vor. Nur wenige Personen haben den Text jemals gesehen. Die überaus wenigen Details, die bisher an die Öffentlichkeit drangen, waren schon sehr erschreckend.
Wie schlimm steht es jedoch wirklich? Droht ein international angepasstes Three-Strikes-Gesetz mit langjährigen Geld- und Haftstrafen für kleine Filesharer? Die Ungewissheit ist groß. Offensichtlich sogar so groß, dass der Internetkonzern Google nun zum Gespräch lädt. Am 11. Januar 2010 sind zahlreiche Gäste nach Washington D.C. eingeladen, um über das ACTA-Abkommen zu diskutieren. Auch Gäste sind herzlich eingeladen.
Die Veranstaltung steht dabei unter dem bezeichnenden Titel "ACTA: Der Staatsvertrag, der das Internet neu formen könnte". Ein sehr flexibler Titel, der weder besonders positiv, noch besonders negativ ausfällt. In der dazugehörigen Beschreibung von Google findet man jedoch erheblich klarere Worte: "Viele Verbraucherschutzanwälte und Technologiefirmen, darunter Google, haben ernsthafte Bedenken bezüglich der möglichen Reichweite von ACTA sowie den Einfluss, den das Abkommen auf die Rechte der Internetnutzer sowie auf Innovationen haben könnte."
Während des Diskussions-Panels, welches von dem Washington Post-Kolumnisten Rob Pegoraro moderiert wird, sollen einige Kernfragen geklärt werden. Welchen Einfluss wird ACTA auf die Rechte am geistigen Eigentum haben? Wird es die "Safe Harbor" Regelung der USA unterwandern? Diese ermöglicht Diensteanbietern nicht für die Taten ihrer Kunden belangt zu werden, vorausgesetzt, sie reagieren ab Kenntnisnahme auf die Rechtsverletzung. Die wichtigste Frage des Panels soll jedoch sein, ob die Regierungen vermehrt auf ein "Three-Strikes-System" setzen wollen, das den Internetnutzern ihren Webzugang nimmt. Weitere Fragen können noch eingereicht werden.
Firebird77 von gulli meint:
Google klinkt sich also überaus aktiv in die ACTA-Diskussion mit ein. Man wird das Gefühl nicht los, dass dies ein schlechtes Omen ist. Wenn sogar dieser Multimilliarden-Konzern ernste Bedenken wegen des ACTA-Abkommens hat. Wie soll sich dann erst der Verbraucher verhalten? Dennoch erscheint dieses Diskussions-Panel leicht absurd. Weder Google noch die Gesprächsteilnehmer sitzen mit an den ACTA-Verhandlungstischen. Der Inhalt des Abkommens ist ihnen also unbekannt. Folglich wird man nur Vermutungen - oder besser Befürchtungen - diskutieren.
(via googlepublicpolicy, thx!)
Klaus Müller am Samstag, 09.01.2010 17:12 Uhr
Nun, Firebird77, im Gegensatz zu den Amerikanern, die ihre Leute schützen (egal was sie gemacht haben), hier in Deutschland werden sie dennoch ans Messer geliefert! Ist mit einer kleinen Elektrobude passiert, die haben einen bestückten Schaltschrank an eine russische Firma geliefert ... und die da ...
Ferner besteht die Gefahr wirklich, das die "Heimathafengesetze" der USA unterlaufen werden, Google baut auf diese und ist dadurch weniger angreifbar als eine Deutsche Suchmaschine Auch deutsche "Provider" kennen etwas vergleichbares zur Safe Harbour Regelung der USA die mMn gleichwer ...
Durch ACTA könnten die administrativen Ausgaben bei Google regelrecht explodieren ... da sie fast jede Anfrage "hinterfragen" müssten, dazu müssen die Filter permanent angepasst werden, ein Team muss ständig auf neue "Codes" in den Suchstrings achten (z.B. Serialz kennt jeder ...) und und und, d ...
es ist irgendwie beängstigend wenn selbst google was schon regierungen auflaufen lassen konnte die initiative ergreift Jo. Also nach dem was sie bisher so getan haben, halte ich Google für ein Unternehmen, welches ein freies Internet sehr zu schätzen weiß u ...
es ist irgendwie beängstigend wenn selbst google was schon regierungen auflaufen lassen konnte die initiative ergreift, sollte acta mit alle den schlechten eigenschaftn kommen und viele kleine leute bluten, erst dann wird der staat verstehen das die raf nur der anfang war. wer eine mp3 über das r ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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