
Der erste Verhandlungstag gegen den Administrator und Betreiber von OiNK, Alan Ellis, lief relativ ruhig ab. Auch vom zweiten Tag gibt es relativ wenig zu vermelden. Es wurde lediglich die Jury ausgewählt und mit dem Fall vertraut gemacht. Doch der dritte Tag sollte ein interessantes Detail ans Tageslicht befördern, das vermutlich nur wenigen bekannt war.
Kurz nach dem Zugriff hatte man die PayPal-Konten von Alan Ellis, dem Betreiber von OiNK, geprüft. Auf diesen gingen die Spendengelder ein, mit denen er die Seite betrieb. Markanterweise war die Gesamtsumme, die ihm hier zur Verfügung stand, mehr als üppig. Insgesamt 300.000 US-Dollar hätten sich auf den Konten befunden - ein Betrag, der weit über die Betriebskosten eines Servers hinausgeht. Der Betrag hatte sich bereits vor dem Polizeizugriff angesammelt.
Dem stellte man 21 Millionen illegale Musikdownloads gegenüber, die über den sehr populären Tracker stattgefunden haben sollen. Der Staatsanwalt nutzte die prall gefüllten Konten natürlich zu seinen Gunsten. "Jeder Penny ging an Mr. Ellis. Er hat nicht eine Note gesungen. Er hat kein Instrument gespielt. Er hat nichts produziert. Das Geld ging nicht zu den Leuten, denen es zustand, es ging zu Mr. Ellis", argumentierte der Staatsanwalt Peter Makepeace.
OiNK selbst habe nie Musik gehostet oder verbreitet, hieß es von der Verteidigung. Man habe lediglich als Index-Dienst fungiert, der von den Usern gespeist wurde. Andere hätten die Werke herunter- und somit hinaufgeladen. Es folgte eine schlichte Erklärung zur Funktionsweise von BitTorrent.
Der Staatsanwalt kommentierte dies bissig: "Das ist der Zauber der OiNK-Website. Es musste nie Musik von dort hochgeladen werden. Alles was die Seite tat, war die Leichtigkeit eine Verknüpfung zwischen zwei Personen anzubieten, die Musik wollten." Dies habe Ellis nach seiner Verhaftung auch den Polizeibeamten erklärt, so der Staatsanwalt. Wörtlich habe er gesagt: "Alles was ich tue, ist wirklich nur wie Google, ich biete eine echte Verbindung zwischen Menschen an. Keines der Musikstücke befindet sich auf meiner Website."
Ob ihm diese Argumentation helfen wird - insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass seine Konten gut gefüllt waren? Das Verfahren wird fortgesetzt.
(via torrentfreak, thx!)
Klaus Müller am Donnerstag, 07.01.2010 18:01 Uhr
wie dumm muss mann sein paypal zunutzen es gibt kein datenschutzt bei diesen sauverein. ...
Soll er doch seine Strafe bekommen.... ...
Nun kommt er mit der alten Google-Ausrede, die vor Gericht keinen Bestand, denn OINK und ähnliche Seiten sind keine Suchmaschine für das Internet und Google ist auch nicht darauf ausgelegt ständig Zugriff auf illegale Musik zu haben, auch wenn das innerhalb der Möglichkeiten einer Suchmaschine l ...
Habe einen entsprechenden Satz im Artikel nachgetragen. Der Betrag war bereits auf den Konten, als die Polizei ihn hochnahm. ...
Die Frage ist, ob das nur Spenden waren. Das kommt mir etwas spanisch vor. Evtl. wollte man den Betreiber mit diesen Spenden bei einen Rechtsstreit unterstützen. Das wäre auch möglich, wie bei PirateBay ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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