
Mit einer ungewöhnlichen Aktion sorgt der Kindersender Nick für viel Aufsehen. Damit Kinder ihre Freizeit nicht zu lange vor der Mattscheibe verbringen, sondern draußen Spielen gehen, möchte Nick einen Tag lang dem eigenen Programm einen Riegel vorschieben. Die freie Zeit, die den Kindern durch den Entfall des Programms zur Verfügung steht, soll dazu animieren, die eigenen vier Wände zu verlassen und die wilde weite Welt zu erkunden. Eine inhaltlose und aufsehenerregende PR-Aktion oder doch eine lobenswerte, erzieherische Maßnahme? Was von diesem Schritt zu halten ist, bleibt jedem selbst überlassen.
Offenbar entdeckt der Kindersender nun seine soziale Ader: "Ob wir mit Kampagnen wie 'Weltbeschützer' junge Umweltaktivisten suchen oder Kindern in unserer Kreativshow A'rtzooka' helfen, ihre Welt aus einem neuen Blickwinkel zu sehen - wir erfassen unsere Zielgruppe nicht ausschließlich als Zuschauer sondern als junge Menschen mit vielseitigen Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen", heißt es im Rahmen einer Mitteilung am heutigen Dienstag. Man habe es sich zum Ziel gesetzt, den wachsenden Erfolg des Senders und die Relevanz bei den Zuschauern dazu zu nutzen, sich für eine "bewusste und vielseitige Lebensgestaltung" stark zu machen. Wann genau die Aktion in die Wege geleitet wird, steht zur jetzigen Stunde noch in den Sternen.
Kritiker sind sich bereits darüber einig, dass der Nutzen dieser Aktion ersichtlich gering sein wird. Die Tatsache, dass der von Nick festgelegte fernsehfreie Tag bestimme, wann Kinder auf das Programm zu verzichten haben und wann sie rausgehen sollen, schränke die Entscheidungsfreiheit des Zuschauers deutlich ein, so ein kritischer Blogger. Ebenfalls sei es höchst unwahrscheinlich, dass Kinder als erste Reaktion sofort nach draußen rennen und dort spielen werden. Das digitale Zeitalter biete den Kids in einem normalen Haushalt genügend Alternativen.
Bereits im Dezember vergangenen Jahres sorgte das Unternehmen Microsoft mit einem thematisch ähnlichen Vorhaben für reichlich viel Aufsehen. Aus einem Patentantrag des Redmonder Unternehmens geht hervor, dass übergewichtige und körperlich belastete Gamer ein Spiele-Verbot erhalten könnten, damit sie nicht zu viel Zeit vor der Mattscheibe verbringen, sondern Sport treiben. (gulli:news berichtete) Der Sinn beziehungsweise Unsinn dieser Aktion ist ähnlich umstritten wie der Tag ohne Mattscheibe. (via www.onlinekosten.de, thx!)
Update: Der Termin für die Abschaltung des Programmes für einen Tag wurde kürzlich bekannt gegeben. Am 28. Mai bleibt die Röhre kalt, die Kids sollen spielen gehen und nicht länger sinnfrei ihre Zeit vor der Flimmerkiste verbringen. Dem Sender dürfte es letztlich primär um den PR-Effekt gehen, die Quotenverluste durch die Programmunterbrechung hat das Management schon im Vorfeld einkalkuliert. Ob die Kinder wirklich Ende Mai für einen Tag auf ihr geliebtes Fernsehen verzichten werden? Der Erfolg der bundesweiten Aktion "Weltspieltag" bleibt kritisch abzuwarten. Es bleibt zu befürchten, dass die meisten Kids am 28. 5. lediglich auf einen anderen Sender umschalten anstatt abzuschalten.
Sener Dincer am Donnerstag, 11.03.2010 10:33 Uhr
Es wird rien garnichts bringen den Sender fuer einen Tag lahm zu legen. Also ob das irgendjemanden von den Kids interessiert. Dann schaltet man KIKA oder SuperRTL ein. Geht vor den PC. Fertig ...
Sag mir bitte nicht das du diese gestellten und gescripteten sachen auch noch glaubst! Das ist das schöne an unseren Medien. Die einen verdummen unser Volk offensiv und ohne Hemmungen. Die anderen machen das subtil indem sie Qualität, Bildungs-TV und Informatio ...
Schöne Aktion. Vor 20 Jahren gab es nur eine hand voll Sender die nichtmal 12h am Tag gesendet haben. (Bin zu jung um es miterlebt zu haben) Alle anderen privaten Sender sollten sich ein beispiel dran nehmen und gleich das ganze Programm umbefristet abstellen. ARD und co natürlich nicht, dafü ...
Also ich wäre ja dafür, das Gulli am 28. Mai ein 24h Spezial darüber bringt, was man "draußen" so alles machen hätte können, wenn man das Spezial nicht gesehen hätte. Brennball spielen, Hula Hup, happy Slapping, oder doch mal was ganz anderes, für Oma einkaufen.:T ...
naja entweder es wird umgeschaltet oder gezockt oder das ein oder andere Kind hat wirklich Lust raus zu gehen, sich zu verabreden und einfach mal was anderes zu machen. natürlich ist es Werbung für den Sender aber warum nicht? einen Versuch ist es wert. ...
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 13:17 Uhr
Zoe.Leela ist Sängerin und eine engagierte Kritikerin der GEMA, die sich aus ihrer Position als Kreative heraus in der Urheberrechtsdebatte zu Wort meldet. In ihren "vier Thesen" behandelt sie unter anderem die mangelnde Transparenz, den undemokratischen Aufbau und die ungerechte Verteilung der Einnahmen der GEMA. Künstler, kleine Labels und Käufer seien die Verlierer, kritisiert sie.
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 17:25 Uhr
Der Anbieter "TIME for kids" bezeichnet sich selbst als "langjähriger Vorreiter im Kinder- und Jugendschutz in Deutschland". Die Software des Unternehmens blockiert derzeit an diversen Schulen von Nordrhein-Westfalen den Zugang zum Wahlprogramm der Piraten. Die Webseite wurde von der automatischen Filtersoftware als möglicher Marktplatz illegaler Drogen ausgemacht und gesperrt.
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