
Die Seite Wikileaks, die sich die Veröffentlichung geheimer Dokumente auf die Fahnen geschrieben hat, dürfte vielen unserer Leser bereits ein Begriff sein. Spätestens die spektakulären Leaks der letzten Monate, seien es nun Pager-Nachrichten vom 11. September 2001, die Toll Collect-Verträge oder der Untersuchungsbericht der Geschehnisse in Kundus, machten Wikileaks in der Öffentlichkeit und auch der gulli:News-Berichterstattung präsent.
Das Ziel der Seite ist, mit einem Wort beschrieben, Transparenz. Versuchen einflussreiche Stellen, seien es nun große Unternehmen, Behörden oder Regierungsbeamte, bestimmte Dokumente und Sachverhalte geheimzuhalten, gibt Wikileaks eine sichere Möglichkeit, diese Dokumente zu veröffentlichen. Der Schutz ihrer Quellen ist den Betreibern sehr wichtig und wird durch umfassende technische und rechtliche Maßnahmen gesichert.
Nun plant Wikileaks, sein Angebot umfassend auszubauen. So soll die Seite in zahlreiche verschiedene Sprachen übersetzt werden. Gleichzeitig will man lokale Medien stärker einbinden. Eine weitere interessante Idee: Demnächst sollen Zeitungen, Blogs und News-Portale einen "Upload via Wikileaks"-Button einbauen können. Diesen können Menschen, die brisante Dokumente teilen wollen, benutzen, um der entsprechenden Publikation anonym Material zukommen zu lassen: Die Dokumente landen zunächst bei Wikileaks, allerdings mit dem Hinweis, für welche Publikation sie bestimmt sind. Sie werden von den Wikileaks-Verantwortlichen redaktionell geprüft und anschließend weitergegeben an den planmäßigen Empfänger. Diesem gehören sie für eine bestimmte Zeitspanne exklusiv, so dass Zeit genug ist, einen Artikel oder auch ein ausführliches Feature zu schreiben. Nach Ablauf der Frist werden die Dokumente auf der Wikileaks-Seite der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Um diese und andere Pläne umsetzen zu können, bewarb sich Wikileaks bei der Knight News Challenge - einer Art "Wettbewerb", bei der innovative Nachrichten-Konzepte Finanzmittel erhalten können. Und hier kommt ins Spiel, was ihr für diese Seite tun könnt. Ihr müsst kein Geld spenden - lediglich eure Zeit und ein gewisser Arbeitseinsatz sind gefragt. Wikileaks braucht Unterstützer, die sich ihre Bewerbung Bewerbung durchlesen und eine Bewertung geben (und wenn möglich auch einen Kommentar hinterlassen). Dazu müssen sich Interessenten lediglich auf der Seite registrieren, abstimmen und wenn möglich einige Zeilen (auf Englisch) schreiben, wieso sie Wikileaks wichtig finden und der Ansicht sind, dass diese das ausgeschriebene Geld verdient haben.
Womit wir auch schon zur wichtigen Frage kommen: Wieso ist Wikileaks so wichtig und warum hat diese Seite finanzielle Unterstützung verdient? Wer die Arbeit der Seite im Laufe der letzten Jahre beobachtet hat, wird auf diese Frage womöglich schon eine Antwort haben. Letztendlich geht es um Wissen. Wissen, so sagt ein altes Sprichwort, ist Macht. Wer uns Wissen vorenthält, der kann beeinflussen, wie wir denken, fühlen, urteilen und letztendlich auch handeln. Das wird vielfach praktiziert, sei es nun im finanziellen, sozialen oder ganz besonders im politischen Bereich - auch im Informationsalter werden die Menschen oft dumm gehalten, wird versucht, durch Schweigen, Lügen oder geschickt präsentierte Halbwahrheiten die eigene Agenda voranzutreiben. Beispiele dafür sollten jedem, der in den letzten Monaten die News verfolgt hat, genügend einfallen.
Und genau deswegen ist Wikileaks so wichtig: Wikileaks veröffentlicht Informationen, Primärquellen. Unzensiert, ohne Vorauswahl und unkommentiert, allein der Wahrheit verpflichtet. Jede Leserin und jeder Leser, seien sie nun Journalisten, Aktivisten oder "nur" interessierte Menschen, die wissen wollen, was in der Welt vorgeht, können sich eine eigene Meinung bilden. Und dieses Wissen ist tatsächlich Macht - es gibt die Möglichkeit, kritisch zu hinterfragen, sich gedanklich unabhängig zu machen von Autoritäten aller Art und dem Missbrauch von Machtpositionen entschlossen und vor allem informiert entgegen zu treten.
Wikileaks ist eine Plattform für das Informationszeitalter, die moderne Technologien nutzt (in der Bewerbung finden sich unter anderem interessante Details zur technischen Infrastruktur), ohne vor lauter Technik das eigentliche Ziel ihres Projekts, eine Veränderung der Gesellschaft hin zu mehr Offenheit, Transparenz und Gleichberechtigung, aus den Augen zu verlieren. Die neuen, teilweise sehr ehrgeizigen Pläne stellen einen weiteren Schritt auf diesem Weg dar - einen Schritt, den die Verantwortlichen mit der Unterstützung der Community gehen möchten. Zeit also für alle, die in den letzten Monaten interessiert die neuesten Leaks verfolgt haben, etwas zurück zu geben und selbst aktiv zu werden.
Annika Kremer am Sonntag, 27.12.2009 22:42 Uhr
Mit genug krimineller energie kann man den Spamdoch durchbekommen oder mit dem Spam werden auch die erwünschten E-Mails rausgeschmissen... also hier bei mir, in meinem realen E-Mail-Account funktioniert das Filtern mit nur einem einzigen bayesischen Filter sehr g ...
Natürlich geht das - nur passen die sich dann einfach an. Wenn sowas wirklich mal zum Problem wird, dann werden halt SPAM-Filter eingebaut. Ist ja nicht so, dass es das Problem bei E-Mail nicht schon in ähnlicher Form gegeben hätte. Mit genug krimineller energie ...
Mehr als 60% aller Deutschen haben niemals Englischunterricht gehabt, der überwiegende Rest kommt nicht über ein paar Wörter hinaus, ein einstelliger Prozentsatz versteht wissenschaftliche Texte inhaltlich, kann aber kein Englisch sprechen. Ich glaube nicht daran, ...
Mein subjektiver Eindruck ist, dass Englisch die Kommunikationssprache im Netz ist. Auf Englisch finden sich die meisten technischen Beschreibungen und Howtos, jede internationale Community von 'nem Fan-Forum für irgendeine Musikgruppe angefangen hat Englisch-Pflicht, und wer eine internationale Ne ...
Gesabbel? Viel noch lernen du mußt, junger Padawan. Und was bist du, Darth Kleenex oder was? :rolleyes: Wenn du mal groß bist und beispielsweise in Osteuropa Geschäfte machen willst, kannst du dir dein Englisch in den Arsch schieben. Die wichtigen Leute sp ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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