
In seiner Analyse beschreibt er, wie die wenigen, gigantischen Akteure im Bereich der Musik- und Filmwirtschaft einen Fehler nach dem nächsten begehen, und dadurch Einfalt, "Monopole" und "Gatekeeper" untermauern, anstatt durch ein Umdenken einen gesunden Wettbewerb zu sichern - freilich ohne auf Einnahmen verzichten zu müssen. "Das Urheberrecht ist eine mächtige Waffe, aber im Selbstverteidigungskurs lernt man: Eine Waffe, die man nicht einzusetzen weiß, ist eine Waffe des Gegners," schreibt er. So gesehen säßen Filesharer derzeitig am längeren Hebel.
Cory sieht die Entwicklung von Google und Amazon kritisch - nicht weil er denkt, dass es "schlechte Firmen" oder so etwas sind, sondern weil jede Form von (Markt-)Machtkonzentration im Grunde schlecht ist und Übel heraufbeschwört. Man benötigt einen gesunden Wettbewerb: das ist ein Konzept, dass gestern wie heute funktioniert, stellt er fest.
Die kreativen Industrien haben in den letzten 15 Jahren systematisch jede Chance, diesen Markt zu gestalten, verschenkt: Sie sind gegen Netzradios vorgegangen, haben den DMCA zu verantworten, als nächstes DRM und zuletzt der aussichtslose Kampf gegen YouTube. "Was aber wäre, wenn man statt den teuren Kämpfen vor Gericht es jedermann ermöglicht hätte, einen eigenen Video on Demand-Shop in Netz zu eröffnen, wo man Filme günstig beziehen könnte, und die Rechteverwerter einen fairen Anteil an der Verkäufen erhielten?" Eine gute Frage. Cory sagt, man hätte in letzterem Fall 10 Millionen Videoshops, die miteinander konkurrieren und Umsätze - auch für die Industrie - erwirtschaften. Ganz ohne ein Gericht.
Auch die Sache Google-Buchsuche lässt er nicht unerwähnt. Der Lobbyverband "Authors Guild" hätte vor Gericht erstritten, dass die Rechtsinhaber der Texte nun eine Entschädigung von Google erhalten den "sich Google locker leisten kann". Im Gegenzug sorgten sie dafür, dass das "Geschäftsmodell" der Google Buchsuche vollständig legalisiert wurde (Anmerkung: In den USA). Und die Autoren bekommen von dem Umsatz selbst am wenigsten ab. Er sagt, es wäre besser, wenn man sich auf verbindliche Standards geeinigt hätte, wie alle Suchmaschinen Bücher indizieren und referenzieren und als Suchergebnisse anzeigen. So würde man die Schriftwerke überall finden können, und es gäbe einen realen Wettbewerb zwischen den Autoren, die möglicherweise so in bessere Verhandlungspositionen kommen könnten.
Den gesamten Aufsatz gibt es in Englisch auf der Webseite Internet Evolution. (020200)
News Redaktion am Samstag, 20.06.2009 20:22 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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